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Mit einem PokerTips.org T-Shirt am Leib ausgerüstet, machte ich mich auf den Weg zum Pokerraum im Venetian Hotel & Casino, mit dem Ziel 24 Stunden Poker zu spielen. Um 18:37 Uhr setzte ich mich an den Pokertisch, um $1-$2 No-Limit Hold'em zu spielen. Ich fühlte mich bereits erschöpft und ermüdet, wenn ich allein an mein Vorhaben dachte. Ich kaufte mich am Tisch für das maximale Buy-in von $200 ein. Mir viel sofort auf, dass die Standarderhöhung am Tisch $10 bis $15 betrug und nicht wie in online Pokerräumen $5-$8.
Um mich bei Laune zu halten während ich einige Zeit lang nur am folden war, begann ich mich mit den Dealern zu unterhalten. Ein Typ namens Jack hatte ein paar lustige Kommentare zu den Bedienungen auf Lager. Zusammengefasst war er der Meinung, dass alle Bedienungen nur hinter dem Geld her wären und keine Seele hätten. Natürlich war das etwas überspitzt, jedoch waren seine Kommentare unterhaltsam. Nach einer Stunde bekam ich dann einen Lauf mit 66, 77, 88 und 99. Mein Chipstapel war bei $240 und ich fühlte mich gut.
Um ca. 20:00 Uhr machte ich ein $75 Gebot auf dem River, um einen ziemlich großen Pott zu klauen. Mein Gegner foldete sein Blatt und ich konnte meinen Chipstapel auf $395 erhöhen. Mein Selbstbewusstsein erhöhte sich weiterhin, als ich nur $20, mit T9 auf der Hand und TT7 in der Mitte, gegen einen sehr tighten Spieler verlor. Er versuchte mich mit KT zu kriegen. Mein erster großer Verlust kam, als ich 57 auf der Hand hielt, in der Mitte Q75 lag, ich alles setzte was ich hatte und der Turn meiner Gegnerin eine Zehn, und somit ein höheres Doppelpaar, mit QT auf der Hand, brachte.
Die Spieler an meinem Tisch waren alle ziemlich freundlich. Viele von Ihnen schienen aus New York zu kommen. Ich fragte dann schließlich, ob ich der einzige am Tisch sei, der nicht aus New York komme. Nur der Dealer trat mir zur Seite und meinte und er stamme ursprünglich aus Iowa. Ich setzte $10 mit JT auf der Hand und JJ7 in der Mitte. Der tighte Spieler den ich bereits erwähnt erhöhte auf $30. Ich foldete sofort meine Hand und zeigte sie ihm. Ich fühlte mich wie ein Gott, als er sagte "guter Fold" und mir QJ zeigte.
Die ganze Zeit während ich spielte, hatte ich mein Notebook bei mir, um mir ein paar Notizen während den Spielen zu machen. Das Notebook schien das Interesse meiner Gegner zu wecken. Den ganzen Abend über fragten mich die Spieler für was ich das Notebook bei mir habe. Als ich ihnen erzählte, dass ich einen Artikel über meine 24 Stunden Poker Session schreibe, meinte jeder "ooooh, du musst mich unbedingt in deinem Artikel erwähnen".
Um 21:37 Uhr stand ich zum ersten Mal von meinem Stuhl auf, um mich zu strecken und zu stretchen. Zu dem Zeitpunkt ging es mir noch ziemlich gut und ich zweifelte nicht daran, dass ich mein Ziel, 24 Poker zu spielen, nicht erreichen könnte. Mein Chipstapel war mittlerweile bei $440 angelangt, als ich einen großartigen Call machte. Ich hatte TT auf der Hand und nach der River Karte lag T9764 in der Mitte. Mein Gegner versuchte mit einem $100 Gebot eine 8 zu repräsentieren. Als ich Ihnen callte und so seinen Bluff aufdeckte, fühlte ich mich ziemlich gut.
Zu Beginn der Nacht spielte ich ziemlich locker-aggressiv und interessierte mich für die Poker-Action am Tisch. Gegen 23:00 Uhr bekam ich dann schlechte Karten und wurde hungrig. Mit $300 an Chips, entschied ich mich dazu einen überteuerten Chicken Cesar Salat zu bestellen. Ich dachte mir es würde lustig sein Essen an den Pokertisch geliefert zu bekommen. Eine Frau, die darauf bestand, dass ich sie in diesem Artikel als "Pokergöttin" erwähne, meinte, dass mein Salat unglaublich gut riechen würde. Er war zwar okay, aber auf keinen Fall $20 wert.
Die von Euch, die bisher noch nicht viel live Poker gespielt haben, werden bemerken, dass die meisten Leute an den live Pokertischen ziemlich freundlich sind. Die meisten Leute, die mit mir an einem Tisch saßen, haben sich immer gerne unterhalten. Wenn ich dann manchmal einen großen Pott gegen Sie gewann, bekam ich ein schlechtes Gewissen, was gegen die Natur des Spiels ist - ich weiß!
Gegen Mitternacht ging es dann Berg ab. Ich musste mich für $80 wieder einkaufen um meinen Chipstapel auf $200 aufzufüllen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits $380 an Chips gekauft und langsam ging mir das Geld aus. Um sicher zu gehen, dass ich es durch die Nacht schaffen würde, rief ich TwoGun an, um mir Geld von Ihm zu leihen. Ich wollte sicher gehen, dass ich noch ein paar Rebuys machen könnte, falls es nötig wäre.
