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THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-08-20, von TwoGun
Der High-stakes Cash Game Spieler Amit Sharma ist nicht jemand der zusammenzuckt, wenn er $1000 setzt. Sein aggressiver Stil, kombiniert mit den hohen Summen an Geld, um die er spielt, hat sehr hohe Schwankungen zur Folge. Der talentierte Pokerspieler Sharma wird diese Woche ein paar High-stakes Poker Geheimnisse mit uns teilen und preisgeben, wie man in diesen Limits erfolgreich bestehen kann.PokerTips.org: Wann hast Du mit dem Pokerspielen begonnen?
Amit Sharma: Ich spiele jetzt seit fast zwei Jahren Poker. Ich habe den Film Rounders gesehen und dann auf ESPN gesehen, wie Chris Moneymaker alles gewonnen hatte. Er verwandelte seine $40 Turnier Buy-in in $2,7 Millionen und das hat mich fasziniert. Ich begann dann öfters nach Atlantic City ins Taj Mahal zu fahren, wo ich dann bald ein regelmäßiger Gast wurde. Online-Poker folgte dann kurz danach.
pt.o: Was für einen Spitznamen benutzt Du online und wieso gerade den?
Sharma: Mein favorisierter Pokerraum ist Full Tilt Poker und dort findet man mich unter dem Namen StillLearning. Wieso ich diesen Namen gewählt habe? Hmmm...
pt.o: Welche Pokerspiele spielst Du meistens online und offline?
Sharma: Online spiele ich meistens $10-$20 No-Limit. Wenn ich einen schlechten Lauf habe oder gerade keine anderen Limits zur Verfügung stehen, dann spiele ich auch $5-$10. Wenn es gut läuft, dann spiele ich auch mal $25-$50 NL oder sogar $50-$100 NL. $50-$100NL online zu spielen ist verrückt, denn man kann $30.000 Schwankungen in weniger als einer Stunde haben. Ich habe in diesem Limit einen $22.000 Pott gegen John Juanda gewonnen und im gleichen Limit einen $21.000 Pott gegen Phil Ivey verloren. Live spiele ich nicht höher als $10-$20, da die meisten sowieso mit $5.000 an $10-$20 NL Tischen sitzen. Sogar an $5-$10 Tischen sind $2.000 ein bescheidenes Buy-in für NL Spiele. Ich spiele online in höheren Limits als in live Games, da es dort ein maximales Buy-in gibt. Ich bin nicht all zu gut in Fixed-Limit Games, aber ich habe online bereits $150-$300 Limit gespielt. Auch hier sind $10.000 Schwankungen innerhalb von 20 Minuten nichts Besonderes. Ich habe aber aufgehört Limit zu spielen, da es mir nicht wirklich liegt.
pt.o: Spielst Du lieber online oder live und warum?
Sharma: Es ist wirklich schwer diese Frage zu beantworten, weshalb ich lieber ausweiche und die Vorzüge beider Varianten nenne. Online kann man locker vier bis sechs Tische gleichzeitig spielen und die Geschwindigkeit der Spiele ist unglaublich. Man sieht zehnmal mehr Hände online als offline und spielt auch viel schneller. Live macht es Spaß das Ambiente eines High-Stakes Pokertisches zu genießen. Es macht auch irgendwie Spaß den psychologischen Effekt des Gewinnens oder Verlierens zu erleben. Ich weiß, dass sich das jetzt kitschig anhören wird, aber ich fühle mich wie ein "High Roller", wenn ich die Hundertdollarscheine zähle, welche ich in den Pott schmeißen werde, während ich importiertes Fiji Wasser trinke.
pt.o: Welches sind die häufigsten Fehler der Spieler in den Spielen die Du spielst?
Sharma: Da fallen mir gleich mehrere ein. Viele Leute achten nicht auf das, was am Tisch passiert, wenn sie nicht in das Spiel involviert sind. Viele Leute spielen in zu hohen Cash Games, die sie zurzeit noch nicht spielen können oder sollten. Viele spielen ängstlich und achten nur auf die Höhe des Gebots anstatt das Gebot im Verhältnis zum Pott zu betrachten. Das sind ein paar Fehler die mir einfallen und ich habe sie alle gemacht.
pt.o: Wie schlägst Du Kapital aus den Fehlern der anderen?
Sharma: Ich versuche die schwachen, konservativen Spieler zu bestrafen, in dem ich hunderte von Dollars jede Hand setze, unabhängig davon welches Blatt ich habe. Irgendwann beginnen sie zu frustrieren und lockerer zu spielen. Was ihnen fehlt, ist die Erfahrung, dass die meisten aggressiven Spieler richtig starke Blätter auf der Hand halten, wenn es um die großen Potts geht.
pt.o: Wie viel verdienst Du pro Stunde bei diesen Spielen?
Sharma: Dies Frage ist für einen konservativen Spieler leichter zu beantworten. Ich habe einen lockeren, aggressiven Stil und tendiere deshalb dazu größere Schwankungen zu haben. Wenn ich zuhause an meinem Computer sitze, dann kann es jeden Tag passieren, dass ich mehr als $10.000 gewinne oder verliere. Wenn es langsam voran geht, dann gewinn oder verlier ich $2.000 in einer Stunde. Ich spiele jetzt seit über zwei Jahren Poker und habe bereits ein paar hunderttausend Dollar gewonnen.
pt.o: Wie viel Geld verdienst Du durchschnittlich mit Online-Poker?
