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Nach einem Jahr Wartezeit ist es endlich wieder so weit gewesen: Party Poker veranstaltet wieder das "Million" Turnier und diesmal auf einem Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer. TwoGun und ich sind zusammen mit 171 weiteren Teilnehmern an Board und nehmen an dem $8.000+$400 Main Event teil. Die Teilnehmerzahl hat in den letzten Jahren drastisch abgenommen. Nach dem Party Poker in den letzten zwei Jahren einen Großteil seiner Mitglieder durch den Wegfall des amerikanischen Marktes verloren hatte, hat auch die Anzahl der Party Poker Million Teilnehmer abgenommen. Mike Schneider musst sich noch gegen ein dreimal so großes Turnierfeld wie 2008 durchsetzen, als er 2006 das Turnier gewann.Aber das Vergangene liegt in der Vergangenheit und wenn man das Preisgeld alleine betrachtet, dann sind es immerhin stolze $1,3 Millionen insgesamt und $353.000 für den Gewinner. Aber nicht nur das Preisgeld sollte die Spieler anlocken, sondern auch der Fakt, dass es das einzige Turnier dieser Größenordnung ist, welches auf einem Kreuzfahrtschiff stattfindet. In den sechs Jahren, seit dem es das Turnier gibt, ist es das erste Mal, dass das Boot über das Mittelmeer schifft. Dadurch bekommen wir die Möglichkeit ein paar Städte zu sehen, die wir vielleicht sonst so nicht in unserem Leben besucht hätten: Bari in Italien, Katakolon in Griechenland, Dubrovnik in Kroatien sowie Izmir und Istanbul in der Türkei. So lange man nicht all zu viel nachts feiert kann man jede Hafenstadt erleben und trotzdem noch an dem Turnier teilnehmen. Denn aus rechtlichen Gründen werden das Turnier und jegliche Form von Glücksspiel unterbrochen, sobald das Schiff anlegt.
Kurz nachdem das Boot in Bari, Italien ablegte, eröffnete Matt Savage das Turnier. Für das relativ hohe Buy-in waren relativ wenig bekannte Namen unter den Teilnehmern wieder zu finden. Der bekannteste Name war wohl der von Mike Sexton, der auch als offizieller Gastgeber fungierte.
Von 171 Teilnehmern überlebten 123 den ersten Tag, darunter auch TwoGun und ich. Wir überstanden zwar den ersten Tag, aber nicht sehr erfolgreich. Am Abend gingen wir beide zu Bett und hatten weniger Chips als zu Beginn des Turniers. Uns wurde schnell klar, dass die Kreuzfahrt sehr langweilig werden könnte, wenn wir aus dem Turnier rausfliegen würden.
Der erste Turniertag fand am zweiten Tag auf dem Schiff statt. Ein überteuertes Internet und fehlende Mädchen, Dinge mit denen man sich hätte die Zeit vertreiben können, würden dazu führen, dass wir nicht unser gewohntes Leben leben könnten und uns wahrscheinlich langweilen würden. TwoGun kam der Gefahr am zweiten Tag verdammt nah, als er gleich zu Anfang des Turniers mit Ass-Dame auf ein Pärchen Asse stieß. Pech für ihn.
Ich hatte Glück genug und konnte meinen Chipstapel unter schwierigen Bedingungen und härtesten Konditionen durch Tag 2 bringen. Den größten Teil des zweiten Tages spielte ich am härtesten Tisch an dem ich jemals in einem live Turnier gespielt habe. Bei mit am Tisch saßen Mike "timex" McDonald, ein 18 Jahre altes Pokerphänomen mit so vielen Erfolgen, dass man sie fast nicht aufzählen kann, Johannes Strassman aus Deutschland, der bereits an drei EPT Finaltischen saß, Tony "Bond18" Dunst, einem populären Online-Poker Turnierspezialisten, und rdscrn, der aktuell als Nummer 2 der besten online Turnierspieler weltweit eingestuft wird. Man kann also sagen, dass in Bezug auf Skills ich zur schlechteren Hälfte des Tisches gehört habe. Aber was dem Tisch an Fischen fehlte, machten die anderen wieder durch Spaß und gute Unterhaltungen weg. Wir hatten so viel Spaß zusammen, dass der zweite Turniertag sehr schnell vorbei ging und ich am Ende zu den 33 gehörte, die an Tag 3 weiter spielen durften. Mein Chipstapel war etwas unterhalb des Durchschnitts, was mich die Nacht über etwas beschäftigte, da nur die Top 24 Plätze ausbezahlt werden würden.
Zu Beginn des Turniers fiel mir auf, dass nur ungefähr acht Amerikaner an dem Turnier teilnahmen und der größte Teil der Teilnehmer Europäer waren. Als am Anfand des dritten Tages ein Spieler Namens Ralph aus Kalifornien aus dem Turnier flog, wurde ich nett darauf hingewiesen, dass ich der letzte Amerikaner im Turnier sei. Zum Glück waren die Dealer und der größte Teil der Turnierorganisation amerikanisch. Ansonsten hätte ich wohl kaum eine Pause von den teilweise komischen Unterhaltungen mit deutschen und skandinavischen Spielern gehabt. Mit den deutschen Spielern konnte man sich noch am besten unterhalten. Besonders mit Johannes Strassman. Sein Englisch war nicht nur sehr leicht zu verstehen, sondern dazu auch noch sehr unterhaltsam. Anstatt zu Fragen "how many chips do you have?" fragte er lieber "how much will you be playing for today?".
Auch wenn ich niemals einen nennenswerten Chipstapel hatte, so wurde doch der Traum, es an den Endtisch zu schaffen, immer realer. Leider, als nur noch 13 Spieler übrig waren, ging ich mit 12 Big Blinds vom Small Blind aus mit Dame-Fünf offsuit all-in. Ein Schwede in Big Blind Position callte mich mit Ass-Acht und mein Traum vom Endtisch schien mit jeder Karte die fiel weiter dahin zu schwinden. Der Flop brachte Neun-Neun-Zehn, der Turn eine Vier und der River ... eine FÜNF!!!!
Was für eine tolle Karte das für mich war. Was passierte als nächstes, fragt ihr euch? Gute Frage! Das werde ich euch im nächsten Weekly Shuffle berichten.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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