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Die Zukunft von Poker

THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-09-30, von TwoGun

Poker, besonders Online-Poker, hatte in den letzten fünf Jahren einen enormen Zuwachs an Popularität. Diejenigen, die schon vor Moneymakers Sieg 2003 Poker spielten, hätten niemals damit gerechnet, dass Poker solch eine große Spielerbasis in den USA und Europa bekommen würde. In den letzten fünf Jahren hat sich die Spielerbasis mindesten verzehnfacht.

Erst USA, Dann Europa

Der Poker Boom kam in mehreren Phasen. Während die meisten Moneymakers Sieg, als den Start des Booms in den USA ausmachen, so ist es doch eigentlich erst immer Sommer 2004 gewesen, als Raymer gewann. Moneymakers Sieg führte zwar dazu, dass die Leute begannen Poker zu spielen, aber es dauerte ein paar Monate bis die Leute von ihren Home Games zu den Online-Pokertischen kamen. Der größte Teil des US Poker Booms passierte in 2004 und 2005. Als der UIGEA in Kraft trat, war der Poker Boom in den USA schon vorbei.

Das Internet ist aber ein globales Phänomen und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Europäer entdeckten, dass man mit Kartenspielen im Internet auch Geld verdienen kann. Als erstes wurde Online-Poker in solchen Ländern populär, in denen man fließend Englisch sprach. Denn die meisten Pokerseiten und Pokerräume hatten zu dem Zeitpunkt noch nicht ihre Websites und Software in anderen Sprachen übersetzt (PokerTips.org war eine der ersten Pokerseiten die übersetzt wurde).

Poker verbreitete sich schnell in Europa. Der UIGEA hat das ganze noch verstärkt, da so die Pokerräume dazu encouragiert wurden ihre Software und Website in andere Sprachen zu übersetzen. Man kann aber mit Sicherheit davon sprechen, dass der Poker Boom in Europa in seinen letzten Zügen ist. Europa beginnt jetzt die "Plateau"-Phase, in der die USA in den letzten Jahren waren.

Viele spekulieren, dass Poker jetzt auch in anderen Ländern boome, wie zum Beispiel in den osteuropäischen Ländern und Asien. Bisher waren dies aber nur Spekulationen und ich rechne auch in naher Zukunft nicht damit. Grund dafür ist, dass diese Länder keine schnellen Internetzugänge haben, geringes Einkommen haben, sich nicht für Poker begeistern, Zahlungsprobleme haben und die Regierungen Online-Glücksspielen gegenüber feindlich eingestellt sind.

Ich glaube das Poker zurzeit in einer vollen "Plateau"-Phase ist und es auch mindestens für die nächsten drei Jahre bleiben wird. Poker als Ganzes ist immer noch am Wachsen, aber stetiger und viel, viel langsamer. Es gibt immer wieder ein paar neue Spieler, hauptsächlich aus Europa, aber die meisten ersetzen nur die Spieler, die mit Pokerspielen wieder aufhören.

Ein Paar Prognosen

Kein in die Zukunft blickender Weekly Shuffle Artikel wäre vollständig ohne ein paar Prognosen. Deswegen scheue ich mich auch dieses Mal nicht davor ein paar Prognosen zu machen, basierend auf der "Plateu" Annahme.

Die 2008 bis 2010 WSOP Main Events werden zwischen 4500 und 6500 Teilnehmer haben. Mit meiner letzten Prognose für die WSOP 2008 war ich viel zu pessimistisch, als ich davon ausging, dass nur knapp 2000 Spieler daran teilnehmen werden. Wahrscheinlich wird die Teilnehmerzahl sinken, weil es für US-Zugewandte Seiten immer schwierig werden wird ihre Spieler zur WSOP zu schicken und weil es einen Zuwachs an europäischen Turnieren, wie zum Beispiel den World Series of Poker Europe, geben wird. Mit anderen Worten, die Main Events der WSOP in den Jahren 2008 bis 2010 werden mehr oder weniger dem 2007er Main Event gleichen.