Meinen ersten großen Pott der 24 Stunden Session gewann ich um 00:30 Uhr. Mit einem $300 Chipstapel erhöhte ich um $13 preflop mit JJ auf der Hand. Ein aggressiver und stark angetrunkener Spieler in der Position des Dealers, erhöhte mein Raise auf $35. Er konnte alles Mögliche auf der Hand haben und ich wollte nicht riskieren mein ganzes Geld preflop in den Pott zu setzen, weshalb ich nur callte. Der Flop brachte AKJ. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich all mein Geld verlieren würde, wenn er KK oder AA auf der Hand haben würde. Ich checkte und er setzte sofort $35. Da er so schnell reagierte, ging ich davon aus, dass er nicht Asse oder Könige auf der Hand hat, weshalb ich mich dazu entschied All-in zu gehen. Er callte sofort mein All-in und zeigte sein Blatt: A3. Ich konnte so meinen Chipstapel auf $587 erhöhen - ein super Gefühl.
Gegen 1:00 Uhr morgens begann ich dann Grünen Tee zu trinken, um wach zu bleiben und fit zu werden. Vielleicht war es nur ein Placebo-Effekt, aber der Tee schien seine Wirkung zu tun. Ich wollt kein Red Bull trinken, da es mich oft nervös macht, wenn ich müde bin. Der Grüne Tee half mir mich wieder zu konzentrieren, was genau das war, was ich brauchte um weiter die Nacht durch Poker spielen zu können.
Um 2:12 Uhr kam mein Freund Dave vorbei, der auch im Venetian spielte, um nach mir zu schauen. Ich erzählte ihm, dass ich sehr müde sei und eigentlich ins Bett wolle. Um mich aber wach zu halten begann ich mit einem coolen Typen namens Joe zu reden, der neben mir saß. Ich fand heraus, dass er aus Austin, Texas kam. In der Zwischenzeit konnte ich ein paar Potts klauen und langsam meinen Chipstapel erhöhen.
Gegen 2:30 Uhr bekam ich dann endlich wieder ein paar gute Karten. Ein sehr cooler (und besoffener) Typ namens Daniel setzte sich neben mich. Er war Mitte 30 und kam aus Kanada. Er war nicht nur sehr freundlich, sondern auch ein sehr schlechter Pokerspieler der gerne sein Geld verschenkte. Nach dem er ein paar Hundert Dollar an mich verlor, hatte ich ein großes Spiel gegen ihn. Ich hatte T7 auf der Hand und der Flop zeigte 775. Für mich ging es dann nur noch darum wie ich ihm am meisten Geld abnehmen kann. Nach der Turn Karte hatten wir beide all unser Geld in den Pott geschmissen und zeigten uns unsere Karten. Er zeigte mir zu meinem entsetzen zwei Fünfer. Ich sah mein Geld schon als verloren an, bis der River mir dann ein Vierling brachte. Mein Chipstapel war jetzt bei $565 angelangt und ich war wieder fit.
Kanada Dan verschenkte sein Geld weiterhin. Um 6:37 Uhr wurde ich dann richtig müde, war aber mit meinem $655 Chipstapel sehr zufrieden. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich ziemlich viele junge und gute Spieler im Venetian, die alle ihre Stunden abspielten, um an einem großen Freeroll Turnier teilnehmen zu können. Die meisten spielten sehr gut und ich musste mir eingestehen, dass ich bei weitem nicht der beste Pokerspieler am Tisch war.
Um 7:33 Uhr machte ich mir folgende Notiz: Ich will sterben. Trotz meines Zustandes spielte ich gut Poker. Gegen einen jungen Spieler, der offensichtlich sehr gut war, spielte ich meisterlich AQ und konnte mein Chipstapel auf $760 erhöhen. Dieser Typ setzte sich mit $200 an den Tisch und schaffte es innerhalb von drei Stunden seinen Chipstapel auf $1.100 zu erhöhen. Ich fühlte mich gut als ich gegen ihn gewann und seinen Chipstapel schmälern konnte.
Einer der jüngeren Spieler am Tisch meinte dann zu mir, dass er noch keine Reaktion oder Bewegung in meinem Gesicht gesehen habe. Ich sagte Ihm, dass das nicht mein Pokergesicht sondern mein "Ich-bin-zu-müde-um-einen-Gesichtsausdruck-zu-machen"-Gesicht sei. Der Tisch lachte und einer der Spieler, der schon die ganze Nacht an meinem Tisch saß, meinte zu meiner Verteidigung, dass ich etwas früher sehr viel lebhafter war.
Um 8:27 Uhr verließ der letzte Spieler, der von Anfang an bei mir am Tisch saß, auch den Tisch. Mein Tisch bestand nur noch aus Spielern, die die Nacht über gezockt hatten und jetzt ihre Verluste wieder zurück gewinnen wollten.
Gegen 9:30 Uhr begann ich dann ständig einzuschlafen. Als der Dealer mich jedes Mal aufwecken musste, um mich darauf hin zuweisen, das ich an der Reihe sei, wurde mir langsam klar, dass ich keine weitere 9 Stunden wachen bleiben könnte. Ich saß da mit meinem PokerTips.org T-Shirt und musste jedes Mal aufgeweckt werden, wenn ich an der Reihe war. Gegen 10:00 Uhr morgens stand ich dann auf, sammelte meine Chips ein und machte mich auf in mein Bett. Ich stand mit $710 vom Tisch auf und hatte $330 gewonnen. Als ich ins Hotelzimmer kam war TwoGun gerade dabei aufzuwachen. Er sagte "Oh, oh - das kann nichts gutes bedeuten, wenn du jetzt schon hier bist". Ich sagte ihm "Keine Angst, ich habe Geld gewonnen, aber ich konnte einfach keine weitere Sekunde mehr Poker spielen".
Ich respektiere alle Spieler, die solche Marathon Poker Sessions spielen. Dass ich bereits nach 16 Stunden aufgeben musste, zeigte mir, dass ich ein schwacher, schwacher Mann bin.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org


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