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Top 10 Nachrichten 2007

THE WEEKLY SHUFFLE, 2007-12-30, von Ozone, TwoGun

In der Pokerwelt haben sich dieses Jahr wirklich ein paar besondere Ereignisse zugetragen, über welche wir auch in unserem Nachrichten-Bereich berichtet haben. Zu den Highlights des Jahres gehören ein paar Verhaftungen, eine Website, die ihre Domain verliert, und eine Teenagerin, die ein paar Millionen in einem Pokerturnier gewinnt. Hier sind die Top 10 Nachrichten des Jahres 2007:

10. Jamie Gold Schlichtet Streit Um Seinen WSOP Gewinn

Kurz nach dem Jamie Gold 12 Millionen im Main Event der WSOP 2006 gewann, wurde er von Crispin Leyser verklagt, weil dieser behauptete, dass Gold ihm die Hälfte seines Gewinns bei der WSOP versprach, als Gegenleistung dafür, dass Leyser ihm dabei half Prominente dazu zu überreden, an dem Turnier teilzunehmen und Bodog Kleidung zu tragen. Leyser behauptete, dass Gold sein Versprechen nicht gehalten habe, nach dem er die WSOP gewann. Ein Gericht ordnete daraufhin an, dass die Hälfte von Jamie Gold's Gewinn einbehalten werden solle, bis der Rechtsstreit zwischen Gold und Leyser geklärt sei. Das Geld wurde dann auch bis Februar nicht herausgegeben, als Gold und Leyser sich außergerichtlich einigten. Das Abkommen zwischen den Parteien enthielt eine Stillschweigevereinbarung, weshalb es unklar ist wie viel Geld Leyser letztendlich erhalten hat.

9. Phil Hellmuth Gewinnt Sein Elftes WSOP-Armband

Vor der 2005 WSOP hatten Phil Hellmuth, Johnny Chan und Doyle Brunson jeweils neun WSOP-Armbänder gewonnen und standen somit gleich in der Rangliste der WSOP-Armband-Gewinner. 2005 gewannen dann aber Chan und Brunson ihr jeweils zehntes Armband, was Hellmuth sehr frustrierte. Erst ein Jahr später konnte Hellmuth aufholen und auch sein zehntes WSOP-Armband gewinnen.

Dieses Jahr hat Hellmuth es endlich geschafft Chan und Brunson einen Schritt voraus zu sein, als er sein elftes WSOP-Armband gewann. Das besondere an seinem Sieg war vor allem, dass er sich gegen 2.628 Spieler in einem $1.500 No-Limit Hold'em Event durchsetzte.

8. Massive Online-Turnier-Auszahlung Konfisziert

Im Oktober fand das $2.500 Buy-in Championchip Event von PokerStars "World Championchips of Online Poker", den WCOOP, statt. Mit 2.998 Teilnehmern war es das größte online Poker-Turnier in der Geschichte. Es endete damit, dass "theV0id" gegen "ka" heads-up gewann und das gewaltige Preisgeld von $1.228.330 gewann. Nach dem Turnier startete PokerStars eine standard Untersuchung, um heraus zu finden, ob TheV0id's Sieg auch legitim ist. Zwei Wochen später gab PokerStars bekannt, dass sich TheV0id nicht an die Regeln und Bedingung von PokerStars hielt und deswegen sein Gewinn konfisziert wurde. Der konfiszierte Gewinn wurde auf die restlichen Gewinner des Turniers entsprechend den Platzierungen aufgeteilt.

Später stellte sich heraus, dass "TheV0id" eines von mehreren Konten war, mit dem der Poker-Profi Mark Telscher an dem Turnier teilgenommen hatte. Dies war nicht das erste Mal, dass jemand mit multiplen Konten bei einem Online-Pokerturnier erwischt wurde und Gelder daraufhin konfisziert wurden. Anfang des letzten Jahres wurden die Pokerkonten der Online-Poker-Profis "JJProdigy" und "ZeeJustin" bei Party Poker gesperrt und das Geld darauf (jeweils um die $100.000) konfisziert.

7. Chip Reese Stirbt Unerwartet

Vielleicht war es die traurigste Nachricht des Jahres, als bekannt wurde, dass die Pokerlegende Chip Reese starb. Immer noch in seinen besten Jahren als Pokerspieler, starb Reese im Schlaf Anfang Dezember aus bisher ungeklärten Gründen. Als Junge erkrankte er und verpasste ein Jahr Schule, da er zuhause bleiben musste. In dieser Zeit hat ihm seine Mutter mehrere Kartenspiele beigebracht, unter anderem Poker. Reese meinte später, dass diese Zeit zuhause, als seine Mutter ihm Kartenspiele beibrachte, ihn auf den Weg zum Pokerspieler brachte.

