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Andere sprachen:
Börsengehandelte Pokerunternehmen
THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-01-15, von TwoGun
Viele online Pokerräume werden mittlerweile von öffentlich gehandelten Unternehmen betrieben. Beispiele für solche Pokerräume sind Party Poker, Empire Poker und Paradise Poker. Wenn ein Unternehmen an die Börse geht, dann führt dies oft dazu, dass sich die Art und Weise wie das Unternehmen geführt wird ändert. Dieser Artikel analysiert was online Pokerspieler davon erwarten können, jetzt wo mehr und mehr Unternehmen börsengehandelt werden.
1. Mehr Konsolidierung
Mit dem Börsengang steht einem Unternehmen mehr Geld zur Verfügung. Dies kann zur Folge haben, dass viele Glücksspielunternehmen anfangen werden ihre Wettbewerber aufzukaufen. Hauptgrund dafür ist, dass online Pokerspieler lieber in Pokerräumen spielen die bereits viele Pokerspieler haben. Für Pokerspieler ist es einfacher einen Tisch ihrer Wahl zu finden, wenn die Spielerbasis sehr groß ist. Deswegen werden große Pokerräume auch immer größer, weil sich mehr Leute dort anmelden als sonst wo.
Bisher gab es nur eine geringe Anzahl an Konsolidierungen in der Online Poker Industrie. Die meisten der bisherigen Konsolidierungen in der Glücksspiel Industrie hatten mit Firmen zu tun, die andere Firmen gekauft haben, welche ein anderes Glücksspielprodukt gekauft haben. Zum Beispiel hat Sportingbet den Pokeranbieter Paradise Poker gekauft. Sportingbet hatte zwar eine sehr populäre Sportwettenseite, aber keinen großen Pokerraum, bis sie dann Paradise Poker akquirierten.
2. Cross-selling von Casinoprodukten
Es wird immer deutlicher, dass online Pokerunternehmen versuchen Casinospiele und Sportwetten an Pokerspieler zu verkaufen. Casinos verdienen normalerweise mehr daran wenn ein Spieler Casinospiele spielt als wenn er Poker spielt. Grund dafür ist, dass der Vorteil des Hauses bei Casinospielen einen höheren Gewinn bringt als der Gewinn den die Casinos beim Poker durch den Rake einfahren.
Es gibt hauptsächlich zwei Gründe wieso börsengehandelte Unternehmen, die einen Pokerraum besitzen dort verstärkt Cross-selling betreiben werden. Als erstes stehen die Unternehmen unter einem höheren Druck Gewinn zu machen, weil die Investoren das verlangen. Zweitens sind die meisten Pokerräume nur an die Börse gegangen um mehr Kapital zur Verfügung zu haben, mit dem sie dann andere Unternehmen kaufen können die weitere bzw. andere Glücksspiele online anbieten. Zum Beispiel geht ein Unternehmen, welches zurzeit nur Casinospiele anbietet, nur an die Börse, um dann später mit dem Kapital einen Pokerraum zu kaufen und dann Casinospiele und Poker ihren Kunden anbieten zu können.
3. Mehr einzigartige Promotions (Branding)
Viele Investoren sind skeptisch gegen über Investitionen in online Pokerräumen. Sie glauben, dass die Markteintrittsbarrieren in dieser Industrie zu gering sind und es zu einfach ist einen neuen Pokerraum auf zu machen bzw. das ein kleiner Pokerraum an Größe gewinnt. Viele glauben, dass die Dominanz der großen Pokerräume nur kurzfristig ist.
Eine Möglichkeit, die Ängste der Investoren zu verringern, ist sie davon zu überzeugen, dass der Pokerraum eine starke und bekannte Marke hat. Um einen Pokerraum mit einer starken Marke zu kreieren und zu halten, muss man sehr viel in Werbung investieren und große und einzigartige Promotions anbieten. Ein Beispiel für einen Pokerraum mit einem bekannten Markennamen und einzigartigen Promotions ist Party Poker und das Party Poker Million Turnier.
