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Interview: Pete "The Beat" Giordano

THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-03-26, von Ozone

Der aktuelle Weekly Shuffle Artikel ist ein Interview mit Pete "The Beat" Giordano. Pete ist ein professioneller Multi-table Turnier Pokerspieler der sowohl im online als auch im offline Bereich enormen Erfolg hatte. Er ist bereits in einer Vielzahl von Poker Tv Shows aufgetreten, unter anderem in einer WPT Episode. Pete "The Beat" wird von vielen für der beste Online-Pokerturnier Spieler der Welt gehalten. pete the beat
Pete "The Beat" Giordano

pokertips.org: Wie kamst du zum Poker und wie lange spielst du schon Poker?

Pete The Beat: Wahrscheinlich kam ich zum Pokern wie jeder andere auch: indem ich meiner Familie beim Spielen zugeschaut habe als ich ein kleiner Junge war. Als ich 14 Jahre als war, haben sie mich dann endlich mitspielen lassen. Damals wurde kein Hold'em gespielt. Wir spielten 7 Card Stud Varianten.

pt.o: Wie lange spielst du schon professionell Poker?

PTB: In den späten 80ern begann ich Hold'em zu spielen. Ich fuhr 1992 runter nach Atlantic City um an meinem ersten $50 Buy-in Turnier teilzunehmen. Ich schnitt ziemlich gut ab. Dann begann mehrmals pro Jahr runter nach Atlantic City zu fahren, weil das der einzige Ort war an dem man Turniere spielen konnte. Ich begann ziemlich gut zu werden mit der Zeit. Ich hatte ein paar Siege und Zweitplatzierungen, aber damals hatte ich noch einen Vollzeit Job und war mit ein paar Mal pro Jahr Turniere spielen zufrieden.

pt.o: Was hast du beruflich getan bevor du zum Pokern kamst?

PTB: Ich war ein Vertreter für Hewlett-Packard. Aufgrund von Einsparungsmaßnahmen wurde ich 2003 entlassen. Damals machte ich bereits genügend Geld mit Pokern, dass ich mich dazu entschied Vollzeit Poker zu spielen.

pt.o: Was bevorzugst du: Online-Poker oder Offline-Poker?

PTB: Ich mag es wirklich live zu pokern. Es erlaubt mir mich mehr auf das Spiel und die Spieler zu konzentrieren. Trotzdem spiele ich aber 90% Poker online.

pt.o: Was würdest du sagen war bisher deine größte Leistung beim Pokern?

PTB: Wahrscheinlich das ich den Endtisch bei einem WPT Turnier erreicht habe [den 2002 World Poker Finals, bei denen Pete den fünfte Platz erreichte, ins Fernsehen kam und gegen Größen wie Layne Flack, Phil Ivey und Howard Lederer spielte].

pt.o: Wie war es für dich vor den Kameras gegen weltklasse Profis zu spielen?

PTB: Uh, weißt du, eigentlich war es ziemlich entspannend. Damals wusste ich nicht wirklich wer diese Leute waren. Damals war der Start von allem. Es war bevor Poker im Fernsehen kam und Jungs wie Phil, Howard und Layne kannte ich zwar, wusste aber nicht wie Groß sie waren. Ich spielte sogar ein Jahr zuvor heads-up gegen Phil bei einem Turnier in Atlantic City.

pt.o: Wie lief es?

PTB: Er wurde Erster und ich Zweiter.

pt.o: Gibt es einen Spieler gegen bei dem du dich fürchtest gegen ihn spielen zu müssen?

PTB: Ich habe schon gegen jeden gespielt und wenn es jemanden gibt der mich immer wieder kriegt, dann ist es Phil [Ivey]. Er hat mich bereits aus drei großen Turnieren rausgeschmissen. Es nicht so, dass ich mich vor ihm fürchte, aber irgendwie kriegt er mich jedes Mal dran.

pt.o: Was würdest du sagen hat dir dabei geholfen ein weltklasse Pokerspieler zu werden?

