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Andere sprachen:
Poker Mythen der Medien
THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-03-19, von TwoGun
Während es vielleicht Spaßt macht Artikel über Online-Poker in den Medien zu lesen, werden durch sie viele Online-Poker Mythen aufrechterhalten. Grund dafür ist meistens, dass die Autoren keine oder kaum Ahnung von Online-Poker haben. Die meiner Meinung nach vier größten Poker-Mythen in den Medien habe ich in diesem Weekly Shuffle Artikel aufgelistet.
Mythos# 1: Poker spielen ist ein schneller Weg um glücksspielsüchtig zu werden
Es ist richtig, dass Poker zu einem gefährlichen Hobby werden kann. Es gibt viele Leute die sich am Pokertisch finanziell ruiniert haben, weshalb man Poker und das Risiko dabei nicht unterschätzen sollte. Es ist auch richtig, dass manche Leute durch Poker zu Glücksspielen kommen, die immer einen negativen Erwartungswert haben, wie zum Beispiel Blackjack oder Roulette. Manche Journalisten versuchen aber in ihren Artikeln die Leser davon zu überzeugen, dass sie ihr ganzes Leben aufs Spiel setzen, wenn sie eine Partie $0.50-$1.0 spielen.
Es gibt aber mehrere Gründe wieso Pokerspielen einen nicht in die Spielsucht treiben wird. Erstens haben die meisten Leute genügend Selbstkontrolle, um der Sucht nicht zu verfallen und zweitens machte Poker nicht so süchtig wie viele andere Formen von Glücksspiel das tun. Wenn jemand ein schlechter Pokerspieler ist, dann wird er fast immer verlieren. Poker ist kein Spiel wie Blackjack oder Roulette, bei dem man öfters mal auch gewinnt und sein Geld verdoppelt, sondern ein sehr langsames Spiel. Das gewisse Hoch, dass Blackjack und Roulette Spieler bekommen ist beim Pokern bei weitem nicht so stark.
Weiterhin ist der Reiz am Pokern nicht der Glücksteil, sondern der Teil, bei dem es um Geschick, Strategie und Können geht. Selbst ein sehr wohlhabender Mann kann um relativ wenig Geld Poker spielen und Spaß haben, da die strategische Natur des Spiels den Reiz ausmacht.
Leute die vom Pokerspielen "abhängig" geworden sind, sind meistens erfolgreiche Pokerspieler die damit auch Geld verdienen. Wenn Pokern ein spaßiges und lukratives Hobby ist, dann kann es passieren, dass Leute zu viel spielen. Manchmal ist das nicht weiter schlimm, aber manchmal hält es Leute auch davon ab Dinge in ihrem Leben zu tun, die weitaus wichtiger sind.
Mythos# 2: Jeder kann beim Pokern gewinnen
Viele Artikel berichten sehr genau über professionelle Online-Pokerspieler und andere Spieler, die vom Poker Leben können. Es wird auch sehr genau über die Gewinner von großen live Turnieren berichtet, die sich durch das Internet per Online-Satellitenturnier qualifiziert hatten. Es wird zwar auch über die Pokerspieler berichtet, die ein Glücksspielproblem haben, aber über den typischen Online-Pokerspieler liest man kaum was in den Medien.
Um es einfach zu formulieren: die meisten Pokerspieler verlieren Geld. Wenn einer gewinnt, muss ein anderer Spieler verlieren. Dazu kommt noch, dass das Casino ein Teil des Geldes vom Pott abzieht, wodurch das ganze Spiel zu einem Spiel mit einer negativen Summe wird. Schlussfolgerung daraus ist also, dass die meisten Pokerspieler verlieren. Um beim Pokern kontinuierlich zu gewinnen, muss man viel Lernen und ein natürliches Talent dazu haben.
Um noch einmal auf die live Turniere zurück zu kommen, die meisten Spieler die sich für die Online-Satellitenturniere anmelden, qualifizieren sich nicht für das Turnier, sondern scheiden vorher aus. Und der Großteil der World Series of Poker Online-Qualifizierer, gewinnt kein Geld, sondern scheidet auch wieder vorher aus.
