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Wenn es um Online-Poker geht, bin ich ein Dinosaurier. Ich habe vor über vier Jahren begonnen online Poker zu spielen, bevor Seiten wie Titan Poker oder Everest Poker existierten. Damals waren die Spiele primitiv, wenn man sie mit dem heutigen Standard vergleicht. Viele Eigenschaften, die wir heute als selbstverständlich ansehen, gab es damals noch nicht, als die Industrie in den Kinderschuhen steckte. In diesem Weekly Shuffle Artikel beschreibe ich wie sich die Online-Pokerszene in den letzten vier Jahren verändert hat.Damals: No-Limit Cash Games wurden, wenn überhaupt, für niedrige Stakes angeboten.
Heute: No-Limit Cash Games werden für verschiedene Stakes und in allen großen Pokerräumen angeboten.
Limit Hold'em war online schon immer populär, aber No-Limit Spiele waren vor dem Poker Boom rar. Wenn es No-Limit Spiele gab, dann wurde meist um kleine Beträge in den niedrigen Stakes gespielt. Online-Pokerseiten zögerten damit high-stakes Cash Games anzubieten, denn sie wollten nicht, dass die Fische zu schnell ihr Geld verlieren (Party Poker bietet erst seit März 2005 No-Limit Spiele mit einem Buy-in größer als $200 an).
No-Limit Cash Games waren so unpopulär, dass es noch nicht einmal eine einheitliche Methode gab um sie zu beschreiben. Zum Beispiel versteht man heute unter einem $1-$2 No-Limit Spiel, ein Spiel bei dem der Small Blind $1 ist, der Big Blind $2 ist und das minimale Gebot $2 beträgt. Damals konnte ein $1-$2 No-Limit Spiel entweder das bedeuten oder aber, dass die Blinds $0,50 und $1 groß sind, das minimale Gebot pre-flop und auf dem Flop ein $1 war und das minimale Gebot auf dem Turn und River $2 war.
Damals: No-Limit Turniere waren eine Neuheit. Es gab nur wenige mit einem Buy-in über $100.
Heute: No-Limit Multi-Table Turniere werden rund um die Uhr angeboten. Preisgelder über $200.000 sind keine Seltenheit.
No-Limit Multi-Table Turniere brauchten noch länger als die NL Cash Games, um an Popularität zu gewinnen. Pokerseiten, wie zum Beispiel Poker Room, boten sogar nur Limit Hold'em Turniere an (richtig, Limit Hold'em Turniere waren damals sehr populär).
Chris Moneymakers WSOP-Sieg erweckte ein starkes Interesse der Leute an online No-Limit Multi-Table-Turnieren und zwang die Pokerräume darauf zu reagieren, wenn sie ihre Spieler nicht an andere Pokerräume verlieren wollten. Der rapide Zuwachs an No-Limit Multi-Table-Turnierspieler führt auch dazu, dass die Stakes und Preisgelder anwuchsen. Andere Turniervarianten, wie zum Beispiel Re-Buy- und Shorthanded-Turniere, werden auch erst seit neustem angeboten.
Damals: Fast alle Einzahlungsbonusse gaben 20-25% und bis zu $100 Bonussumme. Man benötigte 10 raked Hände um $1 frei zu spielen.
Heute: Fast jedes erdenkliche Einzahlungsbonus-Schema wird angeboten.
Mit dem Zuwachs an Pokerräumen wird es immer schwerer für Pokerräume sich von der Masse abzuheben. Fast jede Besonderheit und Eigenschaft, die das Spielvergnügen der Spieler verbessern könnte, wurde erfunden und implementiert.
Einzigartige Bonusse geben den Pokerräumen immer noch die Chance sich von der Masse abzuheben. Manche Pokerräume bieten große Bonussummen an, die man lange freispielen muss (z.B. Titan Poker), während andere kleinere Bonusse anbieten, die sich aber relativ gesehen schnell freispielen lassen (z.B. Party Poker).
Früher war es Standard einen 20-25% Bonus, bis zu $100 Bonussumme und mit einer Clearing Rate von $1 pro 10 raked Hände, zu geben. Solche Clearing Rates sind im Vergleich zu heute ziemlich schnell. Dieses Bonusschema war so weit verbreitet, dass wenn ein Pokerraum davon von abweichte, es als verdächtig angesehen wurde.
Der Grund, wieso Spielern Pokerräumen nicht vertrauten, die einen besseren Bonus als 25% und bis zu $100 anboten, war ProPoker. ProPoker war ein Poker-Website, die ihren Spielern gute Einzahlungs- und Reload-Bonusse angeboten hatte, aber dann mit Bots arbeitete, welche den Spielern das Geld aus der Tasche saugten. ProPokers Betrug verbreitete sich schnell in der Pokergemeinschaft und die Seite verschwand bald von der Bildfläche.
Damals: 7-Stud Spiele waren nicht populär.
Heute: 7-Stud Spiele sind nicht populär.
Die Faszination der Leute mit Texas Hold'em hat sich nie auf Stud Varianten übertragen. Es wird zwar heute mehr Stud gespielt als damals, aber was einfach an dem allgemeinen Zuwachs an Pokerspielern liegt. Allgemein kann man sagen, dass Stud immer noch nicht populär ist. Im Vergleich zu Texas Hold'em und Omaha haben 7-Stud Spiele nur wenig Action.
Damals: Online-Pokerräume waren im Vergleich zu heute Aquarien.
Heute: Die Konkurrenz an den high-stakes Tischen ist ziemlich hart bei den meisten Pokerräumen.
Das Beste an den guten alten Zeit waren die soften Spiele. Online-Pokerspiele wurden in den letzten Jahren signifikant härter und das hat mehrer Gründe. Erstens erlaubten die meisten Online-Pokerräume ihren Spielern nur an einem Tisch zu spielen. Manche Pokerräume ermöglichten es an drei Tischen gleichzeitig zu spielen. Dadurch hat sich das Anfänger : Profi Verhältnis erhöht (Genaueres dazu findet ihr in unserem Poker Ökosystem Strategieartikel). Heute erlauben die Pokerräume einem es an so vielen Tischen wie virtuell möglich zu spielen. Manche Profis spielen an bis zu 35 Tischen gleichzeitig.
Ein weiterer Grund, wieso die Spiele härter geworden sind, ist der, dass die guten Spieler meisten nicht aufhören zu spielen und die schlechten Spieler es irgendwann sein lassen. Denn Geld zu gewinnen macht immer noch mehr Spaß als es zu gewinnen. Dadurch bilden die guten Spieler einen immer größeren Anteil der Spielerbasis
Weiterhin sind die Spiele härter geworden, weil die es mehr Pokerliteratur gibt, die auch vermehrt gelesen wird. Mit Online-Poker kann man also nicht mehr so leicht Geld verdienen wie früher!
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org

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