Past Articles:
Party Poker Million VI (1/2)
2008-05-11
Poker Pärchen
2008-05-04
Caesars WSOP Circuit Vorlauf-Event
2008-04-27
Poker Blogs, Part III
2008-04-20
Interview: Mike Stecker
2008-04-13
Interview: Benny Degenerito
2008-04-06
Irish Poker Open
2008-03-30
Das "Bist Du Ein Erbsenzähler?" Quiz
2008-03-23
Dies Und Jenes
2008-03-16
Interview: Nate McNiterson
2008-03-09
The Weekly Shuffle Archives, 2005-2008
Andere sprachen:
Top-Heavy Payout Turnier
THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-08-12, von Ozone, TwoGun
Multi-Table-Turnier (MTT) sind so ungefähr der dramatischste Weg um seine Bankroll auf zu stocken. Der Spieler, der Glücklich genug ist solch ein MTT zu gewinnen, bekommt einen sehr hohen ROI (Return On Investment). Der diesjährige Gewinner des WSOP Main Events zum Beispiel, zahlte $10.000 um an dem Turnier teil zu nehmen und gewann am Ende $8,25 Millionen, also ein ROI von 82.400!Da der größte Teil des Preisgeldes an die topp fünf Spieler des Turniers geht, können die letzten Hände eines Pokerturniers sehr intensiv und aufregend sein. In einem großen Turnier gewinnt der erste Platz oftmals das Zwanzigfache des Preisgeldes des neunten Platzes. In einem Pott, bei dem der Verlierer $25.000 gewinnt, aber der Gewinner vielleicht mit $500.000 nach Hause geht, können die Emotionen sehr stark sein.
Der Anteil des gesamten Preisgeldes den der Gewinner bekommt ist oftmals absurd hoch. Zum Beispiel gewann Jonathan Little, Gewinner des letzten World Poker Tour Events, $1.091.295 von insgesamt $2.907.381, also 37,5% des gesamten Preisgeldes. Der Zweitplazierte, Cory Carroll, gewann $561.369. Zusammen bekamen die zwei Bestplatzierten 57% des gesamten Preisgeldes ausbezahlt und das bei einem Turnier, an dem 300 Spieler teilnahmen. Unabhängig davon, dass die Varianz solcher Turniere das ganze zu einem Bingo-Spiel machen, haben solche top-heavy Payout Turniere einen Einfluss auf das Poker-Öko-System.
Warum Turniere top-heavy Auszahlungen haben
Es gibt verschiedene Gründe, wieso Pokerturnier eine top-heavy Auszahlungsstruktur haben. Erstens machen Casino- und Turnierdirektor dies aus Marketing-Gründen, um die Turniere mit einem hohen Preisgeld für den Erstplazierten zu bewerben. Bei dem WPT- oder WSOP-Circuit werden die Auszahlungsstrukturen oftmals etwas gestreckt, um sicher zu stellen, dass der Gewinner zum "Millionär" wird. Was ist sexier? Jemand der $850.000 gewinnt oder jemand der $1 Million gewonnen hat? Es hat etwas magisches, wenn jemand "Millionär" geworden ist.
Aber auch die Teilnehmer solcher Turniere fühlen sich von großen Preisgeldern magisch angezogen. Ein großes Preisgeld für den Gewinner lässt die Hoffnung vieler Spieler steigen, dass sie ihr kleines Buy-in in einen großen Gewinn verwandeln können, besonders dann wenn sie Millionär werden würden.
Sehr schmerzhaft müssen die Folgen des "Millionärs Marketing" für Phil Hellmuth, den Zweitplazierten des [i]2004 Tournament of Champions[i/] gewesen sein. Phil Hellmuth bekam für den zweiten Platz und dafür dass er sich gegen acht der besten Pokerspieler durchsetzte absolut nichts. Die Gewinnerin des Turniers, Annie Duke, gewann stolze $2 Millionen. Natürlich konnte sich kein Teilnehmer des Turniers beschweren, da es sich um ein absolutes Freeroll handelt. Aber der Punkt ist klar geworden: umso mehr der Gewinn eines Turniers einem Lotteriegewinn gleicht, desto leichter ist es solch ein Turnier zu vermarkten und im Fernsehen zu übertragen.
Wie top-heavy Payout Turniere die Pokerwelt beeinflussen
Nehmen wir an ein Pokerraum veranstaltet jede Woche ein sehr großes Turnier. Das Preisgeld des Turniers sei $500.000. Nehmen wir weiterhin an, dass die topp neun Spieler $350.000 des Preisgeldes ausbezahlt bekommen. Jede Woche werden sich die jeweiligen neun Gewinner des Turniers einen Großteil des Gewinns auszahlen lassen. Es werden also wegen des Turniers jede Woche rund $250.000 aus dem Pokerraum raus gezogen. Das sind $250.000 die nicht mehr zur Verfügung stehen und die "Poker Ökonomie" des Pokerraums schrumpfen.
Das Poker Ökosystem als ein Ganzes funktioniert genauso wie das Poker Ökosystem in dem Pokerraum aus unserem Beispiel. Die Leute sind nur bereit einen bestimmten Betrag für Poker aus zu geben. Ein großer Teil der Pokergewinne bei Turnieren wird genauso aus der Pokerkasse der Spieler raus gezogen und sichere Bereiche, wie zum Beispiel Immobilien, investiert. Wenn 500 Spieler jeweils $2.000 gewinnen, dann bleibt mehr Geld im Poker Ökosystem, als wenn 4 Spieler jeweils $250.000 gewinnen.
