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Irish Poker Open

THE WEEKLY SHUFFLE, 2008-03-30, von Ozone

Eines der größten jährlich stattfindenden Turniere in Europa sind die Irish Poker Open. Das Buy-in von €4.200 + €300 (knapp $6.750) ist gerade klein genug um Horden von lokalen Pokerspielern anzuziehen und gerade groß genug, um auch ein paar junge Online-Poker-Profis aus der ganzen Welt, vor allem aber Amerikaner zwischen 18 und 20, herbei zu locken. Das Buy-in ist aber auch wiederum klein genug gewesen, um nicht Massen von topp Poker-Pros zu locken, die für ein $10.000 Buy-in Turnier sofort in den Flieger steigen würden, aber bei einem Buy-in von $6.750 nicht einmal drüber nachdenken würden. Die einzigen zwei wahren Berühmtheiten und Poker-Pros waren Doyle Brunson und sein Sohn Todd. Und der einzige Grund, wieso die beiden erschienen waren, war, weil sie, laut Todd Brunson, gesponsert wurden.

Paddy Power Poker, Veranstalter des Turniers, garantierte €3.000.000 Preisgeld für das Main Event, was bedeutete, dass nur 667 Spieler teilnehmen mussten. Ich glaube nicht, dass die Veranstalter damit rechneten, dass dies ein Problem werden könnte. Schließlich nahmen in dem Vorjahr 708 Spieler an dem Turnier teil. Das Turnier im Vorjahr hatte aber ein auch nur ein Buy-in von €3.500. Paddy Power unterschätzte welchen Einfluss das erhöhte Buy-in und der starke Euro auf die Teilnehmerzahl haben würde. Die Fehleinschätzung kostete sie $200.000 an Overlay-Geld, wodurch das Turnier für die Teilnehmer so gut wie gebührenfrei wurde. Woohoo!

Der erste Turniertag wurde auf zwei Tage aufgeteilt. Ich nahm zusammen mit ungefähr 310 weiteren Personen am ersten Tag teil. Der größte Teil der bekannten Spieler nahm auch am ersten Tag teil. So auch die Brunsons, Sorel "Imper1um" Mizzi, Isaac "westmenloAA" Baron, Michael "timex" McDonald und viele andere Spieler, denen zwar noch ein Spitznahme fehlt, denen es aber nicht an Können fehlt. Wenn ihr die Namen der Online-Pros nicht kennt, dann hoffe ich, dass Euch nicht schlecht wird wenn ihr durch Google herausfindet wie alt die Jungs sind, wie viel Geld sie bereits gewonnen haben.

Mir fiel es sehr schwer nicht so zu fühlen, als ich mich eines Abends mit Isaac Baron, der neben bei ein extrem netter junger Mann ist, in der Hotel Lounge unterhielt. Ich wusste zwar bereits, dass er erst 20 Jahre alt ist, aber ich konnte ihm noch ein paar Infos raus quetschen, wie zum Beispiel, dass er letztes Jahr eine siebenstellige Summe verdient hatte, einen Maserati fährt und sich gerade ein Haus in Los Gatos, einer sehr schönen Gegend in Nord-Kalifornien, gekauft hat. Es scheint surreal, dass er in den USA noch nicht einmal Alkohol kaufen darf, weil er zu jung ist.

Aber zum Glück war an meinem Starttisch niemand dieser bekannten Namen. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich der einzige Nicht-Europäer und Spieler unter 30 war. Mit 10.000 Startchips spielte ich nicht all zu viele Hände in den ersten Levels des Turniers. Während den 50/100 Blinds limpten zwei Spieler und ich versuchte ihre offensichtliche Schwäche zu attackieren. Ich war in late Position und erhöhte auf 550 mit Dame-Zehn offsuit. Der Spieler On The Button und einer der Limper callte. Der Flop brachte Zehn-Drei-Zwei. Der Limper checkte, ich setzte 850 und beide callten. Der Turn brachte eine weitere Zwei. Der Limper und ich checkten und der Spieler On The Button setzte 2.500. Um etwas über den Spieler in Dealer Position zu sagen, er war ein tight/passiv, 50+ Europäer, gegen den ich noch nicht gespielt hatte. Mit dieser Information im Hintergrund machte ich einen ziemlich großen Fehler, indem ich callte, als der Limper foldete. Wir checkten beide den River, der eine Acht brachte und er gewann den Pott mit zwei Buben. Umso mehr ich über die Hand nachdachte, desto mehr ärgerte ich mich darüber. Es gibt so gut wie kein Blatt mit dem ein tight/passiv Spieler 2.500 setzen würde, welches nicht Dame-Zehn schlagen würde.