PTB: Einfach zu spielen. Das Online-Poker Phänomen hat mir viel geholfen. Ich habe dadurch einen Trip zur World Series of Poker 2002 gewonnen. Ich wollte viele Turnierpoker üben und habe deshalb begonnen online zu spielen um zu üben. Ich sagte mir: " Ich spiele jeden Abend ein Pokerturnier". Das war zwar nicht sehr viel, aber es brachte mir genügend Erfahrung um keine großartigen Fehler im Main Event der WSOP zu begehen. Ich hatte genügend Glück gehabt um den vierzigsten Platz zu belegen und etwas Geld zu gewinnen. Seit dem habe ich immer mehr und mehr Online-Poker gespielt.

pt.o: Könnte man also sagen, das Online-Poker der größte instrumentale Einflussfaktor war um ein großartiger Spieler zu werden?

PTB: Ich erzähle immer wieder Leuten, dass ich "unbewusst kompetent" geworden bin. Viele Leute sind kompetent, müssen aber darüber nachdenken was sie tun müssen. Wenn man unbewusst kompetent wird, dann muss man nicht mehr nachdenken. Man sieht jede Situation. Du weißt was los ist. Ich spiele zwischen 1800 und 2000 Online-Turniere pro Jahr. Wenn man so viel spielt, dann muss man nicht mehr über Situationen nachdenken, weil man sie schon so oft erlebt hat. Und das nenne ich "unbewusste Kompetenz". Online-Poker ermöglicht es einem durchschnittlichen Spieler jahrelange Erfahrung in ein paar Monaten zu sammeln.

pt.o: Spielst du SNG Turnier oder Cash Games?

PTB: Ich spielte mal SNGs. Ich war gut, aber ich spiele jetzt keine mehr. Ich spielte auch niemals richtig Live oder Cash Games. Heutzutage spiele ich ausschließlich Multi-table Turniere. Die Leute fragten mich immer wieder "warum"? Ich sage ihnen dann, dass ich genügend Geld mit Turnieren verdiene, so dass ich keinen Grund sehe Cash Games zu spielen. Turniere sind besser, denn man muss nicht große, unerwartete Schwankungen durchmachen. Ich kenne den maximalen Betrag den ich verlieren werde wenn ich ein Turnier spiele und es ist gut dieses mentale Sicherheitsnetz zu haben.

pt.o: Wenn nicht du der beste online Multi-table Turnierspieler bist, wer ist es dann?

PTB: Man kann nichts gegen JohnnyBax [Cliff Josephy] sagen. Als ich das erste Mal von Ihm hörte fragte ich mich "Wer ist der Kerl". Ich wusste, dass er neu war und ich spiele bereits seit ein paar Jahren. Ich war einer der Top 5 Spieler des PokerStars' Tournament Leader Board seit drei oder vier Jahren hintereinander. Auf einmal kam aus dem Nichts JohnnyBax. Und nach dem ich ihm einmal bei Spielen zu schaute verstand ich wieso er verdiente als der beste Online-Turnierspieler der Welt bezeichnet zu werden.

pt.o: Was denkst du unterscheidet Ihn von allen anderen?

PTB: Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht ob er zurzeit einfach nur mehr Glück hat als alle anderen. Ich weiß es nicht. Man muss etwas Glück haben um diese Turniere zu gewinnen und vielleicht hat er all sein Glück in zwei Jahren zusammengefasst, aber was auch immer es ist, er macht es richtig.

pt.o: Wirst du in der Öffentlichkeit, außerhalb der Pokerwelt, aufgrund deiner TV-Auftritte erkannt.

PTB: Ja, ich werde sogar sehr oft erkannt. Manchmal wollen die Leute ein Autogramm und manchmal wollen sie einfach nur mit einem reden

pt.o: Stört es dich so anerkannt zu werden? Oder ist es auch ein bisschen schmeichelhaft?

