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WSOP Vorschau

THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-05-20, von Ozone

In weniger als zwei Wochen beginnt die 2007 World Series of Poker (WSOP) im Rio in Las Vegas. In der Pokerwelt ist viel passiert seit dem Jamie Gold letztes Jahr $12 Millionen gewann und der 2006 WSOP World Champion wurde. Im Oktober wurde in den USA ein Gesetz verabschiedet, welches negative Auswirkungen auf das Online-Glücksspiel in Amerika hatte. Das Gesetz ist letztendlich auch dafür verantwortlich, dass zum ersten Mal in der Geschichte der WSOP weniger Spieler am Main Event teilnehmen werden als im Vorjahr. Bisher ist die Anzahl der Teilnehmer stetig von Jahr zu Jahr gewachsen.

Die meisten der 8.773 Main Event Teilnehmer qualifizierten sich letztes Jahr für das Turnier durch einen Online-Pokerraum. Aufgrund der gesetzlichen Entwicklung akzeptiert Harrah's Entertainment, Veranstalter der WSOP, keine Registrierungen von Online-Pokerräumen, die US-Spieler akzeptieren. Deswegen rechnen die meisten damit, dass das Main Event der 2007 WSOP weniger Teilnehmer haben wird als im Jahr zuvor. In diesem Weekly Shuffle Artikel gehen wir auf ein paar weitere Veränderungen ein, mit denen man dieses Jahr bei der WSOP rechnen kann.

Einführung der Championship Events

Dieses Jahr wird der Titel "Word Champion" mehr als einmal vergeben. Harrah's hat 13 von 55 Turnieren des WSOP Turnierplans zu "World Championship" Events gemacht. Diese Veränderung ist nur kosmetischer Natur, denn man bekommt keinen weiteren Preis in diesen Events, die es nicht in den nicht-championship Events gibt. Es legt nur fest wer sich rechtsmäßig als "World Champion" einer Pokervariante bezeichnen kann. Bisher gab es nämlich nur ein "World Championship" Event für No-Limit Hold'em. Dieses Jahr gibt es für jede große Pokervariante ein World Championship Turnier.

Urteil: Süß, aber wen interessiert's?

Mehr Tische

Dank den zusätzlichen 80 Tischen, die dieses Jahr zur Verfügung stehen, wird das Main Event ein Tag früher fertig sein als letztes Jahr, obwohl es einen extra freien Tag gibt. Es wird weiterhin den Prozess beschleunigen, dass alle Spieler gleichzeitig spielen werden. Das 2006 Main Event hatte vier erste Tage und zwei zweite Tage, mit einem freien Tag. Es dauerte also eine komplette Woche bis alle Teilnehmer zusammen an einem Tag spielen konnten. Dieses Jahr sind nur drei erste Tage geplant und bereits am zweiten Tag sollen alle Spieler zusammengeführt werden.

Die Tage an denen ein Spieler an fast allen WSOP Events teilnehmen sind schon lange vorbei. Mit den zusätzlichen Tischen starten fast jeden Tag im WSOP Kalender zwei Turniere. Fast jedes dieses Turniere dauert mindestens zwei Tage an.

Urteil: Das Schiff kann jetzt mehr Passagiere aufnehmen.

Modifizierung der Bestrafung

Bisher mussten Spieler die das "F-Wort" benutzten oder eine Regel missachteten zehn Minuten aussetzen. Die Regel wurde für dieses Jahr so modifiziert, dass man statt zehn Minuten nun zehn Hände aussetzen muss.

Urteil: What the f@#*? Man wird immer noch dafür bestraft das F-Wort zu sagen?!

Verdopplung der Startchips

Jedes der 55 Turniere der diesjährigen WSOP lässt die Spieler mit doppelt so vielen Chips starten wie im Vorjahr. Im ersten Moment erscheint es so als wäre diese Veränderung eine großartige Verbesserung der WSOP Struktur. Diese Veränderung ist aber nur eine Verbesserung für die kleinen Buy-in Events, da sich deren Blindstruktur kaum verändert hat. Mit doppelt so vielen Chips bei gleich bleibender Blindstruktur hat man Anfang eines Turniers mehr Manövriermöglichkeiten.