Nach dem er seinen Abschluss am Dartmouth College machte, verbrachte er einen Sommer in Las Vegas, bevor er plante sich an der Stanford Business School einzuschreiben. Der Legende nach war sein Sommer in Las Vegas so erfolgreich, dass er Las Vegas nie mehr verließ.

Reese war 56 Jahre alt als er starb und Doyle Brunson bezeichnete ihn als den "besten Pokerspieler der jemals gelebt hat".

6. Bodog Verliert Domain-Namen

Bodog, einer der größten online Glücksspielbetreiber, hat im August seine Domain, bodog.com, verloren. Ein Gericht im Staat Washington ordnete der Registerstelle an, die Website zu entfernen. Grund dafür war eine Patentverletzung von Seitens Bodogs. 1st Technology LLC verklagte Bodog wegen der Übertragung von Multimedia Informationen. Bodog verpasste es im Gericht zu erscheinen, weil sie befürchteten verhaftet zu werden (vielleicht waren sie auch nicht genügend informiert).

Nachdem Bodog seine Domain verloren hat, zogen sie auf die neue Domain newbodog.com um. Im September zogen sie wieder mit ihrer Domain um, zu bodoglife.com, wo sie auch jetzt noch zu finden sind.

Bodog Gründer Calvin Ayre meinte, dass sie weiterhin versuchen werden die ursprüngliche Domain zurück zu gewinnen. Vorhersage für 2008: Sie werden nicht gewinnen.

5. WSOP Main Event Hat Weniger Teilnehmer Als Im Jahr Zuvor

Zum ersten Mal seit 1992 hatte im Jahr 2007 das Main Event der WSOP weniger Teilnehmer als im Jahr zuvor. 2006 waren es 8.773 Spieler die an dem Main Event teilnahmen, was es zu dem größten Pokerturnier der Geschichte machte. Dieses Jahr nahmen nur 6.358 Spieler an dem Turnier teil, also 28% weniger als im Vorjahr. Grund dafür ist fast ausschließlich das Inkrafttreten des Unlawful Internet Gambling Enforcement Acts (UIGEA), Ende 2006.

Nachdem das Gesetz in Kraft trat, erlaubte Harrah's Entertainment US-Zugewandten Pokerseiten nicht mehr Spieler direkt zum Main Event der WSOP zu schicken. Viele Qualifizierer von US-Zugewandten Pokerseiten bekamen jetzt das Geld ausgezahlt und konnten sich selbst entscheiden, ob sie an dem Main Event teilnehmen wollen oder die $10.000 lieber behalten wollen. Man kann verstehen, dass sich viele dazu entschieden haben ihr Geld für andere Dinge auszugeben.

4. Skandal Bei Absolute Poker

Online-Poker kassierte im September ein "schwarzes Auge", als Beweise auftauchten, die nahe legten, dass manche Spieler bei Absolute Poker die Karten ihrer Gegner sehen können. Diese "Superkonten" standen unter Verdacht, als mehreren Spielern auffiel, dass fünf Spieler (bzw. Konten) unmöglich gute Entscheidungen trafen. Eins der Konten hatte zum Beispiel 190 Hände $200-$400 heads-up Limit Hold'em gespielt, ohne ein einziges Mal auf dem River zu callen. Wenn der Spieler hinter dem "Superkonto" im Vorteil war, dann hat er geraised und wenn er schlechtere Karten hatte, dann hat er gefoldet, aber kein einziges Mal gecallt. Nach einer Weile tauchten mehr Beweise auf, welche wir in unserem Weekly Shuffle Artikel näher beschrieben haben und welche alle ein und dasselbe andeuteten, nämlich das etwas nicht stimmte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die "Superkonten" insgesamt über $1 Million von ahnungslosen Kunden gewonnen.

Wochen lang hat die Pokerwelt nach einer Erklärungen für diese Vorfälle gesucht. Mitte Oktober kam dann eine ebenso beunruhigende Auflösung wie das Rätsel selbst. Wie wir bereits in einem weiteren Weekly Shuffle Artikel beschrieben haben, war der "Bösewicht" niemand anderes als ein Absolute Poker Insider. Der korrupte Absolute Poker Mitarbeiter hat sein Sicherheitszugang dazu genutzt, um Dritten Einsicht in die Hole Cards ihrer Gegner zu geben.

