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Letzte Woche machte ich einen Kurztrip nach Las Vegas, um an einem $1.000+$60 Buy-in Vorlauf-Event für Caesars WSOP Circuit teilzunehmen. Ich war sehr optimistisch, denn ich konnte bereits dieses Jahr ein paar nette Resultate in live Events verzeichnen. Während mein Erfolg online in der letzten Zeit eine andere Geschichte ist, so schaffte ich es doch mit großem Erfolg bei vier live Turnieren es bis an den Finaltisch. Dabei belegte ich das eine Mal den vierten Platz bei einem $300 Buy-in Turnier mit 600 Teilnehmern im Venetian, Las Vegas. Und das andere Mal war es der fünfte Platz beim $3.000 Buy-in Oklahoma State Championships of Poker. Und diese Woche war ich wieder erfolgreich, zumindest erfolgreich genug, um einen Weekly Shuffle Artikel darüber zu schreiben.Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass zur gleichen Zeit nebenan im Bellagio das WPT Championship Event stattfand. Aus diesem Grund nahmen auch ein paar bekannte Spieler an dem $1.000 Vorlauf-Turnier im Caesars teil, obwohl sie eigentlich nur wegen dem WPT Event in Las Vegas waren. Ein paar bekannte Gesichter die mir während des Turniers auffielen, waren Jimmy "gobboboy" Fricke, Shawn Rice, David Levi und, zumindest glaube ich, dass er es war, Glen Chorny.
Chorny's Anwesenheit in dem Turnier fiel mir sofort auf. Er hatte erst das EPT Grand Finale gewonnen und $3.000.000 kassiert und jetzt stand er schon wieder auf der Teilnehmerliste für das $25.000 WPT Championship Event im Bellagio. Da er offensichtlich aus dem Turnier rausflog, nahm er jetzt an dem Turnier im Caesars teil, an welchem ich auch teilnahm. Wenn man berücksichtigt, wie lange man von Monte Carlo nach Las Vegas braucht, dann hat Chorny sich nach seinem $3.000.000 Gewinn keine Auszeit gegönnt und direkt weiter Poker gespielt. Ich hoffe, dass für den Fall, dass ich mal $3.000.000 gewinne, ich mir etwas Zeit zum Feiern gönne, bevor ich um die halbe Welt reise, um wieder an einem $1.000 Buy-in Turnier teilzunehmen.
Ich kämpfte also zusammen mit den bereits erwähnten, bekannten Namen und 240 anderen Teilnehmern, um ein Preisgeld von $73.000 für den ersten Platz. Es dauerte nicht lange bis ich realisierte, dass nur noch 60 Spieler im Turnier übrig waren und mein Chip Stack noch eine durchschnittliche Größe hatte. Ich dachte mir "kann es wirklich wieder passieren?" Ein großer Unterschied zwischen live und online Turnieren ist, dass es bei live Turnieren bis fast zum Schluss oft noch sehr schlechte Spieler im Turnier gibt. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass ein Großteil der live Pokerspieler keine Ahnung von Pot Odds haben. Als wir bereits im Geld waren kam es zu einer Situation, in der ich all-in ging, gecallt wurde und gecovered war. So etwas in einem Turnier mit einem einigermaßen hohen Stake zu schaffen, ist eine Sache der Unmöglichkeit, oder zumindest für mich bisher.
Das fehlende Verständnis für Pot Odds meiner Gegner in live Turnieren ist vielleicht auch das Geheimnis meines Erfolges in live Turnieren. Seinen Stack zu vergrößern, ohne dabei zum Showdown gehen zu müssen oder einen All-in zu überleben, ist sehr wertvoll.
Als ich das erste Mal all-in war, lief es sehr gut für mich. Es waren nur noch zwei Tische übrig und die Blinds waren bei 800/1600 plus 300 Ante. Bei mir ging es um Leben und Tod, denn ich hatte nur noch 8000 Chips und wir starteten ursprünglich mit 4000 Chips. Hier war ich also unter den letzten 5% der Teilnehmer und ich hatte gerade mal mein Stack verdoppelt. Ich hatte zwar während des 100/200 Levels einen Stack von 22.000, aber der schmolz dahin wie ein Eis in der Sonne, dank ein paar Coolern, einer schlechten Blind-Struktur und Brian Fineman, aber dazu kommen wir noch.
Ich war jedenfalls in einer kritischen Situation plus in mittlerer Position und schaute auf Bube-Zehn offsuit. Normaler Weise hätte ich einfach all-in gehen müssen, aber ich dachte mir ich versuche mal was anderes und es klappte. Ich erhöhte auf 4.100. Ein Spieler callte, ein anderer Spieler, der die Schwäche des Callers förmlich zu riechen vermochte, ging all-in, wohl mit dem Ziel mich vom Caller zu isolieren. Ich callte sein All-in, der ursprüngliche Caller foldete und ich verdreifachte fast meinen Stack, als ich das Rennen gegen ein Pärchen Sechser gewann.
An dieser Stelle möchte ich die Geschichte von Brian Fineman erzählen. Er war ein paar Stunden an meinem Tisch und machte mir Ärger. Er war ein solider Spieler und erhöhte sehr oft bevor ich agieren konnte. Deswegen war ich gezwungen auf gute Blätter zu warten und verlor einen Großteil meiner Chips während ich darauf wartete. Ich war erleichtert, als Brian mit Ass-Zwei gegen zwei Könige all-in ging. Das Gefühl von Erleichterung verwandelte sich sehr schnell in Abscheu, als ihm der Flop zwei weitere Asse brachte. Gott sie Dank ging er zwei Hände später wieder all-in und stand mit König-Bube gegen Ass-Könige da. Natürlich hatte er wieder Glück, traf einen Buben und konnte seinen Stack zu einer Monstergröße aufbauen, was für mich nichts gutes bedeutete.
Ein paar Runden später hatte ich dann das Glück mit ihm ringen zu dürfen, als ich Ass-Zehn auf die Hand kam, ihn re-raiste und er mich mit zwei Damen auf der Hand sofort callte. Er schickte auch mich aus dem Turnier in die Lobby und ich wurde Dreizehnter.
Ich verließ das Caesars nach 14 Stunden Spielzeit und war etwas enttäuscht, wie alles gelaufen war. Ich war am nächsten Tag nicht überrascht, als ich erfuhr, dass Brian das Turnier gewonnen hatte. Auch wenn der Gedanke daran mich zum tilten bringt, so gratuliere ich ihm doch zu seinem Sieg, denn insgesamt hat er sehr solide gutes Poker gespielt. Für mich ist die Jagd nach dem großen Sieg noch nicht zu Ende. In den nächsten drei Monaten werde ich an Party Pokers Million teilnehmen, das WSOP Circuit Event in New Orleans spielen und natürlich an den World Series of Poker teilnehmen.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org

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