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Bewertung von Freerolls
THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-02-12, von TwoGun
Freerolls sind eine sehr populäre Form von Promotion, die Pokerräume immer wieder gerne einsetzen. Ein Freeroll ist sehr einfach erklärt. Der Pokerraum veranstaltet ein Turnier und verschenkt eine bestimmte Summe Geld an die topp Spieler des Turniers. Die Teilnahme an dem Turnier ist kostenlos, jedoch sind nicht alle Turniere für alle Spieler offen. Oftmals wird an die Teilnahme an solch einem Freeroll eine Bedingung gestellt.
Sehr viele Spieler werden von den Freerolls angezogen, weil sie die Möglichkeit haben etwas zu gewinnen, ohne dafür etwas riskieren zu müssen. Manche Freerolls haben sogar richtig große Preise, wie zum Beispiel die Teilnahme an der World Series of Poker, inklusive Hotel und Taschengeld, im Wert von $15,000. Weiterhin geben Freerolls einem die Möglichkeit seine Fähigkeiten bei Multi-table Turnieren zu verbessern.
Wenn man sich überlegt, ob man an einem Freeroll teilnehmen soll oder nicht, dann gibt es ein paar Faktoren die man dabei berücksichtigen sollte. Die wichtigen Faktoren haben wir folgend, sortiert nach ihrer Gewichtung, aufgelistet:
1. Overlay
Das Overlay ist der wichtigste Faktor bei der Bewertung von Freerolls. Das Overlay bestimmt sich aus der Höhe des Preisgeldes geteilt durch die Anzahl der teilnehmenden Spieler. Wenn zum Beispiel ein Pokerraum ein $1000 Freeroll veranstaltet und 500 Personen daran teilnehmen, dann ist das Overlay $2 pro Spieler. Somit hat jeder Spieler einen Erwartungswert von +$2. Umso höher das Overlay eines Freerolls desto besser.
Wenn der Preis eines Freerolls zum Beispiel die Teilnahme an der WSOP ist, dann nimmt man einfach den Wert des Preispaketes und teilt ihn durch die Anzahl der Freerollteilnehmer.
2. Anforderungen an die Turnierteilnahme
Ein Freeroll ist nicht wirklich "free" (umsonst), wenn man zum Beispiel ein paar Hundert Hände an Echtgeldtischen gespielt haben muss, um an dem Freeroll teilnehmen zu können. Umso weniger Bedingungen an die Teilnahme des Turniers geknüpft sind, desto besser. Während zwar die Teilnahme an kostenlosen WSOP Satellite-Turnieren Spaß macht, sollte man dennoch nicht mehr in dem Pokerraum spielen als man es normalerweise tun würde. Besonders nicht wenn das Overlay nicht gut ist.
3. Turnierstruktur/-größe
Allgemein kann man sagen, dass bei Turnieren mit mehr post-flop Spiel das Können eine größe Rolle spielt, als bei Turnieren mit weniger post-flop Spiel. Umso weniger man die Möglichkeit hat post-flop zu spielen, desto mehr spielt der Faktor Glück eine Rolle und nicht die eigenen Poker-Fähigkeiten. Umso mehr post-flop Spiel möglich ist, desto besser kann man auch sein Spiel, seine Strategie und seine Fähigkeiten trainieren und verbessern. Wenn man bei einem Turnier immer nur all-in gehen kann, dann hilft das einem persönlich nicht sehr viel weiter. Wenn die Fähigkeiten eine größe Rolle spielen, dann haben gute Spiele eine bessere Chance das Turnier zu gewinnen. Es ist schwer zu sagen welche Turniere mehr post-flop Spiel erlauben und welche weniger. Grundsätzlich kann man sagen, dass Turniere mit weniger Teilnehmern eine bessere Turnierstruktur haben. Grund dafür ist, dass man sich weniger oft in all-in Situationen wieder findet, d.h. dass die Blinds hoch sind und die Stacks niedrig.
4. Konkurrenz
Bei den meisten Freerolls ist die Konkurrenz gleich gut bzw. gleich schlecht. Ich bezweifle, dass ein $1000 Freeroll bei einer Seite viel besser ist als ein $1000 Freeroll bei einer anderen. Weiterhin sollte darauf hingewiesen werden, dass bei Freerolls allgemein der Faktor Glück eine sehr große Rolle spielt, weil so viele Spieler daran teilnehmen und die Blinds, im Verhältnis zu den Chip-Stacks, sehr groß sind. Ich würde auch nicht die Freerolls eines Pokerraums sehr viel besser einschätzen, nur weil deren Echtgeldspiele leichter sind als bei anderen Pokerräumen.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org

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