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Limit Hold'em:
1. Longhand Limit
2. Shorthand Limit
3. Erweiterte Shorthand

No-Limit Hold'em:
1. Einführung in NL
2. Erweitertes NL
3. Wer ausbezahlt wird
4. Chipstapel

Omaha:
1. Einführung in Omaha
2. Low Limit Omaha
3. Einführung in PLO
4. Omaha Hi/Lo

Turniere:
1. Turnier Überblick
2. Single-Table NL
3. Erweiterte NL STTs
4. Multi-Table NL
5. Multi-Table Limit
6. Turnier Varianten

Geld Management:
1. Limits wechseln
2. Wann man aufören sollte
3. Kurzfristig vs. Langfristig

Weitere:
1. Fortgeschrittene Anfängerfehler

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Cashout Strategie – Bankroll Management

von killcrazy

Bankroll Strategien kommen üblicherweise in zwei Formen. Entweder, „Ich hab‘ 200US$ um damit Poker zu spielen, ich spiele eine Weile damit ohne Sinn und Verstand Poker und letztlich habe ich keinen Dollar mehr“ oder „Ich habe 200US$ um Poker zu spielen, also beginne ich mit 5$ Ring Games. Wenn meine Bankroll unter 20 Buyins auf einem Level fällt, gehe ich runter und baue sie wieder auf, wenn es auf einen Betrag wächst, mit dem ich einen Shot in den 10$ Spielen versuchen kann, gehe ich hoch und schaue was passiert. Aber wenn ich hoch gehe und meine Bankroll unter 20 Buyins fällt, gehe ich wieder runter und baue sie wieder auf.“

Das zweite Beispiel gilt generell als korrekt. Mathematisch gesehen sichert es einen extrem geringen Risk of Ruin für einen Winning Player. Obwohl dies vermutlich stimmt, ist es auf eine Art identisch zur ersten Strategie; es kann nur damit enden, dass der Spieler kein Geld mehr hat. Oder stirbt.

Der Grund ist eindeutig, wenn man den Titel dieses Artikels betrachtet; zu keinem Punkt macht man sich Gedanken darüber, wann man sich Geld auszahlt. Stattdessen wächst unsere Roll, steigen auf, unsere Roll wächst, wir steigen auf, und so weiter. Wenn wir verlieren, haben wir weniger „Geld“ und steigen vielleicht ab, wenn wir gewinnen, haben wir mehr „Geld“ und steigen vielleicht auf. Zu keinem Zeitpunkt geht das Geld woanders hin als an einen Pokertisch.

Natürlich zahlen sich Leute Geld aus, aber ohne eine Strategie im Hinterkopf. Stattdessen werden sie ihre Bankroll in ihren Account lassen, bis ihre Frau (oder Ehemann – wir sind keine Sexisten) entscheiden, wir wollen eine neue Küche (nochmal, keine Sexisten) oder das Auto muss in die Werkstatt (denn sie können das Auto nicht selber reparieren, da der Spieler eine Frau ist – seht ihr, ich hab die Geschlechter vertauscht; kein bisschen sexistisch), oder es ist Zeit für einen Familienausflug oder die Weihnachtsgeschenke stehen an, oder die Ehefrau hat ihn rausgeschmissen, weil er ein herablassendes frauenfeindliches Arschloch ist und er braucht Möbel für seine neue Wohnung.

Das ist keine Bankroll Strategie. Es ist eine Buyin Strategie. Wann und wie viel man sich auszahlt, sollte von genauso großer Wichtigkeit sein, wie die Frage wann und mit wie viel man sich einkauft.

Es gibt zwei grundlegende Konzepte dazu. Anscheinend fand es niemals jemand für nötig gehalten darüber zu schreiben, also darf ich sie benennen. Die Erste nennen wir die Prozent-Strategie, und die Zweite nennen wir die Disco-Delfin-Tunfisch-Netto-Strategie.

Die Prozentmethode ist einfachere der beiden. Im Wesentlichen zahlen wir uns einen Prozentsatz unserer Winrate aus. Wenn du also zB ein NLHE Spieler bist, sehe 75% deiner Winrate als Cashout vor. Wenn deine Winrate 2 BB/100 ist, sehe 1,5 BB für alle 100 Hände die du spielst als Cashout vor, egal ob du über die 100 Hände verlierst oder gewinnst. Zahle regelmäßig aus, mindestens einmal im Monat. Sei dir zwischen den Cashouts im Klaren darüber, wie viel von dem Geld in deinem Account deine Bankroll ist, und wie viel ausgezahlt wird, und passe deine Stakes dementsprechend an, damit du nicht unter die magischen 20 Buyins fällst. Leihe dir nichts von deinem zukünftigen Cashout um deine Bankroll aufzufrischen, und warte nicht bis Ende des Monats, um herauszufinden, wie viel du dir ausbezahlst, mach es Session für Session.