Mythos# 3: Dominierende Poker-Bots
Die Medien lieben es über zukünftige Poker-Bots zu berichten und zu fantasieren. Zurzeit sind die von Spielern kreierten Bots nur ein kleines Ärgernis. Mann muss sich zwar Gedanken machen über Leute die Online-Poker spielende Programme entwickeln, aber das bedeutet nicht, dass diese unvermeidlich sind. Für die Entwickler von Poker-Pots gibt es mehrere Hürden, die es zu überwältigen gilt.
Erstens ist Poker ein Spiel mit limitierten Informationen. Es ist sehr viel leichter einen Bot für ein Spiel wie Schach zu entwickeln, bei dem alle strategischen Informationen bekannt sind. Beim Schach weiß man zu jeder Zeit, wo die Spielfiguren des Gegners stehen. Hingegen hat man beim Pokern keine Informationen über das Blatt des Gegners, was es sehr viel schwieriger macht ein effektives Programm zu entwickeln. Die meisten Amateur-Programmierer werden es wahrscheinlich nicht schaffen, diese Hürde zu bewältigen, wo hingegen erfahrene und ambitionierte Programmierer in Zukunft einige fortschritte machen könnten.
Zweitens werden sich die Pokerräume gegen die Bots wehren. Da die Pokerräume jede Hand aufzeichnen die an ihren Tischen je gespielt wurde und gespielt wird, ist es ihnen hoffentlich möglich solche Poker-Bots zu identifizieren. Ein Poker-Bot könnte zum Beispiel dadurch zu erkennen sein, dass er an mehreren Tischen überdurchschnittlich viel und erfolgreich spielt. Party Poker hat bereits Sicherheitsmaßnahmen getroffen und implementiert, um Bots zu identifizieren. Wir ein Spieler verdächtigt ein Bot zu sein, so wird er aufgefordert, eine bestimmte Zahlen- und Buchstabenkombination ein zu tippen.
Das Problem mit den Potts wird voraussichtlich ein niemals endenter Krieg zwischen den Online-Pokerräumen und den Entwicklern solcher Bots sein. Zurzeit gewinnen die Online-Pokerräume, denn es ist unwahrscheinlich, dass es viele erfolgreich programmierte Bots gibt. Es wird aber interessant sein zu sehen was die Zukunft bringt.
Mythos# 4: Die Spiele sind leichter den je
Online-Pokerspiele sind jetzt sehr viel härter und schwieriger zu meistern als es vor ein paar Jahren der Fall war. Obwohl Poker früher nicht so populär war und von weniger Leuten gespielt wurde, waren die Spiele viel softer. Dafür gibt es ein paar Gründe.
Erstens bleiben erfolgreiche Online-Pokerspieler beim Online-Poker, wohingegen die meisten erfolglosen Pokerspieler das Pokern aufgeben oder zumindest stark limitieren. Jeden Tag werden neue Pokerhaie geboren die nicht wieder gehen, wohin gegen die Fische immer nur für eine Weile verbleiben.
Zweitens gibt es jetzt sehr viel mehr Pokerliteratur als früher, die dazu auch noch immer besser geworden ist. Früher waren sogar die "besseren" Bücher noch ziemlich schlecht. Heute gibt es sehr viel gute und solide Pokerliteratur, sowie Webseiten, die kostenlos Pokerstrategien anbieten.
Drittens wurden früher die schlechten Spieler mehr beschützt als sie es heute werden. Früher konnte man in den meisten Online-Pokerräumen an nur einem Tisch spielen, maximal zwei. Heute können die Pokerprofis teilweise an bis zu 10 Tischen gleichzeitig sitzen. Auch die Vielfalt an Spielen und Limits war früher geringer. Wenn es weniger Limits gibt, tendieren viele Spieler dazu Limits zu spielen, in denen sie sich nicht wohl fühlen. Wenn jemand in einem zu hohem oder zu niedrigem Limit spielt, dann beeinflusst das das Spiel des Spielers negativ und die Spiele an sich werden leichter.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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