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Andere sprachen:
Interview Mit Roland Specht
THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-11-26, von BBBasti
Wenn man nach Hessen zum Pokern kommt, dann sollte man Acht geben nicht Roland Specht am Tisch zu haben. Seit fast zehn Jahren spielt er professionell Poker und dominiert die Tische an denen er spielt. Michael Keiner, Team Kapitän des Team Germany beim Poker Nation Cup, nennt ihn einfach nur "Mr. Cool".PokerTips.org: Wie kamst du zum Pokern und wie lange spielst du schon Poker?
Roland Specht: Durch einen guten Freund kam ich 1997 zum Pokern. Seit diesem Jahr spiele ich auch regelmäßig.
PokerTips.org: Wie lange spielst du schon professionell Poker?
Specht: Seit 1998 zwischen 250 und 300 Tage im Jahr.
PokerTips.org: Was ist Poker für dich? Ein Beruf, ein Nebenjob oder ein Hobby?
Specht: Mehr Beruf als Hobby.
PokerTips.org: Was hast du beruflich getan bevor du zum Pokern kamst?
Specht: Ich habe einige Jahre professionell oder semi-professionell Tischtennis in der Ersten und Zweiten Bundesliga gespielt. Zudem war ich freiberuflich in verschiedenen Bereichen tätig.
PokerTips.org: Was bevorzugst du: Online-Poker oder Live-Poker? Und Wieso?
Specht: Live-Poker, ganz klar. Weil nur beim Live-Pokern die ganze Bandbreite des Spiels zum Tragen kommt(Beobachten der Gegner und Analysieren der Selben durch Unterhaltung um gewisse Reaktionen - so genannte Tells - zu Provozieren.
PokerTips.org: Was sind deine bevorzugten Spiele (Spiel? Buy-ins? Limits? Etc.) und wieso?
Specht: Omaha Pot-Limit €250 bis €2.000 Buy-in. Dieses Spiel ist in meinen Augen die anspruchsvollste und spannendste von allen Pokervarianten, die in Deutschland und Europa angeboten und auch fast überall gespielt wird.
PokerTips.org: Welches ist dein Lieblings-Casino?
Specht: In Deutschland ist es ganz klar die Spielbank Wiesbaden, weil es eines der wenigen Casinos in Deutschland ist, in denen recht professionell gearbeitet wird.
PokerTips.org: Hast du ein paar allgemeine Poker-Tipps für unsere Leser, die zum ersten Mal ins Casino gehen, um zu pokern?
Specht: Achtet auf eure Bankroll und spielt nur in Partien, in denen Ihr Euch mehrere Verlusttage leisten könnt.
PokerTips.org: Was sind die typischen Fehler deiner Gegner?
Specht: Gegen die Odds mit einem Draw bezahlen. Ähnliche Spielsituationen immer gleich zu spielen anstatt ihr Spiel zu variieren. Viele haben auch ein schlechtes Zeit-Management. Zum Beispiel spielen sie ein Bluff oft zu schnell.
PokerTips.org: Wie schlägst du Profit aus den Fehlern deiner Gegner?
Specht: Indem ich selbe oder ähnliche Spielsituation gegen gewisse Spieler abrufe und die Erfahrungen aus diesen Spielen mir zu Nutzen mache.
PokerTips.org: Interessierst du dich auch für Pokerturniere? Warum oder warum nicht?
Specht: Turniere interessieren mich schon wenn das Buy-in, die Teilnehmerzahl und Timetable stimmen. Ansonsten spiele ich zu 90% Cash Games.
PokerTips.org: Wie war es für dich vor den Kameras bei dem 888.com Poker Nations Cup zu spielen?
Specht: Eine gewisse Nervosität zu Beginn ist denke ich ganz normal, sollte sich aber nach wenigen Minuten legen. Danach war es ein ganz normales Single-Table Turnier mit dem Unterschied, das es ein Team-Turnier war und deshalb etwas passiver gespielt wurde.
PokerTips.org: Wie lief es?
Specht: Bei mir lief es nahezu optimal. Meine Quali-runde habe ich gewonnen und im Finale habe ich ca.10000 Chips von Katja Thater übernommen und ca.30000 später an Michael Keiner übergeben. Ich denke, wir haben uns sehr gut verkauft.
PokerTips.org: Wie war die Resonanz in deinem Umfeld nach deinem TV-Auftritt beim Poker Nation Cup?
Specht: Die Resonanz war unglaublich groß und ausnahmslos positiv. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen überhaupt Interesse am Poker haben.
PokerTips.org: Gibt es einen Spieler bei dem du dich fürchten würdest gegen ihn spielen zu müssen?
Specht: Fürchten niemanden, respektieren einige - das ist allerdings ein großer Unterschied.
PokerTips.org: Was denkst du unterscheidet professionelle deutsche Pokerspieler von Pokerspielern aus anderen Nationen? Gibt es einen Unterschied?
Specht: Ich denke es ist mehr Alters als Nationen abhängig. Gerade in Skandinavien gibt es viele junge Spieler, die auf Grund mangelnder Spielmöglichkeiten im Heimatland viel International unterwegs sind und sehr aggressiv agieren. Die älteren bzw. erfahrenen Spieler haben in der Regel mehr Geduld und spielen eher ausgewähltere Hände. Beide Spielsysteme richtig angewandt haben Vor- oder auch Nachteile.
PokerTips.org: Was würdest du sagen war bisher dein größter Erfolg beim Pokern?
Specht: Größter Erfolg ganz sicher: 9 Jahre die Cash Games in einigen Casinos zu dominieren und die schlechten Phasen, die gezwungener maßen kommen werden, gekonnt zu überstehen.
PokerTips.org: Was würdest du sagen hat dir dabei geholfen ein erfolgreicher Pokerspieler zu werden?
Specht: Gewisses Talent, gutes mathematisches Grundverständnis, Disziplin und Fleiß.
PokerTips.org: Was für Tipps kannst du unseren Lesern geben, die ihr Spiel verbessern wollen?
Specht: Viel lesen, noch mehr spielen und seinem Gesprächspartner immer zuhören. Wenn es um eine Spielanalyse geht, kann man immer etwas daraus lernen - mindestens die Sichtweise eines schlechten Spielers dessen Taktik man sich im direkten Vergleich zu Nutzen machen kann.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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