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Die Geschichte von Benny Degeneritos Pokerkarriere
THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-11-18, von Ozone, TwoGun
Es wird geschätzt, dass nur 10-15% aller Pokerspieler langfristig Gewinner sind. Leider ist Benny Degenerito nicht einer von ihnen. Was aber noch schlimmer ist, Benny brauchte eine ganze Weile bis er realisierte, dass er nicht zu den 10-15% gehört. Grund dafür ist, dass Benny, wie viele andere Pokerspieler auch, einen langen, aus fünf Phasen bestehenden Prozess durch machte, bis er realisierte, dass er kein Gewinner ist.Benny's Pokerkarriere startete 2003, nach dem Chris Moneymaker 2,5 Millionen Dollar bei der WSOP gewann. Er dachte sich "Hey, das kann ich auch." Er meldete sich bei Party Poker an, zahlte $50 ein, verlor sie, zahlte wieder $50 ein und verlor auch diese. Benny wiederholte diese Prozessphase über ein Dutzend Mal. Das ging so lange, bis er ein $5 multi-table Turnier und $1.400 gewann. Seine Kollegen und Freunde konnte es nicht glauben. Der Gewinn bewegte Benny dazu Poker etwas ernster zu nehmen. Er bezeichnete sich ab sofort als semi-professioneller Pokerspieler, so etwa wie Fossilman, und kaufte sogar seine Sonnebrille, welche er als Glücksbringer immer trug, wenn er online Poker spielte.
Nach seinem multi-table Turniersieg gewann Benny ein paar tausend Dollar in small stakes NL Hold'em Spielen. Alles lief ganz gut für Benny, also kündigte er seinen Job und zog nach Las Vegas, um professionell Poker zu spielen. In Las Vegas war es dann auch, wo sein Glück eine Wende nahm. Zwischen Football-Wetten und $3,99 Steak-Dinners begann Benny dann langsam, aber sicher Geld beim Pokerspielen zu verlieren.
Phase 1: Leugnen
Benny's erste Phase auf dem Weg zu realisieren, dass er kein guter Pokerspieler ist, war Leugnen. Nach dem er begann professionell Poker zu spielen, fing er an seine Pokersessions bei PokerTips eigenem Check Your Bets ein zu tragen. Irgendwann begann etwas Seltsames mit Benny's Check Your Bets Datenbank: All seine positiven Pokersessions zeichnete er auf, aber seine negativen Pokersessions zeichnete er immer weniger oft auf. Er erklärte es damit, dass er ja gewonnen hätte, wenn nicht all die Fische so viel Glück hätten. Wieso sollte er auch einen Verlust dokumentieren, der eigentlich ein Gewinn gewesen wäre, wenn sein Gegner nicht seinen Flush Draw bekommen hätte?!
Während die "Idioten" gegen die er spielte weiterhin "Glück" hatten, begann er in Phase 2 des Realisierungsprozesses einzutreten.
Phase 2: Wut
Eigentlich ist Benny ein Gentleman, aber seine Frustration stieg mit seinen Pokerverlusten an. Als er Begann professionell zu spielen und Bad Beats hatte, reagierte er noch halb sarkastisch mit "gut gespielt" oder "gute Hand". Aber mit der Zeit wurden seine Wutausbrüche immer heftiger. Er beschimpfte seine Gegner als "Trottel" und "Idioten". Seine Wut wurde dann nur noch schlimmer, wenn seine Gegner sich dann auch noch für das Geld bedankten, welches sie von ihm gewannen.
Benny hörte dann irgendwann auf Online-Poker zu spielen, weil er glaubte, dass dabei betrogen wurde. Er glaubte auch, dass die Dealer im Bellagio, Mirage, Treasure Island und im MGM auch nicht ganz koscher seien. Die Dealer im Harrah's waren ganz okay, auch wenn er auch dort nicht allen ganz vertraute.
Phase 3: Feilschen
Als er mit seiner Bankroll langsam in eine Notlage kam, schloss er einen Pakt mit den Poker-Göttern (die er regelmäßig konsultierte): Er versprach Poker etwas ernsthafter zu nehmen und mehr Bücher zu lesen, wenn sie ihm wieder Glück bringen würden.
Ein paar Wochen lange verbrachte er nur Zeit damit 'Super System' zu lesen und bei der WSOP am Rand zu stehen und zu zu sehen. Er bekam sogar Phil Ivey's Autogramm während einer Pause. Er dachte Brunson ist ein Genie, "Ich werde einfach semi-bluffen und all-in gehen, wenn ich einen Flush Draw habe." Und somit begann Benny zu spielen, wie es das Buch im vorschrieb. Er hatte immer Bücher und Pokermagazine mit am Tisch, nur für den Fall, dass er noch einmal etwas nachschlagen müsste. Sehr hilfreich für Benny waren Howard Lederer's Startblätter-Richtlinien. Benny nahm seine "Arbeit" sogar so ernst, dass er sich einen iPod kaufte, um das ganze Geschwätz am Pokertisch aus zu blenden. Und was lief auf seinem iPod fragt ihr euch?! Meeresrauschen, damit er sich auf die Pot Odds konzentrieren konnte.
Phase 4: Depression
Vodka Tonics und Lap Dances halfen ihm nicht dabei nicht mehr an Poker zu denken. Er hatte alle Bücher gelesen. Er lernte die Startblätter auswendig. Er trug die richtige Sonnenbrille am Tisch. Was hatte er falsch getan? Warum musste das ihm passieren? Wussten denn die Pokergötter nicht, dass er ein professioneller Pokerspieler ist?
Er sprach nur noch von seinen Bad Beats am Tisch. Seine Gegner hatten immer Glück und er hatte Pech, aber nicht so viel Pech, dass er den Bad Beat Jackpot gewinnen würde. Was ihm gut tat war seine Bad Beat Geschichten mit anderen Pokerspielern in einem Online-Forum zu teilen. Er war sich sicher, dass die anderen ernsthaften Pokerspieler mit ihm Mitleid haben würden, wenn sie lesen würden was ihm widerfuhr.
Nach dem er sein restliches Geld verlor, für Drinks und Lap Dances ausgab, erkannte er endlich, dass Poker nichts für ihn war.
Phase 5: Akzeptanz
Nach dem er wieder zurück nach Hause gezogen war, entschied sich Benny dazu sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Er begann wieder in die Kirche zu gehen. Er erkannte, dass Poker und Glücksspiele insgesamt nicht gut, sonder sündhaft waren. Wenn er, ein professioneller Pokerspieler, nicht bei Poker gewinnen kann, wer dann? Er erzählte seine Geschichte seinen Glücksspiel-Freunden. Er überzeugte sogar ein paar seiner Freunde davon mit dem Pokern auf zu hören. Als der Unlawful Internet Gambling Enforcement Act verabschiedet wurde, schrieb er sogar seinem Kongressabgeordneten einen Lobesbrief.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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