Im November wird eine Wahl in den Vereinigten Staaten die Mitglieder des Repräsentantenhauses bestimmen (was so alle 2 Jahre passiert). Barney Frank, ein Kongressabgeordneter aus Massachusetts, der seinen Sitz seit 1980 innehat, braucht sich nicht darum zu sorgen, wiedergewählt zu werden. Er hat seinen Sitz sicher, die Republikaner setzen nicht oft jemanden gegen ihn auf den Wahlzettel. Aber was Frank verlieren könnte, wäre seinen Vorsitz des Financial Services Committee, eine Position, die er seit 2006 innehat. Wenn die Republikaner die Mehrheit im Repräsentantenhaus bekommen, was laut der Vorhersage des Intrade Marktes eine Chance von 77% hat, dann würde Frank raus sein als Vorsitzender des Financial Services Committee.
Ersetzen würde Frank ein Republikaner, höchst wahrscheinlich Spencer Bachus aus Alabama. Diese Geschichte ist wichtig für Poker, da Frank und Bachus völlig gegensätzliche Meinungen zum Thema Legalisierung der Regulierung von Online-Poker vertreten.
Seite Frank die Leitung des Komitees übernommen hat, hat er verschiedene Gesetzesvorlagen zur Legalisierung von Online-Poker in den USA eingereicht. Das letzte Beispiel dafür war H.R. 2267, das Internet Gambling Regulation, Consumer Protection, and Enforcement Act, welches das House Financial Services Committee vor einem Monat mit 41 zu 28 Stimmen passiert hat.
Während das gute Abschneiden von H.R. 2267 im Financial Services Committee gute Nachrichten für Poker bedeutete, ist es letztlich nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Damit der Gesetzesvorschlag zu einem Gesetz wird, muss es durch das Repräsentantenhaus, den Senat und vom Präsidenten unterzeichnet werden. Noch wichtiger, dass alles muss in einer Legislaturperiode geschehen. In anderen Worten, wenn das alles nicht bis November passiert ist, wird H.R. 2267 keine Rolle mehr spielen und es wird kein Gesetz im Jahr 2010. Und unglücklicherweise für die Pokerwelt, werden diese Schritte nicht gemacht werden. Es ist enorm unwahrscheinlich, dass das Repräsentantenhaus überhaupt die Zeit findet, darüber abzustimmen. Die einzige Chance für H.R. 2267 ist, dass man es an ein anderes, größeres Gesetz dranhängt, das auf jeden Fall durchkommen wird. So wie man es mit dem Unlawful Internet Gaming Enforcement Act im Jahre 2006 gemacht hat, als der ehemalige republikanische Senator Bill Frist es an ein Gesetz zur Sicherheit der amerikanischen Häfen angehängt hat. Die Chance, dass dies nochmal passiert nur diesmal im Sinne der Pokerwelt sind gering bis nicht vorhanden.
Wie man sehen kann, stehen die Chancen für H.R. 2267 in dieser Legislaturperiode düster aus, was bedeutet die Ergebnisse der Wahl im November sind wesentlich für den Erfolg der Gesetzesvorlage. Wenn die Republikaner die Kontrolle im Repräsentantenhaus übernehmen und Bachus zum Leiter des House Financial Services Committee wird, dann können wir der Vorlage schon mal alle für mindestens 2 Jahre auf Wiedersehen sagen. Bachus ist einer der größten Gegner des Legalisierung von Online-Poker. Zu H.R. 2267 sagte er letzten Monat: „Nach all den Gesprächen darüber, die Kasinos in der Wall Street zu schließen, warum sollten wir jetzt schritte unternehmen um Kasinos in jedem Schlafzimmer, jedem Studentenwohnheim auf iPods, Blackberrys, IPhones und Computer zu eröffnen?“
Es geht um viel für die Pokerwelt im November. Leider sieht es für uns nicht gut aus.


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