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The Weekly Shuffle Archives, 2005-2008
Andere sprachen:
Feinde von Poker
THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-12-02, von TwoGun, Ozone
Es ist schon fast obligatorisch, dass in der Pokerwelt ab und zu ein "der Himmel fällt uns auf den Kopf"-Artikel geschrieben wird. Seit dem Beginn des Poker-Booms haben verschiedene Leute darüber spekuliert, dass dies und das geschehen wird und zum Niedergang von Poker führen wird.Während das Wachstum von Poker zwar zurückgegangen ist, so ist doch Poker populärer und lebendiger denn je, obwohl so viele Schwarzmaler über Dinge spekuliert haben die Poker schaden könnten. In diesem Artikel stellen wir die verschiedenen "Feinde von Poker" aus dem Blickwinkel eines Pokerspielers vor. Es ist wichtig, dass man den Standpunkt berücksichtigt, denn manches ist gut für Pokerspieler und schlecht für Online-Pokerräume und umgekehrt.
Poker-Bots
Eine der größten potenziellen Gefahren für Online-Poker sind Bots. Ein gut programmierter Poker-Bot könnte ununterbrochen Geld aus einem Online-Pokerraum extrahieren und das wäre schlecht für die Action des Pokerraums. Bots müssen nicht schlafen, laufen nicht Gefahr heiß zu laufen und verschenken nicht sinnlos Geld, wenn sie eine "Pechphase" haben.
Es ist aber wahrscheinlich, dass Bots in der Theorie sehr viel schädlicher für Poker sind, als sie es tatsächlich sind. Momentan sind Bots wahrscheinlich kein wirkliches Problem, besonders nicht für No-Limit Hold'em Spiele (welche den größten Teil der Online-Pokerspiele ausmachen). Online-Pokerräume haben von Bots an ihren Pokertischen keine Vorteile, sondern nur Nachteile. In anderen Worten, Pokerräume sind also sehr daran interessiert Poker-Bots von Ihren Pokertischen fern zu halten. Aber nur weil sie motiviert sind Bots von ihren Pokertischen fern zu halten, heißt das nicht, dass sie das immer schaffen. Aber selbst wenn sich die Pokerräume nur ein bisschen Mühe geben Bots zu identifizieren, dann sollten sie die Verhaltensmuster von typischen Bots sehr schnell entdecken.
Aber selbst wenn Bots nicht existieren würden, allein die Möglichkeit das sie es könnten, ist schlecht für die Pokerwelt. Sie sind ein guter Grund für solche Spieler, die an Verschwörungstheorien glauben, nicht Geld bei Online-Pokerräumen einzuzahlen. Und das schlimmste daran ist, dass man genau diese Art von Pokerspieler, welche an Verschwörungstheorien glauben, am Pokertisch haben will.
Ein guter Weg um die Effektivität von Bots zu reduzieren, falls sie überhaupt existieren, ist willkürliche Aufforderungen zu implementieren. Die Pokerspiele würden willkürlich unterbrochen werden und man würde die Spieler auffordern eine Frage zu beantworten oder zum Beispiel einen Zahlencode einzugeben. Dies würde zumindest regeltreue Spieler etwas beruhigen.
Anti-Glücksspiel Politiker
Glücksspiel, besonders Online-Glücksspiel, ist ein kontroverses Thema. Es gibt eine signifikante Reihe von Politikern in Europa und den USA, die gegen Glücksspiele sind. Manche wollen nur das Glücksspiel-Monopol des Staates beschützen, während andere Politiker moralische Gründe haben. Beide Arten von Politikern verfolgen das Ziel ihre Bürger von Online-Glücksspielen fernzuhalten.
Anti-Glücksspiel Gesetzgebungen, die Online-Poker berühren, sind sehr schädlich für Online-Pokerseiten, zumindest für diese, die den lokalen Glücksspiel-Gesetzen nachkommen. Der UIGEA führte dazu, dass Party Gamings Gewinne um 50% sanken. Die Manager von Online-Glücksspielseiten müssen Veränderungen in der Gesetzgebung fürchten, da sie dadurch jederzeit hinter Gittern landen könnten, wenn sie sich den veränderten Gesetzen nicht fügen. Und wenn sie sich den Gesetzen fügen, dann führt das meist zu einem starken Rückgang der Gewinne.
Während Anti-Glücksspiel Politiker einen signifikanten Einfluss auf die Pokerindustrie haben, so ist der Einfluss dieser auf Pokerspieler sehr viel geringer. Wenn Anti-Glücksspielgesetze verabschiedet werden, dann gibt es vielleicht weniger Pokerräume in denen man spielen kann, aber sehr wahrscheinlich wird man immer noch online Poker spielen können, wenn man das will. Außerdem müssen die Pokerspieler, nicht wie die Manager von Online-Pokerräumen, nicht befürchten für online Poker spielen rechtlich verfolgt zu werden. Die meisten Gesetze zielen es auf die Betreiber von Online-Pokerräumen ab. Während Anti-Online-Glücksspiel Politiker für Pokerspieler einfach nur nervig sind, so können sie doch für die Betreiber von Online-Pokerräumen eine echte Gefahr darstellen.
Gute Pokerspieler
Die größten Feinde von Poker sind gute Pokerspieler. In den letzten fünf Jahren sind die Pokerspiele konstant härter geworden. Grund dafür ist, dass wenn ein neuer Spieler beginnt Poker zu spielen, er entweder so gut wird, dass er zumindest kein Geld verliert, oder aber irgendwann das Pokerspielen wieder sein lässt. Nur wenige Spieler genießen es Poker zu spielen und Geld zu verlieren. Die Leute die langfristig Poker spielen haben zumindest eine ungefähre Ahnung davon wie man Poker spielt.
Ein Spieler, der früher mal stetig gewonnen hat, kann zu einem Verlierer werden, wenn alle anderen Spieler sicht stetig weiter entwickeln und besser werden als er. Wenn man sich im Verhältnis zu der Konkurrenz langsamer weiterentwickelt oder gar stagniert, dann wird man irgendwann zum Verlierer werden oder zumindest wird der Profit stetig zurückgehen. Egal wie man es betrachtet, der Fakt, dass Pokerspieler immer besser werden, ist schlecht für das Spiel an sich.
Während es zwar im Interesse von Online-Pokerräumen ist ihre Spiele soft zu halten, so haben sie doch nicht ein solch großes Interesse daran, wie es die Pokerspieler selbst haben. Spieler die gut im "absoluten" Sinne sind, tendieren dazu mehr Poker zu spielen wie Spieler, die nicht gut sind. Selbst wenn ihr Stundensatz runtergeht oder sie sogar einen leichten negativen EV haben, tendieren diese Spieler dazu weiterzuspielen. Harte Spiele sind schlecht für einen Pokerraum, denn sie schrecken neue Spieler davon ab dort zu spielen. Trotzdem ist der Effekt von harten Spielen bzw. guten Spielern für Pokerräume sehr viel geringer als für die Spieler an sich.
Gott sei Dank gibt es genügend Spieler die denken, dass sie gut wären, aber in Wirklichkeit Verlierer sind. Wenn ein schlechter Spieler am Anfang seiner Karriere Glück hat und ein Turnier gewinnt, dann könnte ihn das für die nächsten paar Jahre zu einem Pokerspieler machen, obwohl er schlecht ist und langfristig Geld verliert.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org

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