Past Articles:
Party Poker Million VI (1/2)
2008-05-11
Poker Pärchen
2008-05-04
Caesars WSOP Circuit Vorlauf-Event
2008-04-27
Poker Blogs, Part III
2008-04-20
Interview: Mike Stecker
2008-04-13
Interview: Benny Degenerito
2008-04-06
Irish Poker Open
2008-03-30
Das "Bist Du Ein Erbsenzähler?" Quiz
2008-03-23
Dies Und Jenes
2008-03-16
Interview: Nate McNiterson
2008-03-09
The Weekly Shuffle Archives, 2005-2008
Andere sprachen:
Interview: Sabrinia King
THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-11-25, von Ozone
Alter: 24Wohnort: Las Vegas, Nevada
Beruf: Poker-Dealerin
Sabrinia King kommt ursprünglich aus North Carolina. Nach dem sie ihren Abschluss an der University of North Carolina gemacht hat, zog sie nach Las Vegas, wo sie gegenwärtig als Poker-Dealerin in einem beliebtem Casino am Strip arbeitet. Sabrina war so freundlich und hat sich die Zeit genommen, um uns ein paar Fragen zu beantworten und einen Einblick in das Arbeitsleben einer Poker-Dealerin zu geben.
PokerTips.org: Wie lange arbeitest Du schon al Poker-Dealerin und wie kamst Du zu dem Job?
King: Ich arbeite jetzt schon seit drei Jahren als Poker-Dealerin. Ich begann damit schon im College, kurz nach dem ich gelernt habe Poker zu spielen. Ich spielte in einer Poker-Liga und fand heraus, dass es ein Entertainment-Unternehmen gab, welches Casino-Parties veranstaltete. Ich dachte mir, dass es eine spaßige Weise sei, während der College-Zeit etwas Geld zu verdienen. Ich interessierte mich mehr und mehr für Poker und mir machte es schon immer Spaß die Karten zu verteilen, weshalb ich mich dann dazu entschloss nach Las Vegas zu ziehen und dort als Poker-Dealerin zu arbeiten.
PokerTips.org: Wie lange arbeitest Du in einer typischen Schicht?
King: Das hängt von der Saison und der entsprechenden Schicht ab (und dem Pokerraum in dem man arbeitet). In einer schlechten Saison kann es einem passieren, dass man zu Arbeit kommt und gleich wieder nach Hause geschickt wird. Und wenn viel los ist, dann arbeitet man die volle acht Stunden Schicht. Wenn wenig los ist, dann kann es auch vorkommen, dass man eine halbe Stunde dealt, dann eine halbe Stunde Pause hat und so weiter. Am Ende hat man dann von acht Stunden Arbeitszeit, vier Stunden gedealt und vier Stunden Pause gehabt.
PokerTips.org: Was war dein größtes Trinkgeld, das Du jemals in einer Hand erhalten hast?
King: Ich bekam einmal $60, als jemand eine Jackpot-Auszahlung für einen Straight-Flush erhielt (Ich weiß nicht mehr wie viel er gewann, aber es waren auf alle Fälle über $2.000 inklusive Pott und Jackpot). Es kam auch schon mal vor, dass ich einen ganzen Pott als Trinkgeld bekam. Ein Kunde hatte keine Lust sich seinen Pott auszahlen zu lassen, also überließ er ihn mir. Das kommt aber eher selten vor. Normaler Weise bekomme ich $1-2 und manchmal auch $5 bei No-Limit Spielen, wenn der Pott groß ist.
PokerTips.org: Was sind die Vorteile Deines Jobs?