Am Anfang hat Absolute Poker die Existenz von Superkonten bestritten, aber am Ende gab Absolute Poker die Lücke im eigenen System zu und zahlte insgesamt $1,6 Millionen an die betroffenen Personen zurück.

3. ECJ Placinaca Entscheidung

Der Status von online Glücksspielen in europäischen Ländern war sehr lange unklar, da es immer einen Konflikt zwischen den EU Staaten und dem EU Gesetz gab. Die meisten europäischen Länder würden am liebsten online Glücksspiele verbannen oder zumindest limitieren, um das staatliche Glücksspielmonopol zu schützen.

Die EU Kommission scheint aber auf der Seite solcher zu sein, die gerne online Poker spielen. Die EU Kommission fechtet die Initiativen europäischer Länder an, welche versuchen online Glücksspiele zu verbannen oder limitieren.

Ein Meilenstein war dieses Jahr, als sich der europäische Gerichtshof auf die Seite eines italienischen Glücksspielanbieters stellte. Der Gerichtshof entschied, dass ein Land keine ausländischen Glücksspielanbieter diskriminieren könne, um die inländischen Anbieter zu schützen. Genauere Details zu diesem Fall findet ihr in diesem Weekly Shuffle Artikel.


2. Das Erste WSOP Europe Main Event Gewinnt Eine 18-Jährige

Das erste WSOP Europe Main Event in London zog 360 Spieler aus der ganzen Welt an, inklusive Annette Obrestad, eine Norwegerin, die gerade mal 18 Jahre alt wurde. Auf Grund ihres Alters und ihres Geschlechts hat wohl niemand ihr eine gute Chance zugerechnet. Aber sie war schon vor ihrem ersten live Turnier bekannt. Unter dem online Screennamen "Annette_15" hatte sie bereits haufenweise Erfolg bei online Multi-Table Turnieren.

In London machte sie dann das unglaubliche wahr und gewann als erste Frau und jüngste Spielerin das erste WSOP Europe Main Event in London. Der Sieg brachte ihre stolze £1.000.000 ein und brachte sie direkt auf Platz 1 der WSOP Damen Rangliste. Sie gewann fast doppelt so viel wie die Nummer 2, Annie Duke, und steht auch vor Jennifer Harman.

Ihren Erfolg bei live Turnieren setzte sie dann gleich bei der European Poker Tour in Dublin fort, als sie den zweiten Platz belegte und weitere $430.000 gewann.

1. Der Neteller Fall

Die #1 Nachricht in 2007 begann mit der Verhaftung der Neteller Gründer in den USA. Im Januar wurde die beiden Gründer wegen Geldwäscherei angeklagt, da ihr Unternehmen mit Geldtransfers im online Glücksspielbereich zu tun hat. Auch wenn die beiden Gründer nicht mehr aktive Direktoren von Neteller waren, so hat doch ihr Unternehmen weiterhin Geld von US Kunden transferiert, was letztendlich zu der Verhaftung führte.

Die Verhaftung der Neteller Gründer hatte einen signifikanten Effekt auf Online-Poker. Als erstes wurde alles Geld von amerikanischen Kunden für sechs Monate "eingefroren". Für diejenigen mit viel Geld in ihrem Neteller Konto war das keine leichte Zeit, da man nicht wusste, ob man sein Geld jemals wieder sehen würde. Gott sei Dank haben alle amerikanischen Kunden ihr Geld wieder bekommen.

Weiterhin hatte die Verhaftung eine dramatischen Effekt auf die gesamte online Zahlungssysteme Industrie. Vor der Verhaftung der Neteller Gründer hatte sich kaum was geändert seit dem der UIGEA in Kraft trat. US Kunden wurden weiterhin bedient. Nach der Verhaftung der Neteller Gründer haben die meisten Geldtransferanbieter den amerikanischen Markt verlassen und es wurde für Amerikaner immer schwerer Geld auf online Glücksspielseiten ein- und auszuzahlen. Es gibt ein paar Anbieter, die jetzt den Platz von Neteller eingenommen haben, aber die Verhaftung hatte auf alle Fälle einen nachhaltigen Effekt auf die Bereitschaft der Amerikaner Geld online zu Glücksspielseiten zu transferieren.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org