Ich habe mir den Wert von 75% übrigens aus meinem unteren Verdauungstrakt gezogen. Einige Anpassungen werden notwendig sein, abhängig von der Winrate und anderen Umständen, aber es scheint ein guter Startpunkt zu sein. Wenn du dir nicht sicher übe, deine Winrate bist, arbeite mit einer Winrate von nicht weniger als 1 BB/100; wenn deine Winrate geringer ist, bist du auf niedrigeren Stakes vermutlich sowieso profitabler.

Ähnlich dazu sollten Turnierspieler 3% des Buyins von Singe Table Tournaments, 5% für 45 und 90 Personen Sit-n-Gos, und 8% für alles mit einem größeren Feld auszahlen. Der Vollständigkeithalber, eine angemessen konservative Buyin Strategie sollte etwa so aussehen; nicht mehr als 1,5% der Bankroll für STTs (65 Buyins), 0,8% der Bankroll für 45 Personen Sit-n-Gos (125 Buyins), 0,67% der Bankroll für 90 Personen Sit-’n‘-goes (150 Buyins) und 0,5% der Bankroll für größer Turniere (200 Buyins). Die Buyin-Seite der Bankroll Strategie ist gut abgedeckt, wir müssen diese hier nicht erörtern.

Für einen bewährten Spieler würde ich ohne Zweifel die Prozentstrategie empfehlen. Für einen Anfänger könnte die Disco-Delfin-Tunfisch-Netto-Strategie vielleicht aber angemessener sein. Hierbei zahlt man sich immer eine bestimmte Summe aus, wenn die Bankroll ein bestimmtes Level erreicht hat. Wenn man so drüber nachdenkt, könnte man es auch die Milestone-Strategie nennen, aber da habe ich bis jetzt nicht dran gedacht und ich mag Delfine und ich denke es ist angebracht auf die Gefahren des Tunfischfang hinzuweisen. Die generelle Strategie für MTT-Spieler könnte so aussehen:

Anfangs-Bankroll: $250

Beginne bei $1 MTTs. Wenn du unter $200 fällst, gehe runter auf $0.50 MTTs bis du wieder $250 hast.
Bei $350 zahle $50 aus. Mach das dreimal.
Bei $500 steige auf $2 MTTs um. Wenn du unter $400 fälltst, gehe runter auf $1 MTTs bis du wieder $500 hast.
Bei $700 zahle $100 aus
Bei $800 zahle $100 aus
Bei $900 zahle $100 aus
Bei $1000 zahle $100 aus
Bei $1250 steige auf 5$ MTTs um. Wenn du unter $1000 fällst, gehe runter auf $2 MTTs bis du wieder $1250 hast.

Und so weiter. Cash Game Spieler beginnen mit einer Bankroll von 3000 BB (30 Buyins) und einem Cashout von 75BB, wenn man das erste Mal 3100, 3125, 3150, etc erreicht (man Zahlt sich 75BB für jede gewonnene 100BB aus). Wenn du mit einer 3000BB Roll aufsteigst auf ein höheres Limit, fange von vorne an, auscashen bei 3100, 3125, 3150, etc. Genauso wenn man absteigen muss, 75BB für jede 100 BB gehen an die Bank.

Bei dem Prozent-System halten wir uns an das alte Sprichwort: „Spiele Stunden nicht Ergebnisse.“ Wir machen unsere Cashout von der Menge des Spielens abhängig, nicht von der gewonnenen Menge. Bei dem Milestone-System handeln wir im direkten Gegenteil zu diesem Grundsatz. Trotzdem glaube ich, dass dies der bessere Weg für einen Anfänger ist, der vermutlich keine Ahnung von seiner Winrate hat und der sich nicht mit einer komplexeren Form der Buchhaltung herumschlagen will. Außerdem ist die Auszahlung ab dem Erreichen eines bestimmten Meilensteins auch psychologisch zufriedenstellender, während der eingebildete Druck von „Ich muss x$ heute machen, da morgen Cashout-Tag ist, und ich diesen Monat hinten liege.“ Dies kann schnell zu einem Problem für jemanden werden, der noch dabei ist ein dickeres Fell für‘s Pokern zu bekommen. Sobald ein Spieler erfahren ist, eine Idee von seiner Winrate hat und bequem dabei ist, sollte er natürlich zum Prozent-System wechseln.

