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Die Freuden einer schwachen Konkurrenz
THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-06-24, von Ozone
Für amerikanische Pokerspieler sind die Möglichkeiten online Poker zu spielen limitiert. Dies haben sie Senator Bill Frist zu verdanken, der den Unlawful Internet Gambling Enforcement Act umgesetzt hat. Das Gesetz führte dazu, dass viele Online-Pokerräume, wie zum Beispiel Party Poker und Titan Poker, ihre Echtgeldspiele für amerikanische Spieler nicht mehr anboten. Die paar Online-Pokerräume die immer noch ihren Service US-Spielern anbieten, wie zum Beispiel PokerStars und Full Tilt Poker, haben im Verhältnis zu früher eine sehr harte Konkurrenz. Die Spiele sind sehr viel härter geworden.Für Amerikaner ist seit dem UIGEA auch immer schwieriger geworden Geld auf Online-Glücksspielseiten einzuzahlen. Dies hat dazu geführt, dass die gewöhnlichen Hobby-Pokerspieler aufgehört haben online Poker zu spielen. Nach 9 Monaten UIGEA kann man feststellen, dass die Konkurrenz bei den US-Zugewandten Pokerräumen sehr hart geworden ist.
Trotz alle dem habe ich die letzten paar Monate auf diesen sharky Pokerseiten gespielt. In dieser Zeit habe ich mich darauf eingestellt, dass ich am Tisch entweder auf kompetente Spieler treffe oder Spieler die signifikant besser sind als ich. Wenn man an Tischen mit einer high-quality Konkurrenz gespielt hat, dann kann man sehr schnell vergessen, wie es ist gegen schwache Gegner zu spielen. Eine Reise nach Las Vegas kann da Wunder bewirken und schnell schöne Erinnerungen hervorrufen.
In diesem Artikel möchte ich von ein paar humorvollen Erlebnisse an den Pokertischen in Las Vegas berichten. Ich werde mit euch ein paar lustige Spielzüge teilen, mit denen ihr rechnen könnt, wenn ihr mal in Las Vegas spielt. Dabei werde ich auch auf die armselige Denkweise einiger Pokerspieler hinweisen, welche dazu führte, dass diese ihr Geld an ihre kompetenten Gegner verloren.
Den Flop Sichern
Die folgende Hand wurde bereits in unserem englischen Poker-Blog "Live from the WSOP" erwähnt, aber es lohnt sich sie noch mal zu erwähnen. Ich spielte ein $540 Buy-in Turnier (nicht gerade Kleingeld) im Caesars Palace. Man würde normalerweise annehmen, dass die meisten Spieler in solch einem Turnier ziemlich gut sind. Online würde man bei einem $500 Buy-in Turnier die besten der Besten sehen. Aber während ihr dies lest, werdet ihr merken, dass dies bei diesem Turnier nicht der Fall war.
Während dem 200/400 Blind-Level mit einem 50 Chip Ante hat ein älterer man, welcher in einer vorigen Hand ein großes All-in mit einem Ass-Dame auf der Hand und König-Bube-Sieben-Vier im Board callte (der andere Spieler semi-bluffte mit Ass-Dame und die beiden teilten sich den Pott), auf 1.200 Chips erhöht. Ein Spieler der ungern preflop foldet callte die Erhöhung des alten Mannes. Alle foldeten und als ich meine Karten ansah erblickte ich zwei Könige. Mit einem Stack von 12.000 Chips würde man in einem Online-Turnier normalerweise auf 3.000 Chips erhöhen oder einfach nur callen. Aber bei diesen Gegnern gibt es eine gute Chance, dass sie ein All-in callen würden.
Der ältere Mann foldete, zu meinem Erstaunen, foldete nach dem er ein paar Sekunde darüber nachdachte. Sofort nach dem er gefoldet hatte der andere Spieler seine Schultern zusammen gezogen und meinte "Jetzt muss ich wohl mitgehen", was bedeutete, dass 75% seiner Chips vor dem Flop in den Pott wanderten. Er zeigte dann seine zwei Zweier.
Was an dieser Geschichte interessant ist, ist das der Spieler das pflichtbewusst gecallt hat. Einen schlechten, pflichtbewussten Call zu machen ist eine Emotion, welche viele Spieler in live Turnieren empfinden. Solche Spieler haben dann oft das Gefühl, dass wenn sie einmal ein paar Chips im Pott haben, sie wohl gleich auch die restlichen Chips rein tun können. Dieses Wissen macht ein Over-Bet in einem live Spiel so erfolgreich, was bei PokerStars niemals funktionieren würde.