King: Es gibt keine Vorteile wie zum Beispiel einen Firmenwagen oder so etwas in der Richtung. Ich habe eine sehr gute Krankenversicherung und jedem Angestellten wird eine sehr gute Rentenversicherung angeboten (wie bei fast allen anderen Jobs auch). Wenn wenig los ist, dann kann man ab und zu Heim gehen und bekommt einen bezahlten, freien Tag. Für mich sind das Beste an dem Job die Leute. Ich bin so froh in einem "jungen" Pokerraum zu arbeiten, in dem die Mitarbeiter in ihren 20ern sind. Auch unsere Kunden sind meistens sehr freundlich und lustig und unsere Management ist sehr gut (was einen großen Unterschied machen kann). Und ich kann den ganzen Tag an einem Pokertisch sitzen und verdiene dabei noch Geld!
PokerTips.org: Was sind die Schwierigkeiten, Feinheiten und Komplikationen Deines Jobs, die man als Pokerspieler gar nicht mitbekommt?
King: Ich denke, das wichtigste ist den Tisch unter Kontrolle zu haben. Es ist unsere Aufgabe das Spiel am Laufen zu halten, darauf zu achten, dass sich jeder benimmt, sowie auf technische Aspekte des Spiels zu achten, wie zum Beispiel den Rake einzusammeln. Die meisten von uns wollen, dass das Spielen auch Spaß macht. Das ist manchmal schwierig und ein Balance-Akt, besonders dann, wenn kostenloser Alkohol und Geld im Spiel ist. Manchmal erscheint dies aber als eine nicht erfüllbare Aufgabe.
PokerTips.org: Sind die Kunden manchmal unfreundlich, sogar bis zu dem Grad, dass sie dich für ihr "Pech" schuldig machen? Wenn ja, wie gehst Du damit um?
King: Die meisten unserer Pokerspieler und Kunden sind wundervoll. Sie sind Teil dessen, was den Job so großartig macht. Aber immer wenn man mit einer großen Anzahl an Menschen zu tun hat, trifft man auf ein paar wenige, die weniger freundlich sind. Ich hatte bisher nur einen Spieler am Tisch, der wegen seinem "Pech" ausgerastet ist, aber im Ernst, er hatte wirklich Pech und verließ dann auch bald den Pokertisch.
Das schlimmste ist wenn die Leute einfach willkürlich gemein zu Dir sind. Es gab mal einen Typ, der meinte meine Eltern würden sich sicherlich dafür schämen, dass ich Poker-Dealerin geworden bin. Auf so schräge Ideen würde ich noch nicht einmal kommen. Ansonsten ist es nur unangenehm, wenn Typen mit dem Flirten etwas zu weit gehen. Aber diese Vorfälle sind meistens nicht so tragisch, weil Sie so selten passieren. Aber es bringt einem schon zum Nachdenken über solche Personen und was wohl in ihnen vorgeht.
PokerTips.org: Der größte Teil der Poker-Action in dem Casino in dem Du arbeitest geht um small Stakes. Denkst Du es schadet Deinem Einkommen, dass Du nicht in high Stakes Spielen dealst?
King: Absolut nicht! Ich denke, es ist sogar besser so. Was ich von anderen Poker-Dealer (die in high Stakes Spielen dealen) gehört habe ist, dass man dort nicht sehr viel mehr Geld verdient, weil die meisten Spiele dort Profis sind, die sehr auf ihr Geld achten. Ich deale Karten für Touristen, die nach Las Vegas kommen um Spaß zu haben. So gar die regelmäßigen Kunden die nach Las Vegas zu uns kommen, kommen um Spaß zu haben. Es ist eine spaßige und freundliche Atmosphäre. Wir sind ein großartiges Team das hart daran arbeitet das es so ist. Im Grunde verstehen wir (die Angestellten und die Gäste) uns alles sehr gut und haben viel Spaß. Und die meisten Spieler geben $1-2 Trinkgeld pro gewonnen Pott.
PokerTips.org: Sehen die meisten Dealer ihren Job als den ersten Schritt zu einer Management-Position innerhalb des Casinos an? Was sind Deine Ambitionen hinsichtlich Deines Berufs?