Die nächsten paar Blind Levels erholte ich mich wieder, indem ich ein paar kleinere Potts gewann und allgemein Konfrontationen vermied. Ich schaffte es bis auf 15.000 Chips, als ich ein All-in callte und ein Race gewann.

Während dem vorletzten Blind-Level des Tages, 200/400 plus 25 Ante, hatte ich 11.000 Chips. Ich wurde gerade an einen neuen Tisch gesetzt und kannte niemanden. Zwei Spieler limpten und ich hatte König-Zehn offsuit in Dealer Position. Bei diesen Stakes limpe ich so gut wie nie. Aber dieses Mal schien es die korrekte Entscheidung zu sein. Ich wollte nicht gegen zwei Limper raisen, die mir beide unbekannt sind. Folden wollte ich auch nicht, denn das wäre etwas zu tight gespielt. Also callte ich einfach nur. Der Flop brachte Zehn-Fünf-Drei mit zwei Pik. Der erste Limper setzte 2.000, der zweite Limper callte und ich plante All-in zu gehen. Wenn jeder folden würde, dann hätte ich meinen Stack um 50% erhöht, ohne meine Karten zeigen zu müssen. Jedes Mal, wenn sich solch eine Situation ergibt, ist es Standard mit einer guten Hand all-in zu gehen. Alle foldeten außer dem zweiten Limper. Er dachte eine Zeit lang nach und callte dann mit Ass-Acht Pik. Bla-bla-bla, er gewann den Pott in Höhe von 26.000 (durchschnittliche Stackgröße war zu dem Zeitpunkt 21.000) und ich hatte mich auch wieder nach ein paar Stunden (und Biers) erholt. Man kann ja nicht jeden Pott gewinnen.

Ich verbrachte die restliche Zeit des Trips damit mich auszuruhen und mehr Poker zu spielen. Am zweiten Tag des Main Events nahm ich mit 260 weiteren Bustouts des ersten Tages an einem €1,500+€150 Turnier teil. Das Turnier war etwas härter für mich, da ich zwei topp Online-Pros, "brainwashed" und "JovialGent", zu meiner Linken hatte. Irgendwie schaffte ich es die durchschnittliche Stackgröße zu halten und den ersten Tag zu überleben. Das erste Level des zweiten Tages war 500/1.000 plus 25 Ante. Mit der zweiten Hand bekam ich Ass-Dame offsuit und setzte 2.600 von meinen insgesamt 18.000 Chips. Ich war in mittlerer Position, alle foldeten und ein 40-jähriger Mann ging mit 17.000 Chips in Big Blind Position all-in. Es war eine schwierige Entscheidung für mich, aber ich glaube immer noch nicht, dass ich in dieser Situation hätte folden sollen. Ich hatte wohl für ihn ein aggressiv Image gehabt und er hätte mich mit allem möglichen unter Druck setzen können. Ich redete mit eine paar respektablen Pokerspielern über diese Hand und sie alle meinten, dass ich nicht hätte folden können. Für mich war es jedenfalls ein kurzer zweiter Tag, denn er gewann gegen mich mit seinem Ass-König Blatt.

Da ich so früh aus dem Turnier flog, setzte ich mich zu etwa 20 weiteren Online-Spielern in die Hotel-Lobby mit meinem Laptop und nahm an den großen online Turnieren teil. Der Tag endete für mich etwas besser, als er angefangen hatte. Ich konnte meinen Verlust von €1.650 wieder gut machen, indem ich ein $20 Rebuy Turnier gewann.

Auch wenn mich der kleiner Ausflug nicht reich machte, wie ich es gehofft hatte, so war es doch eine tolle Erfahrung. Ich kann die Irish Poker Open nur wärmstens empfehlen. Es hat sehr viel Spaß gemacht und die Turniere waren gut organisiert.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org