Darüber hinaus, im Falle eines 90+ SnG und MTT, sollte man sich einige Gedanken über große Gewinne machen. Preisgelder gehen üblicherweise ziemlich hoch bei den Top 2 oder 3 Plätzen, und obwohl es sicherlich wahr ist, dass vieles vom ROI eines Turnierspielers von diesen unregelmäßige hohen Scores kommt, bedeutet der Gewinn von 500$ in einem 10$ Turnier nicht, dass man jetzt sofort 20$ Turniere spielen sollte. Jedesmal wenn man einen hohen Score macht, sollte man etwas davon auscashen. Bei einen Gewinn von 255 und 40 Buyin, zahle dir 25% aus. Zwischen 40 und 60 Buyins 50%, und bei größeren Gewinnen von mehr als 60 Buyins, zahle dir 75% aus.

Wie mit allem anderen was ich hier beschrieben habe, ist ein Mindestmaß an Verstand und ein bruchstück von Urteilsvermögen notwendig. Wenn du eine Bankroll von 203 Buyins hast, und du einen 20 Buyin Score erzielst, dann könnte man es in diesem speziellen Fall vorziehen, dies in der Bankroll zu belassen und einfach die Buyin Prozente wie üblich zu nehmen. Andererseits, wenn man eine 350 Buyin BR hat und bereit ist auf den nächsten Level zu springen, könnte man bei einem 100 Buyin Score einfach alles auszahlen.

Obwohl diese Idee offensichtlich mehr auf große Turniere abziehlt, als andere Formen des Pokerns wie SNGs und Ring Games, sollten Spieler hier aufpassen. Wenn du eine Woche hast, in der du mehr als deine üblichen fairen Anteil aller Flips gewinnst, Spieler darauf bestehen dir deine Straights und Flushes auszubezahlen und du keine Hand aufheben kannst, ohne ein großes Paar, dann wärst du gut beraten einen Teil deines Vermögens auszucashen.

Nachdem wir die Systeme beschrieben haben, sollten wir auf die zu erwartenden Beschwerden eingehen: „Dies wird Jahre dauern! Kann ich nicht einfach meine Bankroll aufbauen, bis ich bei den High Stakes bin und dann auscashen?“

Vielleicht, und nein kannst du nicht.

Dieser Artikel zielt offensichtlich auf Anfänger und Erholungsspieler ab. Wir gehen von der Annahme aus, dass diese Spieler regelmäßig spielen und an ihrem Spiel arbeiten, um bessere Spieler zu werden. Man sollte anerkennen, dass bei vielen dieser Spieler die Bankroll schneller steigt als der Skill-Level. Außerdem steigt die gefühlte Fähigkeit schneller als die wirklichen Fähigkeiten.

Nehmen wir bescheidenes Talent und Lernfähigkeit an, wird ein solcher Spieler schnell alles auf den Microstakes plattmachen und sich nach den größeren Spielen umschauen, aber diese großen Spiele sind voll von Leuten, die Sie ausnehmen werden. Ja, du. Verstehst du? Durch das abrupte wechseln von der dritten in die zweite Person habe ich eine stärkere Bindung zum Leser geschaffen. Ist ein rethorisches Mittel … ich, bin auch für Kinderpartys zu haben, aus irgendwelchen Gründen werde ich nicht oft gebucht.

Regelmäßige Cashouts haben den nützlichen Nebeneffekt, dass Spieler nicht zu schnell aufsteigen auf ein Limit, für das sie nicht bereit sind. Klar, dies wird fähigere Spieler zurückhalten, aber fähigere Spieler sollten auch weniger Probleme damit haben, den kleineren Spielen die Zähne auszuschlagen und weiter zu kommen.

Ein finaler Gedanke zum Verlieren der Bankroll. Dies wird passieren, und wenn du die Prozentmethode verwendest, wird es öfter als bei der Milestonemethode passieren. Es ist wie bei Zahnschmerzen. Dein Zahn schmerzt und benötigt die Aufmerksamkeit eines Experten. Natürlich könnte es eine Art bizarrer Phantomschmerz sein, und vielleicht ist deine Bankroll aufgrund eines extrem unglücklichen Lauf der Karten weg, aber es scheint immer noch ein guter Punkt zu sein, um das eigene Spiel zu überprüfen. Oder den Zahn. Natürlich sollte man regelmäßig sein Spiel evaluieren, nach Fehlern suchen und nach Situation, wo man Geld verliert. Zu warten, bis man einen Abszess hat, ist keineswegs optimal, aber wenn der Abszess kommt, ist es definitiv an der Zeit, die Biskuits wegzulegen und zu einem Zahnarzt zu gehen.

Lasst mich damit abschließen, dass ich nochmal sage: regelmäßige Cashouts. Geld in der Bank, nicht in der Bankroll.





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