Die Pokerspiele werden etwas härter werden. Da es weniger Neulinge in der Pokerwelt geben wird und die existierenden Spieler immer besser werden, kann man davon ausgehen, dass die Spiele härter werden. Dennoch werden die Spieler nicht sehr viel härter werden als sie es jetzt sind, denn ein Großteil dieses Effektes ist schon vollzogen. Die Spiele der US-Zugewandten Pokerseiten können noch sehr viel schwieriger werden, wenn das US Department of Justice (DOJ) oder das US Treasury Department es noch schwieriger für Amerikaner macht Geld auf Online-Konten einzuzahlen.

Spieler Bonusprogramme werden immer ausgeklügelter. Da es für die Pokerseiten schwieriger werden wird neue Spieler zu akquirieren, werden sie sich vermehrt darauf konzentrieren existierende Spieler an sich zu binden. Sie werden mehr Zeit und Geld investieren, um die Bonusprogramme und andere Strategien zu verbessern.

Es wird kein neues Poker-Netzwerk entstehen das durchschnittlich mehr als 1000 Echtgeldspieler hat. Mit neuen Poker-Netzwerken meine ich brandneue Netzwerke und keine Verschmelzung zweier existierender Netzwerke und der Abkoppelung Netzwerkes. Da der Markt nicht mehr stark wächst, wird es Unternehmen davon abhalten in den Markt neu einzutreten. Deswegen wird es auch keine neuen signifikanten Poker Netzwerke geben.

Ein paar Poker-Pros, wenn überhaupt, werden mainstream Promis werden. Poker-Pros gibt es jetzt schon wie Sand am Meer und viele der berühmten Pros sind noch nicht einmal so gut wie viele der unbekannten, jungen Pros (wie zum Beispiel: Brian Townsend, Sorel Mizzi, Ari Engel und Jeff Garza). Um heute noch ein mainstream Poker-Promi zu werden, muss man das WSOP Main Event gewinnen und eine starke, dynamische Persönlichkeit haben.

Es wird weniger Poker Sponsorchips geben. Während des Höhepunkts des Poker Booms wurde darüber spekuliert, ob bei großen Turnieren Geld zum Preisgeld hinzugefügt werden würde oder ob es keine Turniergebühr mehr geben würde, weil es so viele Sponsoren gab. Da dies bisher nicht eingetreten ist und der Höhepunkt des Poker Booms schon lang überschritten ist, rechne ich damit auch in der Zukunft nicht mehr.

Viel Poker-Pros haben auch damit gerechnet, dass sie von Online-Pokerseiten gesponsert werden würden. Ich rechne damit, dass Pokerseiten das immer weniger tun werden. Es gibt mittlerweile so viele Poker-Pros da draußen, dass der "Preis" für das Sponsoring eines Poker-Pros sinken wird. Da es weniger TV-Übertragungen geben wird und auch die Anzahl der potenziellen neuen Spieler sinkt, lohnt es sich nicht mehr so stark für die Pokerräume Spieler zu sponsern.

Es wird weniger $10.000 Buy-in Turniere und mehr $20.000-$50.000 Buy-in Turniere mit einer flacheren Struktur geben. Die Zuschauer im Fernsehen haben sich mittlerweile an die $10.000 Buy-in Turniere gewöhnt und sind nicht mehr so davon beeindruckt. Auch für die high-stakes Pokerspieler ist $10.000 nicht viel Geld. Deswegen rechne ich damit, dass ein Casino damit beginnen wird Turniere mit größeren Buy-ins zu veranstalten. Dies zieht die Poker-Pros und die Fernsehnkameras an. Um die Poker-Pros bei Laune zu halten werden die Turniere eine flache Auszahlungsstruktur und ein Buy-in von mindestens $20.000 haben.

Die World Poker Tour wird 2011 nicht mehr im TV übertragen. Die Show wurde jetzt schon auf einen kleineren Game Show Sender in den USA abgestuft, so dass die World Poker Tour in Zukunft wahrscheinlich noch mehr Zuschauer verlieren wird. Wahrscheinlich wird die WPT einen ähnlichen Weg wie Celebrity Poker Showdown einschlagen.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org