King: Ich denke die meisten Dealer streben keine Position im gehobenen Management in der Casino Industrie an. Ich kenne ein paar Dealer, die auch Studenten sind. Es gibt auch ein paar Dealer die nach Las Vegas kamen, um professionell Poker zu spielen, es aber nicht schafften. Ich persönlich bin zurzeit in "Find Dich selbts"-Phase meines Lebens. Ich liebe meinen Job und ich wäre zufrieden, wenn ich dies für den Rest meines Lebens tun würde. Ich bin sehr glücklich darüber, dass in einen Beruf gefunden den ich so sehr liebe. Ich weiß aber auch, dass vielen Dealern, die lange ihren Beruf ausgeübt haben, langweilig wird und so beginnen etwas anderes zu machen. Momentan bin ich offen für alles. Ich habe meinen Abschluss und kann immer wieder darauf zurückgreifen. Ich könnte mir auch vorstellen weiter zu studieren und einen höheren Abschluss zu erreichen. Aber jetzt werde ich erstmal in Las Vegas bleiben und von hier aus sehen wir dann mal weiter.
PokerTips.org: Was sind ein paar der lustigen Dinge, die Dir während dem Kartenausteilen passiert sind?
King: Hmm... Es gibt nichts wirklich lustiges, was für alle lustig wäre. Ich habe Freundschaft mit ein paar Locals geschlossen und wir haben immer viel Spaß zusammen.
Ab und zu mal kommt es vor, dass mich ein paar Typen nach Strippern oder Prostituierten fragen (Denken die wir bekommen hier ein Seminar, in dem wir so etwas beigebracht bekommen?).
PokerTips.org: Wie kommt man als Dealer zu der "Ehre" in einer Poker-TV-Show Karten zu dealen?
King: Eine meiner Managerinnen dealt Karten in der Show "Poker After Dark", deshalb kann ich diese Frage beantworten. Sie sagte, dass sich jeder in der Show irgendwie kennt. Sie zum Beispiel wuchs mit der Tochter des Produzenten der Show zusammen auf. Einer der anderen Dealer ging mit der Tochter eines anderen aus und bekam den Job. Auch wenn sich jeder dort kennt, ist jeder der dort dealt einer der besten seines Gebiets. Meine Managerin ist zum Beispiel eine topp Dealerin und dealt schon seit zehn Jahren.
PokerTips.org: Spielen die meisten Poker-Dealer auch Poker? Spielst Du Poker?
King: Die meisten Poker-Dealer spielen nur zum Spaß. Ich spiele alle paar Wochen mal. Wenn ich besser wäre, dann würde ich vielleicht auch öfters spielen. Wenn sich ein Dealer an deinen Tisch setzt, dann nimm Dir ein paar Sekunden Zeit und beobachte ihn, bevor Du zu einem voreiligen Entschluss kommst. Die meisten Poker-Dealer sind nämlich meistens eines von zwei Extremen: entweder sehr gut oder wirklich schlecht.
PokerTips.org: Kommst Du manchmal in die Versuchung zu lachen, wenn ein Spieler eine wirklich blöde Aktion macht?
King: Nicht wirklich. Ich habe so viele schlechte Spieler und schlechte Entscheidungen gesehen, dass mich nichts mehr überrascht.
PokerTips.org: Was denkst Du könnten die Pokerspieler am Tisch tun, um Euch die Arbeit zu erleichtern?
King: Was wirklich allen das Leben erleichtern würde, ist, wenn jeder aufpassen würde was Tisch passiert. Weiterhin sollte jeder Spieler am besten laut und deutlich ankündigen was er macht. So können nämlich die Dealer viel schneller einen Fehler korrigieren. Außerdem sind die Regeln in jedem Casino etwas anders. Jeder Spieler sollte sich also mit den Regeln des Casinos vertraut machen. Und zu letzt wäre es toll, wenn jeder etwas Verständnis für die Dealer hat, wenn gerade am Tisch wieder viel los ist. Wir geben unser bestes um das Spiel so freundlich und schnell wie möglich am Laufen zu halten.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org

deutsch
dansk
english
español
français
italiano
nederlands
norsk
português
suomeksi
svenska
日本語
한국어




