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Andere sprachen:


Jahresrückblick

THE WEEKLY SHUFFLE, 2006-12-31, von TwoGun

In der Pokerwelt sind keine Nachrichten gute Nachrichten. Leider gab es aber sehr viele Nachrichten in 2006. Wenigstens waren ein paar der Nachrichten sehr ermutigend. Aber der größte Teil der Nachrichten war leider nicht so toll. Hier sind die topp Nachrichten des Jahres 2006:

Unlawful Internet Gambling Enforcement Act: Selbst wenn man in 2006 zum größten Teil auf einer einsamen Insel war, so hat man doch sicherlich irgendwie von der Verabschiedung des Unlawful Internet Gambling Enforcement Acts (UIGEA) gehört. Das Gesetz wurde Ende September verabschiedet und sofort haben die größten Online-Gambling Unternehmen den amerikanischen Markt verlassen.

Dies war bei weitem das größte Ereignis des Jahres in der Pokerwelt. Und die Folgen des UIGEAs werden wahrscheinlich zu den topp Nachrichten im Jahre 2007 gehören. Nur die Zeit wird die kompletten Auswirkungen des UIGEAs zeigen. Pokerräume, die immer noch US-Spielern zugewandt sind, werden vielleicht mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. Öffentlich gehandelte Unternehmen werden vielleicht wieder privatisiert, damit sie wieder US-Kunden akzeptieren können. Die Banken werden wahrscheinlich bald damit beginnen Maßnahmen zu ergreifen, um Geldtransfers zu Online-Glücksspielseiten zu stoppen, wodurch es für US-Bürger sehr schwer sein online zu zocken.

Pokers Weltweiter Wachstum: Diejenigen, die bezweifelten, dass Poker jemals ein international beliebtes Kartenspiel wird, verstummten dieses Jahr. Die Popularität von Poker ist außerhalb der USA unglaublich gestiegen, besonders in Europa. Poker Shows laufen mittlerweile ständig auf verschiedenen europäischen Fernsehnkanälen. Die Online-Pokeranbieter haben nicht nur ihre Websites in verschiedene Sprachen übersetzt, sondern auch ihre Software. Die großen Europa-Fokussierten Pokerseiten die ihre Software noch übersetzt haben, werden dies sehr wahrscheinlich in der ersten Hälfte 2007 tun.

WSOP Teilnehmerrekord: Die World Series of Poker (WSOP) hat diese Jahr wieder einen neuen Teilnehmerrekord für das Main Event verzeichnen können. In 2006 nahmen 8.773 Spieler daran teil und das Main Event hatte ein Preisgeld von insgesamt $82 Millionen. Damit wurde der Rekord von 2005 gebrochen, als 5.619 Spieler $10.000 aufbrachten, um an dem Main Event teilzunehmen. Die meisten rechneten damit, dass in 2006 sich zwischen 6.000 und 8.000 Leute anmelden würden, aber 8.773 Anmeldungen machte deutlich wie stark die Popularität von Poker gewachsen ist.

Der Rekord für die meisten WSOP Anmeldungen war nie sehr langlebig und wurde bisher von Jahr zu Jahr immer wieder gebrochen. Der WSOP Teilnehmerrekord von 2006 wird aber sehr wahrscheinlich in den nächsten Jahren nicht gebrochen werden. Aufgrund der Verabschiedung des UIGEAs kann man damit rechnen, dass im nächsten Jahr die Anzahl der Teilnehmer enorm sinken wird und vielleicht noch stärker in 2008. Ein Preisgeld von insgesamt über $80 Millionen und $12 Millionen für den ersten Platz wird man in einem Pokerturnier so schnell nicht wieder sehen.

Die Jamie Gold Saga: Chris Moneymaker, der 2003 WSOP Champion, startet den ganzen Poker Boom aufgrund seiner Cinderella-Poker-Geschichte, als $40 in ein Satelliten-Turnier investierte und am Ende $2,5 Millionen gewann. Der 2004 WSOP Champion, Greg Raymer, wurde einer der besten Vertreter der Pokerbranche. Joseph Hachem, WSOP Champion des Vorjahres, hat Poker in seinem Heimatland Australien bekannt gemacht und ist mittlerweile eine der am meisten geehrten Pokerspieler der Turnier Circuits. Was hat der diesjährige WSOP Champion, Jamie Gold, erreicht?

Er würde für die Hälfte seines WSOP Gewinnes verklagt. Crispin Leyser verklagte Gold und behauptete, dass der 2006 Champion ihm die Hälfte seines WSOP Gewinns versprach, als Gegenleistung dafür, dass Leyser ihm dabei helfe ein paar Prominente zu überreden während des Main Event Bodog Kleidung zu tragen. Golds WSOP Buy-in wurde von Bodog bezahlt. Als Gegenleistung erwartete nämlich Bodog, dass Gold ein paar seine prominenten Freunde zum Tragen von Bodog Kleidung überreden würde und dafür brauchte er angeblich Leysers Hilfe.

Der Fall ist noch nicht abgeschlossen und es erscheint so, als würde es auch noch eine Weile dauern, bis ein Urteil gefällt wird. Zurzeit wurde die Hälfte von Golds WSOP vom Staat Nevada einbehalten, bis der Fall geklärt wurde.

Das 'Grandma Dilemma': Der erste große Fall von Betrug im Online-Poker Bereich kam im Februar an die Öffentlichkeit. Mehrere Spieler wurden dabei erwischt, wie sie mit mehreren Konten an Multi-Table Turnieren teilnahmen. Dadurch, dass die Spieler mit mehreren Konten teilnahmen, hatten sie eine erhöhte Chance das Turnier zu gewinnen. Die bekannten Internet-Pokerspieler JJProdigy und ZeeJustin wurden dabei erwischt und ihre Poker-Konten wurden geschlossen. Der Skandal ging in die Geschichte ein als das Grandma Dilemma, da JJProdigy behauptete, dass seine Oma diejenige gewesen sei, die das Turnier spielte und am Ende $140.000 gewann. Später gab JJProdigy zu, dass die Oma Geschichte nicht er Wahrheit entsprach.

Der Greg Hogan Fall: Diejenigen, die sich sorgen um die wachsende Popularität von Poker unter den Studenten machen, zeigen gerne schnell mit dem Finger auf den Fall Greg Hogan, einem ehemaligen Studenten der eine Bank ausraubte. Hogan verlor mehr als $5.000 online und schuldete vielen Leuten Geld.

Er erklärte später in seiner Aussage, dass er einen Bankraub für die beste Methode hielt um seine Schulden auszugleichen. Hogan ging in Bank, gab dem Bankangestellten einen Zettel auf dem stand, dass er eine Pistole habe und Geld fordere. Nachdem er etwas weniger als $3.000 kassierte, fuhr er mit seinen Freunden, die nichts von dem Überfall wussten, zurück in seine Wohnung. Kurz darauf wurde er von der Polizei abgeholt und angeklagt.

Die Auswirkungen dieses Vorfalls sollte man nicht unterschätzen. Viele Befürworter des UIGEAs nahmen immer diesen Fall als Beispiel dafür, welche negativen Auswirkungen Online-Poker auf die Jugend und Gesellschaft haben kann. Wenn dein Gegner am Pokertisch so dumm ist, dass der einzige Plan für einen Banküberfall so aussieht wie der von Hogan, dann hat man einen Haufen Dead Money am Tisch sitzen.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org


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