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Gedanken zum WSOP Main Event

THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-08-06, von TwoGun

Das diesjährige Main Event der World Series of Poker (WSOP) hatte 8.773 Teilnehmer gehabt, was zu einem Preisgeld von insgesamt über $80 Millionen führte - das größte Preisgeld in der Geschichte des Sports. Spieler aus der ganzen Welt kamen nach Las Vegas ins Rio Hotel & Casino, um dort um den WSOP Titel und $12 Millionen Preisgeld für den ersten Platz zu spielen. Der Gewinner des Turniers wird sofort ein Star sein und Harrah's, das Unternehmen welches die WSOP besitzt, wird sich über die Publizität, welche die WSOP kreiert, freuen und daran verdienen.

Aus der Perspektive eines professionellen Pokerspielers, hat die WSOP einen guten Wert. Der größte Anteil der Spieler qualifiziert sich für die WSOP durch Satelliten-Turniere. Viele der Internetqualifizierer sind gute Pokerspieler, aber sie sind immer noch nicht von dem Kaliber, wie es der typische Teilnehmer eines $10.000 Buy-in Turnier es ist. Das Main Event der WSOP zieht auch viele Wale an, welche einfach nur an dem größten Pokerturnier des Jahres teilnehmen wollen.

Während das Main Event der WSOP zwar einmalig im Hinblick auf die Größe des Turniers und des Preisgeldes ist, mache ich mir doch Sorgen darum, wie die WSOP zurzeit gemanagt wird. Harrah's hat schon einen guten Job in Hinblick auf den Ablauf des Turniers gemacht. Zum Beispiel waren die Toilettenpausen besser strukturiert und es gab auch Restaurants in der nähe des Amazon Rooms (wo das Poker spielen stattfindet). Trotz den Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr, war ich nach dem ich im Main Event gespielt habe, vom dem Ablauf des Turniers und wie es gemanagt wurde enttäuscht.

Als erstes muss Harrah's das Main Event des WSOP kürzen. Mittlerweile dauert das gesamte Turnier zwei Wochen, wo von die ersten "zwei Tage" alleine eine Woche dauern. Das kann so nicht weiter gehen. Maximal sollte es zwei "erste Tage" geben. Harrah's sollte, um das Platzproblem zu lösen, noch ein weiteres Kongresszentrum zum Amazon Room dazu buchen. Dies wäre zwar ein zusätzliches Unterfangen für Harrah's, aber ein notwendiger Schritt, um die Popularität der WSOP zu erhalten. Mann kann nicht erwarten, dass die Teilnehmer zwei Wochen Urlaub nehmen, um an einem Pokerturnier teilzunehmen. Da jetzt auch mehr und mehr Spieler aus Europa kommen, ist es wichtig, dass man das Turnier kurz und effizient hält.

Weiterhin hat Harrah's die WSOP Teilnehmer geringschätzig behandelt, als sie einen weiteren Kongress gleich neben dem Amazon Room haben stattfinden lassen. Während der ersten beiden Tage, war es den Pokerspielern verboten die Gänge zu benutzen welche direkt zum Amazon Room führten. Die Spieler wurden also gezwungen durch einen Hintereingang den Amazon Room zu betreten. Dies führte zum allgemeinen Unverständnis der Teilnehmer und war einfach nur umständlich und ärgerlich. Dies war eine Beleidigung für die Spieler, die angeblich an dem angesehensten Pokerturnier der Welt teilnahmen.

Harrah's Richtlinien bezüglich der Werbung während des Main Events waren im besten Fall komisch und im schlimmsten Fall einfach nur idiotisch. Zu sagen, dass die Online-Pokerräume einen großen Einfluss auf die WSOP haben, wäre untertrieben. Im Amazon Room ist Party Poker Werbung auf jedem Pokertisch gedruckt und hängt auch überall von der Decke des Amazon Rooms. Draußen vor dem Amazon Room hat jeder nur denkbarer Online-Pokerraum der Welt seinen Stand aufgebaut.

Seit dem sich Harrah's von Online-Glückspielen distanzieren will, zwingen sie die Online-Pokerräume dazu ihre .net-Adresse (dort wird nur Poker um Spielgeld angeboten) oder einfach nur den Namen ohne Internetadresse zu promoten. Zum Beispiel darf es jetzt nur noch Full Tilt Poker oder FullTiltPoker.net heißen, aber nicht mehr FullTiltPoker.com. Das ganze ist einfach nur ein Witz, da jeder weiß, dass man bei den .com-Adressen die Echtgeldspiele der Online-Pokerräume findet.

Der wahre Idiotismus kam erst zum Vorschein, als Harrah's den Spielern verbot .com-Kleidung und ähnliches während des Main Events zu tragen. Es ist eine Sache, wenn man den Spielern verbietet Kleidung mit Logos am Finaltisch zu tragen, um zu verhindern, dass das Ganze zu einem Werbezirkus wird. Aber dem Durchschnitts-Joe zu sagen, dass er ein PartyPoker.net-Shirt tragen darf, aber ein PartyPoker.com-Shirt nicht, ist lächerlich. Viele der Spieler mussten das .com auf ihren Shirts abkleben oder sogar die Kleidung umkehren, damit man das .com nicht mehr sieht. Glücklicher Weise musste ich das nicht tun, da ich ein PokerTips.org T-Shirt an hatte und wir keine .com-Internetadresse haben.

Es ist schwer Harrah's als Unternehmen bzw. das Turnier-Management ernst zu nehmen, wenn sie solche Richtlinien festlegen und auch durchsetzen. Die WSOP ist ein Werbezirkus für die Online-Pokerräume. Das ist auch nicht weiter tragisch, da die meisten Teilnehmer sich sowieso durch einen der vielen Online-Pokerräume für die WSOP qualifiziert haben. Man kann auch Harrah's Richtlinien bezüglich der Werbung für .com-Internetadressen von Online-Pokerräumen verstehen, da es jetzt wohl die Norm in den US-Massenmedien zu sein scheint. Aber die Spieler dazu zu zwingen das .com auf ihrer Kleidung abzukleben ist zu viel. Niemand wird vom Hocker fallen, wenn er herausfindet dass man im Internet um Echtgeld Poker spielen kann. Ich denke, dass wir das alle schon wussten bevor wir Durchschnitts-Joe mit seinem PartyPoker.com-Shirt im Fernsehen sahen.

Die WSOP hat sich von einem Turnier für die Pokerelite zu einem Turnier für die Massen entwickelt. Das ist alles schön und gut, da es auch viele Vorteile hat. Aber das Ganze geht zu weit, wenn die Turnierorganisatoren die Spieler wie auswechselbare Schafe behandeln. Das Gefühl, dass man zurzeit bei der WSOP bekommt, ist das, dass es nur darum geht den Profit von Harrah's zu maximieren und das auf Kosten der Spieler. Egal ob es daran liegt, dass die Spieler ihre Kleidung abkleben müssen oder weil sie sich zwei Wochen Urlaub nehmen müssen, um an dem Turnier teilzunehmen, auf jeden Fall verlassen die Spieler die WSOP ohne sich gewürdigt gefühlt zu haben.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org


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