Abgesehen von ein paar vernachlässigbaren Unterschieden, hat sich die Struktur des Main Events kaum verändert. Man bekommt zwar jetzt 20.000 statt 10.000 Startchips, aber dies macht keinen Unterschied, da sich die Blinds fast durchgehend verdoppelt haben.

Urteil: Es ist zwar eine Verbesserung, aber man kann mehr Spaß in nicht-WSOP Events für sein Geld bekommen.

Einführung von "Mixed Hold'em"

Eine meiner bevorzugten Veränderung der diesjährigen WSOP ist die Einführung von Mixed Hold'em Turnieren. Mixed Hold'em kombiniert Limit und No-Limit in einem Turnier, wobei sich die beiden Setzarten alle 30 Minuten abwechseln. Es gibt zwei dieser Turniere dieses Jahr und das erste beginnt am 1. Juni mit einem $5.000 Buy-in. Ich gehe davon aus, dass diese Turniere sehr populär sein werden und dazu führen werden, dass die Online-Pokerräume Mixed Hold'em Turniere anbieten. Das letzte Jahr hatte die WSOP den gleichen Effekt auf die Online-Pokerräume, als zum ersten Mal H.O.R.S.E. im WSOP Turnierplan aufgenommen wurde.

Urteil: Wo habe ich mein Geldbeutel hin?

Neue Werberichtlinien

Aufgrund des bereits erwähnten Gesetzes, wird Harrah's dieses Jahr keine Werbung von Online-Pokerräumen akzeptieren, die immer noch USA-Spieler akzeptieren. Bisher konnten diese Pokerräume ein ähnliches Dilemma umgehen, indem sie ihre Spielgeldseite, eine ".net" Version der richtigen Seite, beworben. Dieser Trick wird dieses Jahr nicht funktionieren. Nur Pokerräume die nicht US-Spieler akzeptieren, wie zum Beispiel Party Poker und Pacific Poker, werden dieses Jahr werben dürfen.

Urteil: Aber was ist mit meinem Ultimate Bet Polo?!

Weniger kleine Buy-in Turniere

Wenn man einer der topp professionellen Pokerspieler ist und sich lang genug beschwert, dann bekommt man irgendwann was man will. In der Vergangenheit haben sich die topp Spieler darüber beschwert, dass die WSOP voll von Turnieren mit kleinen Buy-ins sei. Letztes Jahr hatten 30 von 45 Turnieren ein Buy-in von $2.000 oder niedriger. Dieses Jahr wurden zehn Turniere dem WSOP-Plan hinzugefügt, von denen nur zwei ein Buy-in von $2.000 oder weniger haben.

Urteil: Ich sah einmal Daniel Negreanu im Bellagio rumhängen. Wahre Geschichte!

Flachere Auszahlungsstruktur

Der Zweitplatzierte des letzten Jahres, Paul Wasicka, kann ein Liedchen davon singen wie es ist heads-up um sechs Millionen Dollars zu spielen. Dieses Jahr müssen die Nachfolger nicht den gleichen Druck aushalten. Harrah's hat eine flachere Auszahlungsstruktur angekündigt, wodurch das Preisgeld für den ersten Platz reduziert wird und stattdessen auf das untere Ende der Gewinner verteilt wird. Wenn man zurückblickt erscheint es absurd, dass der dritte und zweite Platz $4,1 Millionen und $6,1 Millionen ausgezahlt bekamen, währende der erste Platz stolze $12 Millionen gewann.

Nach der neuen Auszahlungsstruktur hätte der Gewinner des letzten Jahres nur $10 Millionen bekommen, während das untere Ende $20.000 statt $14.000 kassiert hätte. Alle Events der 2007 WSOP werden eine flachere Auszahlungsstruktur haben.

Die neue Auszahlungsstruktur kombiniert mit einer geringeren Teilnehmerzahl, kann dazu führen, dass der Gewinner des 2007 WSOP Main Events wenig bekommt als der 2005 Champion, Joe Hachem, der $7,5 Millionen gewann.

Urteil: Geringere Varianz für die Grinder, kleinere Yacht für den Gewinner.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org