Sharma: Ich bin oftmals ein verrückter Gambler am Pokertisch. Dieses Image hilft mir dabei Action zu bekommen, wenn ich ein starkes Blatt habe. Ich habe aber auch Monate in denen ich verliere. 2006 gewann ich im Januar $51.000, verlor $30.000 im Februar, gewann $82.000 im März (mein bester Monat, in welchem ich auch meinen besten Tag, mit $36.000 Gewinn, hatte), verlor $40.000 im April und $4.000 im Mai, gewann $47.000 im Juni, $15.000 im Juli und zurzeit bin ich $25.000 im Plus (dank der Touristen im Caesar's Palace, die mir zwei Mal dabei geholfen haben $10.000 pro Tag in einem $5-$10 NL Spiel zu gewinnen). Meine zwei größten Potts waren ein $22.000 gegen John Juanda, den ich gewonnen habe, und einen $21.000 Pott mit Phil Ivey, den ich leider verlor. Es ist so, wie es bereits Doyle Brunson sagte: "you have to give action to get action". Und irgendwie freu ich mich für die Glücksspieler die Geld von mir gewinnen, anstatt mich darüber aufzuregen...es hilft mir dabei mich zu fokussieren.
pt.o: Was ist Poker für Dich? Ein Beruf, eine Nebentätigkeit oder ein Hobby?
Sharma: Ich liebe es Poker zu spielen. Ich habe Pokern nie als Beruf oder Nebentätigkeit betrachtet. Hobby ist ein zu schwaches Wort, um das Gefühl zu beschreiben, welches mir Poker gibt. Wenn mir ein Doktor sagen würde, dass ich nur noch 24 Stunden zu leben hätte, dann würde ich all mein Geld zusammentragen und ins Bellagio gehen, um in dem höchsten No-Limit Spiel zu spielen das ich finden kann. Die meisten Gambler können den Wert des Geldes nicht richtig schätzen. Wenn es gut läuft, dann kaufe ich mir gerne eine teure Uhr und einen schicken Anzug. Wenn es schlecht läuft, dann esse ich bei McDonalds. Aber das sind alles psychologische Tricks. Irgendwann werde ich auch wieder einen richtigen beruf haben, aber zurzeit genieße ich einfach mein Leben so wie es ist.
pt.o: Wie oft siehst Du Leute, die in zu hohen Limits oder gegen zu schwere Gegner spielen?
Sharma: Ich sehe das fast täglich. Aber ich denke, dass jeder ab und zu mal versuchen sollte in einem höheren Limit zu spielen. Es ist schließlich Poker und da möchte jeder ab und zu mal sein Glück versuchen. Ich habe Leute gesehen, die mit $200 oder $400 an den Tisch kommen, um gegen meine $2.000 oder $3.000 zu spielen, dann alles gewinnen und sofort zum Cashier rennen. Sie haben in ein oder zwei All-in Situationen mit ihren Draws Glück gehabt und rennen sofort weg. Es ist okay, wenn man ab und zu mal in einem höheren Limit spielt und sein Glück versucht - ich mache das auch. Wenn man aber ein oder zwei Buy-ins verliert, dann sollte man realisieren, dass man wieder in einem niedrigeren Limit spielen muss. Ich habe Leute gesehen, die ihre komplette Bankroll verloren haben, weil sie nicht einsehen konnten oder wollten, dass das Limit zu schwer für sie war.
pt.o: Interessierst Du Dich für Turnierspiele? Warum oder warum nicht?
Sharma: Meiner Meinung nach sind Cash Game Spieler bessere Pokerspieler als die Turnierspieler, die einfach nur mal "Glück" haben. Die meisten Turnierchampions würden all ihr Geld verlieren wenn sie gegen Barry Greenstein oder Phil Ivey regelmäßig spielen würden. Ich mag die großen Turniere, weil es dort viel Geld zu gewinnen gibt. Ich bin der Überzeugung, dass man für Cash Games mehr Können benötigt als für Turniere, weswegen ich Cash Games bevorzuge.
pt.o: Was für Tipps kannst du durchschnittlich-guten Spielern geben, die ihr Spiel verbessern wollen?
Sharma: Ich denke, dass die meisten durchschnittlich-guten Spieler die Mathematik und Statistik, die man zur logischen Entscheidungstreffung benötigt, beherrschen. Die meisten verfehlen es aber ihr Spiel auf der Meta-Ebene weiter zu entwickeln. Was das heißt ist, dass die meisten Spieler Angst davor haben Risiken einzugehen, die über die Mathematik hinausgehen. Viele verstehen nicht, dass man dadurch, dass man verliert oder öfters mal mitgeht, eine Tisch-Image aufbaut, mit dem man langfristig mehr Geld verdient. Ich haue jedes Spiel hunderte von Dollars raus, nur um das Image eines "schlechten" Spielers aufzubauen. So werde ich von meinen Gegnern, wenn es um große Potts geht, gecalled. Denn sie wissen nie, ob ich nicht doch wieder verrückt spiele. Was weiterhin helfen kann das eigene Spiel zu verbessern, ist Bücher zu lesen von Leuten wie Brunson. Denn das Rad muss nicht neu erfunden werden.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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