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Folgendes ist mir in einem $1/$3 ($500 max Buy-in) No-Limit Cash Game im Treasure Island aufgefallen. Nach dem ein paar Spieler limpten hat ein Spieler Anfang 30, der bis zu dem Zeitpunkt wie ein guter Spieler erschien, auf $25 erhöht. Ein älterer Herr, der ziemlich locker aber auch gut spielte, callte seine Erhöhung.
Der Flop brachte Ass-Neun-Vier. Der junge Spieler setzte $40 und der ältere Mann erhöhte sofort auf $140. Zu diesem Zeitpunkt war es fast schon offensichtlich, dass der ältere Mann ein Ass mit einem guten Kicker hat oder sogar ein besseres Blatt. Als der junge Spieler stillschweigend callte, dachte ich sogar, dass er vielleicht ein Drilling Asse hat.
Auf dem Turn checkte der junge Spieler und der ältere Mann ging mit $300 sofort all-in. Der junge Spieler dachte sehr lange nach (was normalerweise bedeutet, dass jemand folden wird), callte und zeigte dann seine zwei Könige. Der alte Mann musste nur einem Out ausweichen, um mit seinem Ass-König Blatt einen Pott von fast $1000 zu gewinnen.
Nachdem der junge Spieler Ass-König erblickte flippte er sofort aus. Seine Wut wurde noch dadurch verstärkt, dass zwei andere Spieler vor dem Flop ihr Ass foldeten und der alte Mann das einzige übrig gebliebene Ass im Deck traf. Der junge Spieler begann dann damit den alten Mann zu beschimpfen, in dem er sagte "Incredible! You hit a fu*' one outter on me, incredible!" Dann suchte er nach Zustimmung unter den anderen Spielern am.
Zu diesem Zeitpunkt dachte ich dann, dass sich der junge Spieler nicht mehr korrekt verhält und hielt es für nötig ihm zu sagen, dass der einzige Idiot am Tisch wohl er sei, wenn er $400 in den Pott tut mir einem Underpair. Viele Spieler am Tisch lachten, was dazu führte, dass der Typ vom Tisch aufstand und raus stürmte. Ich machte mir dann ein bisschen Sorgen, dass er mit einer geladenen Waffe zurückkommen würde, aber zu meiner Freude kam er mit $500 in Chips zurück und setzte sich wieder an den Tisch.
Sein Spielzug ist ein gutes Beispiel dafür, wie viele Spieler durch einen schlechten Denkprozess ihr Geld verlieren, inklusive mir: die Chance, dass der Gegner blufft, zu überschätzen.
Auf Gefühle Hören
In dem zuvor erwähnten Turnier im Caesars Palace hatte ich es als einer der Chipleader an den Endtisch geschafft. In mittlerer Position machte ich für einen Chipleader standardmäßige Erhöhung mit Ass-Bube auf der Hand. Alle foldeten bis auf einen, der dann begann intensiv über seine Hand nachzudenken. Zuvor hatte er seine meisten Entscheidungen sehr schnell getroffen. Deshalb war mir klar, dass er wohl darüber nachdachte, ob er mit seinen wenigen Chips die er noch hatte all-in gehen sollte.
Nach dem er lange genug überlegt hatte entschied er sich dazu zu folden. Die restlichen Spieler am Tisch taten es ihm gleich.
Als ich meine Karten wegwarf informierte der Spieler die anderen darüber, dass er gerade Ass-Dame weggeworfen habe, weil er ein schlechtes Gefühl hatte - Ass-Dame hätte ihm nicht gut getan an diesem Abend. Seine Entscheidungen auf Emotionen zu basieren ist etwas das man nicht nur bei $500 Buy-in Turnieren findet. Viele werden sich vielleciht noch daran erinnern, wie der Zweitplatzierte des 2004 WSOP Main Events, David Williams, eindrittel seiner Chips verlor, weil er dachte, dass er mit seinen zwei Fünfern einen Drilling floppen würde.
Emotionen sind eine schlechte Grundlage um Entscheidungen in einem Glücksspiel zu treffen. Casinos verdienen ihr Geld dadurch, dass Leute denken sie hätten ein Gefühl für ihr Glück und ihre Gewinnchancen zu hoch einschätzen. In den meisten Situationen ist es sinnvoll seine Entscheidungen nicht von seinen Gefühlen abhängig zu machen, sondern von der Mathematik des Spiels.
Fazit
Wenn es etwas gibt, dass man daraus lernen sollte, dann ist es das: Amerikaner, reist nach Las Vegas, damit ihr mal seht wie hart die Konkurrenz in den US-Zugewandten Pokerräumen eigentlich ist. Europäer und Kanadier, seid dankbar dafür, dass ihr immer noch Pokerräume wie Party Poker und Everest Poker habt. Und zu letzt, hört bitte auf Entscheidungen zu treffen, die euch am Pokertisch nur Geld kosten.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org

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