PTB: Es stört mich überhaupt nicht. Es ist ein bisschen schmeichelhaft. Weißt du wann es schmeichelhaft ist? Wenn du jemanden mit dir dabei hast. Zum Beispiel dein Sohn oder deine Frau, denn dann fühlst du dich wirklich Groß. Es ist wie "Leute kennen mich", weißt du?

pt.o: Welches ist dein Lieblings-Casino?

PTB: Ich spiele gerne im Taj [in Atlantic City]. Es ist in der nähe meines Wohnorts und ich kann meine Familie mitnehmen, denn die mögen es auch dort. Es gibt den Ozean und die Strandpromenade. So kann meine Familie auch Spaß haben wenn sie mitkommen. Wenn ich ihnen sage, dass ich in das Foxwoods [in der Mitte von Connecticut] fahre, dann wollen sie nicht mitkommen. Mein Lieblings-Casino in Las Vegas ist wahrscheinlich das Bellagio, einfach weil sie die besten Turniere haben. Da ich aber sparsam bin, übernachte ich meistens in einem anderen Hotel. Meistens gehen ich in das Mirage wenn ich nach Las Vegas gehe.

pt.o: Hast du ein paar allgemeine Turnier-Tipps die du mit unseren Lesern teilen kannst?

PTB: Ein allgemeiner Fehler von Anfängern ist, dass man sie nicht aus einer Hand raus bluffen kann. Heutzutage geht jeder alles mit. Ich denke, dass wenn man nicht 25% der Zeit wenn man das beste Blatt hält, heraus geblufft werden kann, dann wird man niemals ein großartiger Turnierspieler werden. Die Leute haben im Fernsehen gesehen, wie Phil Ivey mich aus einem Pott geblufft hat, obwohl ich ihn dominiert hatte, und fragen mich: "Wie konntest du das Blatt wegwerfen"? Ich sage ihnen dann, dass wenn ich jedes Mal in so einer Situation mitgehen würde, ich es nie zum Endtisch schaffen würde. Ja, dieses Mal hatte ich die gewinnende Hand weg geworfen, aber wenn ich es nicht schaffe in solch einer Situation das beste Blatt weg zu werfen, dann werde ich es nie an den Endtisch schaffen.

pt.o: Magst du lieber eine große oder kleine Anzahl an Turnierteilnehmern?

PTB: Früher liebte ich es, wenn vor ein paar Jahren nur 100 Spieler an einem Turnier teilnahmen. Es erschien mir wie eine gute Teilnehmerzahl. Mit einer solch kleinen Teilnehmerzahl musste man nicht so vielen Bad Beats aus dem Wege gehen um das Turnier zu gewinnen. Auf alle Fälle bevorzuge ich Turniere mit kleinern Teilnehmerzahlen.

pt.o: Wie kamst du zu dem Spitznamen "The Beat"?

PTB: Zu diesem Spitznamen kam ich vor ein paar Jahren. Ich spielte in einem Casino Poker und ein Spieler hatte ein paar schlimme Bad Beats gegen mich. Einer meine Freunde sagt dann "yup, that's Pete the Beat" und seit dem blieb dieser Spitzname irgendwie an mir hängen. Als dann die ganzen Online-Pokerseiten aufkamen, entschied ich mich dazu "TheBeat" als meinen Spitznamen oder Online-Nicknamen zu verwenden. Das war gut, denn es half mir dabei an Popularität zu gewinnen. Er gefällt mir. Er hat etwas von Poker

pt.o: Noch ein paar abschließende Worte der Weisheit von Pete the Beat?

PTB: Spielt weiter. Übt viel. Und nochmals, wenn ihr nicht 25% der Zeit, wenn ihr das beste Blatt habt, euch nicht von eurer Hand trennen könnt, dann werdet ihr kein langfristiger erfolgreicher Pokerturnierspieler werden.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org


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