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Analyse des 2007 WSOP Turnierplans

THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-02-04, von Ozone

In der Geschichte der World Series of Poker (WSOP) wurde der größte Teil der Pokerturniere in einem kleinen Casino in Downtown Las Vegas gespielt. In der WSOP 2000, nur ein paar Jahre bevor der Pokerboom startete, gab es gerade mal 25 Events an denen man teilnehmen konnte. Damals waren die größte Teilnehmerzahl bei einem Turnier 512 Spieler. Heutzutage gibt es nur noch ein Turnier das weniger als 512 Teilnehmer hat, nämlich das H.O.R.S.E. Turnier mit einem $50.000 Buy-in. Dieses Turnier wurde letztes Jahr dem WSOP Turnierplan hinzugefügt, da sich viele professionelle Pokerspieler darüber beschwerten, dass die WSOP an Geltung verlieren würde. Man kann es den Profis nicht übel nehmen, dass sie sich beschweren. Früher bestand die WSOP aus einer Reihe von kleinen Turnieren, mit relativ hohen Buy-ins, mit weniger Teilnehmern, aber dafür einer relativ größeren Anzahl an professionellen Pokerspielern. Heutzutage besteht die WSOP aus 55 Turnieren, von denen viele mehr als 1000 Teilnehmer haben werden, und ist allgemein zu einem großen Medienspektakel geworden.

Seit den letzten Jahren gibt es einen anhaltenden Streit zwischen den professionellen Pokerspielern und Harrah's Entertainment, dem Veranstalter der WSOP. Ein paar professionelle Pokerspieler, der lauteste und offenste von Ihnen ist Daniel Negreanu, beschweren sich darüber, dass es zu viele Hold'em Turniere mit kleinen Buy-ins gibt. Viele Profis bezeichnen mittlerweile die World Series of Poker als die World Series of Hold'em. Es ist aber auch verständlich, wieso Harrah's so viele Hold'em Turniere zum WSOP Turnierplan hinzugefügt hat. Denn viele dieser Turniere sind so populär, dass über 1.500 Spieler daran teilnehmen.

Der größte Teil der professionellen Pokerspieler stimmt mit Daniel Negreanus Meinung überein. Es ist aber eigenartig, dass es keine größere Gruppe von Profis gibt, die nicht Negreanus Meinung ist. Denn Poker-Profis, die nur an ihrem Gewinn interessiert sind, sollten über die Vielzahl der Amateur-Pokerspieler glücklich sein. Intuitiv würde man annehmen, dass die Poker-Profis solche Events mit unerfahrenen Spieler willkommen heißen würden. Stattdessen denken viele, dass bezahlbare Hold'em Turniere mit vielen Teilnehmern das Ansehen der WSOP senken würde. Vielleicht befürchten sie, dass man eines Tages als WSOP Gewinner einer von vielen unbekannten ist und der Titel WSOP Champion keine Bedeutung mehr hat.

Erst kürzlich hat Harrah's den Turnierplan für die 2007 WSOP veröffentlicht. Es scheint so, als sei das Pendel in der Debatte zurück zu den Profis geschwungen. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es dieses Jahr neun zusätzliche Turniere. Allerdings haben nur drei der neun Turniere ein Buy-in von $2.000 oder weniger. Neu ist zum Beispiel ein $5.000 H.O.R.S.E. Turnier, ein $5.000 Mixed Hold'em Turnier und ein $5.000 Heads-up No-Limit Hold'em Championship Event. Da man seit der Veröffentlichung des Turnierplans nichts darüber hört, kann man annehmen das Negreanu mit dem bevorstehenden Turnierplan zufrieden ist.

Was die Profis auch zufrieden stellen wird ist, dass dieses Jahr keine kleinen Hold'em Turniere während des Main Events stattfinden werden. In den letzten zwei Jahren fanden $1.000 und $1.500 Buy-in Turniere während des $10.000 Main Events statt. Dieses Jahr finden während des Main Events keine weiteren WSOP Turniere statt.

