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Andere sprachen:


Zwei Wochen Prohibition

THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-10-29, von TwoGun

Es sind jetzt zwei Wochen vergangen, seit dem Präsident Bush den Unlawful Internet Gambling Prohibition Act (UIGEA) unterschrieben hat und somit Gesetz wurde. Die Durchbringung des Gesetzes hatte bisher und wird auch noch weiterhin einen enormen Einfluss auf die Online-Pokergemeinschaft haben. Das Gesetz hat schon seine erste Wirkung gezeigt, während sich die langfristigen Auswirkungen erst noch zeigen werden.

Wer Noch Am Markt Ist

Mittlerweile haben die meisten Pokerräume beschlossen, ob sie weiterhin ihre Dienste dem US-Markt zur Verfügung stellen werden oder nicht. Die meisten großen Pokerräume haben beschlossen, dass sie nicht mehr US-Spieler akzeptieren werden. Grund dafür war meistens, dass die großen Pokerräume und Softwarehersteller zu öffentlichen Unternehmen gehören, die am Aktienmarkt gehandelt werden. Diese Unternehmen können nicht das Risiko eingehen und sich illegal verhalten, weil sie den Aktionären gegenüber Verpflichtungen haben.

Das einzige Unternehmen, dessen Zukunft noch unsicher ist, ist Neteller. Dieser Geldtransferdienst hat zwar verkündet, dass sie sich dem UIGEA entsprechend Verhalten werden, aber sie warten noch darauf, dass das Treasury Department genauere Richtlinie für Banken und Finanzinstitute herausbringt.

Die Kritische Masse Bleibt

Als die Pokerräume ihre Dienste dem US-Markt entzogen, waren viele skeptisch wie liquide diese Pokerräume bleiben würden. Bei ein paar der großen Pokerräume machten die amerikanischen Pokerspieler bis zu 80% ihrer Spielerbasis aus. Viele erwarteten sogar, dass solche Pokerräume sich in Geisterstädte verwandeln würden.

Bisher scheint es so, als ob alle Online-Pokerräume ihre kritische Masse an Spielern halten können. Aus der Sicht eines Spielers kommt es nur darauf an, dass genügend Spiele in verschiedenen Limits angeboten werden. Natürlich ist es super, wenn man von dutzenden von Spielen in allen möglichen Limits und Varianten auswählen kann. Trotzdem ist es für einen Spieler nur wichtig, dass er ein Spiel in seinem gewünschten Limit findet, welches ihn zufrieden stellt. Ist das sichergestellt, so ist es nicht wichtig, ob er vier oder vierzig Spiele zur Auswahl hat.

Pokerräume, die früher US-Spieler akzeptiert haben, tendieren dazu jetzt eine ähnliche Größe zu haben und sind homogener denn je. Party Poker ist immer noch der größte Online-Pokerraum der Welt, obwohl dessen Größe nicht mehr so signifikant wie früher ist.

Promotion Enden

Während zwar die meisten Pokerräume immer noch groß genug sind, um verschiedene Spiele anzubieten, so sind viele nicht mehr in der Lage bestimmte Promotion fortzuführen. Für die meisten Promotion benötigt man eine kritische Masse an Spielern, damit sie sich auch für den Online-Pokerraum rentieren. Durch den Wegfall der US-Spieler ist dies oftmals nicht mehr gewährleistet. Zum Beispiel können manche Turnierpreisgelder nicht mehr garantiert werden. Party Poker musste zum Beispiel das Preisgeld seines Sonntagsturniers von $1.000.000 auf $200.000 reduzieren. Während zwar die Teilnehmerzahl und das garantierte Preisgeld sehr viel kleiner sind, so ist es doch von Vorteil für die Teilnehmer des Turniers. So musste zum Beispiel Party Poker letzten Sonntag $40.000 zum garantierten Preisgeld von $200.000 zusteuern.

Party Poker musste außerdem seine Monster Promotion, auf Grund der neuen US-Gesetzgebung, beenden. Spieler mit Monster Tickets können diese in bares Geld umwandeln lassen. Party Poker berechnete den Erwartungswert eines solchen Tickets und zahlt jetzt die Spieler, basierend auf ihren Rechnungen, aus.

Potentielle Konsolidierungen

Viele gehen davon aus, dass ein paar Pokerräume versuchen werden zu konsolidieren, um weiterhin die kritische Masse an Spielern zu gewährleisten. Ziel ist es durch die Konsolidierung Kosten zu senken, eine größere Spielerbasis zu haben und so attraktiver zu wirken.

In den vergangenen Jahren gab es bereits eine Menge von Konsolidierungen in der Online-Glücksspielindustrie. Bei den meisten Konsolidierungen handelte es sich um Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen innerhalb der Glücksspielindustrie. Zum Beispiel hatte der Online-Sportwettenanbieter Sportingbet keinen Online-Pokerraum und kaufte deswegen Paradise Poker auf.