4. Leichtere Spiele
Pokerspiele an sich werden nicht leichter im Internet, da mehr und mehr Spieler Pokerbücher und Webseiten mit Pokerstrategien durchlesen. Ich glaube aber, dass die Spiele softer werden wenn ein Pokerraum von einem börsengehandelten Unternehmen geführt wird. Es werden mehr normale Leute bereit sein Geld auf ein Pokerkonto zu überweisen, wenn sie wissen, dass der Pokerraum einem Unternehmen an der Börse gehört.
Bisher hat sich eine große Anzahl an potentiellen online Pokerspielern nicht getraut online zu spielen, weil sie Angst davor hatten, dass die Pokeranbieter mit ihrem Geld das sie eingezahlt haben wegrennen würden. Erfahrene und wissende Pokerspieler wissen, dass das sehr unwahrscheinlich ist, aber andere wussten es nicht. Jetzt, nachdem sich viele Pokeranbieter zu milliardenschweren Unternehmen entwickelt haben und an der Börse gehandelt werden, haben weniger Leute Angst, dass ihre $50 Einzahlung von dem Anbieter geklaut werden könnte.
5. Höhere Rakes
Für eine ganze Weile hatten fast alle Pokerräume eine Standard Rakestruktur. Der Rake betrug 5 % des Potts und es wurden maximal $3 vom Pott genommen. Bei shorthand Spielen war der Rake maximal $1 oder $2.
Vor kurzem haben ein paar Pokeranbieter damit angefangen ihre Rakestruktur zu verändern. PokerRoom, welche damals noch kein börsengehandeltes Unternehmen waren, haben ihre Rakestruktur in sofern verändert, dass sie den Rake von der Anzahl der Big Blinds machten. Ein maximaler rake von $3 ist zwar geblieben, jedoch ist der prozentuale Anteil vom Pott im durchschnitt gestiegen.
Pacific Poker war der nächste Anbieter, der seine Rake erheblich erhöht hat. Sie haben den maximalen Rake der Spiele mit mittleren und hohen Einsätzen von $4 auf $5 erhöht. Auch der Rake an den shorthand Tischen wurde erhöht.
Bisher hatten die meisten online Pokerunternehmen ihre Rakestruktur nicht verändert, da sie so über Jahre hinweg hohe Gewinne eingefahren hatten. Sie hatten Angst davor, dass der zusätzliche Gewinn durch einen höheren Rake sich nicht rechnen würde, weil sie zu viel Kunden verkraulen und so verlieren könnten. Seit dem aber die Unternehmen unter dem Druck der Investoren stehen den Gewinn zu maximieren, haben viele Pokeranbieter damit begonnen, den Rake so gut wie möglich zu maximieren.
Weiterhin haben die Pokerräume neue und bessere Bonusse und Spielerprogramme entwickelt. Wenn Pokeranbieter sich also Wege überlegen, wie sie den Gewinn maximieren können, dann erhöhen sie lieber den Rake bevor sie die Bonusse oder Bonusprogramme zurückfahren. Spieler merken es eher wenn die Bonussumme gesenkt wird als wenn sich der Rake erhöht.
Die Pokerräume können aber den Rake nur bis zu einem bestimmten Grad erhöhen bis die Spieler merken wie viel sie eigentlich mehr bezahlen. Spieler werden anfangen weniger oft gar nicht mehr zu gewinnen. Und Spieler, die es gewöhnt sind zu gewinnen, werden die Seite wechseln weil sie dort keine Gewinne mehr machen. Spieler die nie viel gewinnen oder verlieren werden auf einmal nur noch verlieren und werden auch weg gehen. Es wird vielleicht eine Weile dauern, aber am Ende werden die meisten die Pokerräume mit den höheren Rakes verlassen und zu den gehen, die eine niedrigere Rakestruktur anbieten, angenommen die Konkurrenz ist dort gleich stark oder schwach.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org


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