Die WSOP 2007 startet dieses Jahr am 1. Juni im Rio Hotel und Casino in Las Vegas. Es ist das dritte Jahr in Folge, dass die Turniere im Rio stattfinden. Früher fand die WSOP in Downtown Las Vegas im weniger exotischen Binions Horseshoe Casino statt.

Harrah's gab bekannt, dass sie dieses Jahr 300 Tische am Start haben werden, was eine Verbesserung zum Vorjahr ist, als es "nur" 220 Tische gab. Diese Veränderung ermöglicht ein paar signifikante Verbesserungen am WSOP Turnierplan. Letztes Jahr dauerte das Main Event knapp zwei Wochen an, mit vier ersten Tagen und zwei zweiten Tagen. Mit den zusätzlichen 80 Tischen kann man die Turnierzeit von 13 auf 11 Tage reduzieren. Zwischen dem 1. Juni und dem 13. Juli starten fast jeden Tag zwei WSOP Events. Der Nachteil des Zusammenführens der Events ist, dass es fast unmöglich ist an der Hälfte der Turniere teilzunehmen. Denn es wird erwartet, dass jedes Turnier mehrere Tage andauern wird.

Dieses Jahr wird auch zum ersten Mal zwischen regulären Events und "World Championship" Events unterschieden. 13 der insgesamt 55 Events wurden als World Championship Events markiert, aufgrund der unterschiedlichen Pokervarianten. Das kleinste Buy-in der 13 Events beträgt $3.000 und ist für das 7-Card Stud Hi-Lo Championship Event. In den vorherigen Jahren begann die WSOP langsam mit dem $500 Casino-Angestellten Turnier. 2007 muss sich dieses Event den Platz mit dem $5.000 Mixed Hold'em World Championship Event teilen. Bei Mixed Hold'em wird abwechselnd Fixed-Limit und No-Limit gespielt. Dieses Jahr spielt man zum ersten Mal bei diesem Event um ein WSOP Armband.

Der zweifache World Champion Doyle Brunson ist eine Legende in der Pokerwelt, da er zwei Mal in Folge das WSOP Main Event gewonnen hat. Das war 1976 und 1977, als an dem Turnier nur 22 bzw. 34 Spieler teilnahmen. Der Gewinner des Main Events im letzten Jahr, Jamie Gold, engagierte Leibwächter, die bei Ihm am Finaltisch standen. Angeblich bekam Gold in der Nacht, bevor er die $12 Millionen gewann, eine Nachricht, in der sein Leben bedroht wurde. Jamie musste sich nicht wie Doyle gegen 22 bzw. 34 Gegner durchsetzen, sondern gegen ein massives Turnierfeld von 8.773 Spielern, um den Titel World Champion zu ergattern. Die WSOP könnte zurzeit nicht weiter weg entfernt sein von Benny Binions verrauchtem Pokerraum von Gestern, als die Pokerspieler noch eine reelle Chance hatten das Main Event zu gewinnen.

Harrah's Entertainment ist bereit für 9.000 Teilnehmer des WSOP Main Events. Manche spekulieren, dass es mehr als 10.000 Teilnehmer sein werden, dabei ist es hart eine genaue Zahl festzulegen. Zurzeit ist nämlich noch nicht klar, wie Harrah's mit den Teilnehmern, die von US-Zugewandten Pokerräumen kommen, umgehen werden. Es könnte sein, dass Harrah's Entertainment, seit Inkrafttreten des Unlawful Internet Gambling Enforcement Acts, keine Spieler von dritten Parteien (z.B. Online-Pokerräumen) akzeptiert. Wie viele Spieler an dem Main Event teilnehmen hängt letztendlich auch davon ab, wie aggressiv der UIGEA durchgesetzt wird. Eine strenge Regelung könnte zur Folge haben, dass die Teilnehmerzahl sich drastisch senken wird. Denn in den letzten Jahren haben die Online-Pokerräume 50% der Teilnehmer gestellt. Wenn die Anzahl der Online-Qualifikanten drastisch reduziert wird, dann kann Harrah's glücklich sein, wenn es 3.500 Teilnehmer für das WSOP Main Event bekommt.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org