Ich persönlich gehe davon aus, dass in der nächsten Zeit keine Konsolidierungen stattfinden werden. Erstens besteht kaum ein Bedarf an Konsolidierung zwischen Unternehmen aus verschieden Bereichen des Glücksspielsektors. Früher gab es viele Pokerräume die nichts mit Sportwetten und Online-Casinos zu tun hatten. Seit dem haben bereits viele Pokerräume ihr Angebot erweitert, indem sie sich mit anderen Unternehmen zusammengeschlossen haben oder ihren eigenen Sportwetten- bzw. Casinobereich eröffnet haben. Diese Form der Konsolidierung ist also eher unwahrscheinlich.

Zweitens sind die Synergieeffekte, welche Konsolidierungen kreieren sollen, überbewertet und oftmals werden die Nachteile ignoriert. Die meisten Pokerräume die jetzt keine US-Spieler mehr akzeptieren sind fast gleich groß. Selbst wenn sich jetzt zwei Pokerräume vereinen würden, wäre die Spielerbasis nicht so groß, dass es einen signifikanten Unterschied machen würde. Wenn zum Beispiel das IPoker Netzwerk (Titan Pokers Netzwerk) und Pacific Poker sich vereinen würden, dann würden sie zusammen gerade mal die Größe des Ongame Netzwerkes (PokerRooms Netzwerk) erreichen. Die beiden Pokerräume sind zwar halb so groß wie das Ongame Netzwerk, dennoch ist die Spielerfahrung oder der Spielspass bei allen drei Pokerräumen fast identisch. Für die Spieler bei Titan Poker und Pacific Poker hätte der Zusammenschluss also nicht wirklich einen Vorteil.

Weiterhin haben viele Spieler Konten bei mehreren Pokerräumen. Zum Beispiel hat John Q. ein Konto bei Titan Poker und Pacific Poker. Wenn Pacific sich jetzt dazu entscheidet Titan zu kaufen, dann muss Pacific auch für alle Titan Spieler bezahlen, inklusive John Q. Da John Q. bereits ein Konto bei Pacific Poker besitzt, würde Pacific zweimal für die Akquisition von John Q. bezahlen.

Anklagen Voraus?

Online-Pokerräume, die weiterhin Amerikaner bei sich spielen lassen, laufen Gefahr gegen den UIGEA zu verstoßen. Wenn das Treasury Department beschließt alle Geldtransfers zu solchen Seiten zu verhindern und Amerikaner nicht mehr in der Lage sein werden Geld einzuzahlen. Weiterhin müssen sich die Betreiber solcher Pokerräume darüber im Klaren sein, dass sie, sobald sie amerikanischen Boden betreten, verhaftet und strafrechtlich verfolgt werden können.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Online-Pokerräume einen Weg finden werden, um das Gesetz zu umgehen und ihren Spielern zu ermöglichen Geld einzuzahlen. Selbst wenn die Banken die meisten Einzahlungsmöglichkeiten blockieren werden, so werden die Online-Pokerräume doch immer wieder Wege finden, um ihren Spielern die Einzahlung zu ermöglichen. Das Ganze wird dann in einem ewigen Katz und Maus Spiel enden, welches die US-Zugewandten Pokerräume gewinnen werden, da es für sie um viel mehr geht als für das United States Department of Justice (DOJ). Aber selbst moderate Durchsetzungsmethoden reichen aus, um die Anzahl der US-Online-Pokerspieler signifikant zu reduzieren, da die meisten von ihnen sowieso davor Angst haben Geld auf ein Pokerkonto zu transferieren.

Es ist noch nicht klar, ob das DOJ plant solche zu verhaften, die versuchen das Gesetz zu umgehen bzw. dabei helfen das Gesetz zu umgehen. Online-Glücksspielseiten die immer noch Amerikaner akzeptieren befinden sich in einer Grauzone, da es noch nicht 100% klar ist, ob dies illegal oder legal ist. In dem UIGEA wird nicht genau definiert, was legal und was illegal ist.

Das DOJ wird vielleicht ein paar Betreiber von Online-Glücksspielseiten strafrechtlich verfolgen, welche US-Spieler akzeptieren, um ein Beispiel zu statuieren. Wen das DOJ als erstes strafrechtlich verfolgen wird hängt davon ab, gegen wen es am einfachsten gewinnen kann. Das DOJ wird das neue Gesetz austesten wollen und das nur gegen einen Online-Glücksspielanbieter, gegen den sie eine sehr gute Chance zu gewinnen haben. Sobald das DOJ ein paar erfolgreiche Verurteilungen verzeichnen kann, wird dies vielleicht viele Online-Glücksspielanbieter vom US-Markt fernhalten.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org


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