Wie top-heavy Payout Turnier schlecht für die Spieler sind
In manchen Ländern muss man keine Steuern auf seine Pokergewinne zahlen. In anderen Ländern, wie zum Beispiel den USA, muss man seine Gewinne aus Glücksspielen versteuern. Wenn man seine Gewinne versteueren muss (besonders in den USA), dann hat das Folgen für die Steuern.
Schauen wir uns zwei unterschiedliche Spieler an, Spieler A und Spieler B, die jeweils $180.000 in einem Pokerturnier gewonnen haben. Beide Spieler zahlen 33% Steuern auf ihre Pokergewinne. Spieler A gewinnt jedes Jahr, vier Jahre in Folge $45.000. Nach Steuern beleiben jedes Jahr $30.000 für ihn übrig. In vier Jahren hat er also insgesamt $120.000 gewonnen.
Spieler B dagegen verliert jedes Jahr $20.000 und das drei Jahre in Folge. In den USA kann man seine Verluste aus Glücksspielen nur mit Gewinnen aus Glücksspielen steuerlich ausgleichen. Im vierten Jahr gewinnt Spieler B $240.000 und kann davon, nach dem er Steuern gezahlt hat, $160.000 behalten. Wenn man jetzt noch die $60.000 Verlust aus den vergangenen drei Jahren abzieht, bleibt dem Spieler B ein Nettogewinn von $100.000 übrig. Das sind $20.000 weniger als der Nettogewinn von Spieler A, obwohl beide in vier Jahren gleich viel gewonnen haben.
Dieses Beispiel macht deutlich das es von Vorteil ist, wenn man kontinuierlich kleinere Summen gewinnt, wie zum Beispiel Cash Game Spieler, statt öfters zu verlieren und dann einmal groß zu gewinnen, wie zum Beispiel Turnierspieler.
Top-heavy Payout Turniere haben auch einen psychologischen Einfluss auf Turnierspieler. Da es nur wenige "wahre" Gewinner gibt, fühlen sich die restlichen Teilnehmer wie Verlierer. Wenn man mehrmals in Folge verliert und einfach nicht ins Geld kommt, kann es passieren, dass man die Lust am Turnierpoker verliert und komplett aufhört. Im Gegensatz dazu kann es einem Gewinner es großen MTTs so gehen, dass er sich wie er ein Profi fühlt und dann gleich seine Arbeit kündigt. Am Ende verliert er dann doch all sein Geld wieder, es sei denn er kann sich als Turnierspieler beweisen.
Die hohe Varianz von top-heavy Payout Turniere macht es sehr schwer für Turnierspieler ihren ROI für MTTs aus zu rechnen. Wenn man nicht gerade Online-Turniere mit niedrigen Buy-ins spielt (welche mehrmals am Tag laufen), dann kann man nur schwer innerhalb eines Jahres seinen ROI für MTTs akkurat bestimmen (besonders wenn man große Live-Turniere spielt). Ob man in einem $10.000 Turnier den vierten oder den ersten Platz belegt, kann der Grund dafür sein, ob man in einem Jahr eine Netto-Gewinner oder -Verlierer ist.
Allgemein mögen Spieler top-heavy Auszahlungen nicht
Als Beweis dafür, dass top-heavy Auszahlungen nicht besonders populär sind, kann man einen Finaltisch, der voll von Amateurspielern ist. Es ist ganz normal, dass Spieler am Finaltisch Deals machen, um die Auszahlungsstruktur zu glätten. Ich selber befand mich einmal als Shortstack in einem Turnier am Endtisch mit sechs anderen Spielern. Der erste Platz sollte $21.000 bekommen und der sechste Platz nur $4.000. Ich war in der Lage in der Verhandlung $9.000 für mich raus zu schlagen, nur weil der Chipleader Angst hatte, dass er statt $21.000 nur $4.000 gewinnen könnte.
Am Ende sind die meisten Spieler einfach doch risiko-avers. Nur wenige Spieler trauen sich wirklich alles zu riskieren, wenn es am Ende eines Turniers um tausende von Dollars geht. Zu diesem Zeitpunkt realisieren dann viele Spieler, dass Glück eine große Rolle spielt, wenn es am Ende eines Turniers um die topp Platzierungen geht. Aus diesem Grund versuchen viele am Ende die Auszahlungsstruktur zu modifizieren und zu glätten.
Top-heavy Auszahlungsstrukturen sind weder gut für die Pokerspieler an sich, noch für das Poker-Ökosystem als Ganzes. Aber die Chance Millionär zu werden, wenn man solch ein Turnier gewinnt, ist der Grund dafür, wieso Leute sich in solche Turniere einkaufen und wieso andere solche Turniere so gerne im Fernsehen sehen. Und genau deswegen werden top-heavy Payout Turniere auch weiterhin die Norm sein.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org

deutsch
dansk
english
español
français
italiano
nederlands
norsk
português
suomeksi
svenska
日本語
한국어




