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THE WEEKLY SHUFFLE, 2008-05-18, von Ozone
Der vorherige Weekly Shuffle Artikel endete damit, dass ich ein All-in überlebte, als nur noch 13 Spieler im Party Poker Million VI Turnier übrig waren. Wir spielten dann noch vier weitere Stunden Poker bis wir nur noch neun waren. Die letzten vier Stunden waren sehr brutal, da wir die meiste Zeit an zwei Tischen mit jeweils fünf Personen spielten. Zur meiner linken saßen ein sehr aggressiver Schwede und Johannes Strassmann, ein fantastischer Pokerspieler aus Deutschland. Man kann sich also vorstellen wie stressig die letzten vier Stunden für mich gewesen waren, aber ich schaffte es irgendwie zu überleben und den Finaltisch zu erreichen.Den nächsten Tag hatten wir frei, als unser Schiff in Istanbul anlegte. TwoGun und ich verbrachten ein paar Stunden damit durch die Stadt zu laufen. Ich entschloss mich dann dazu etwas früher an Board zu gehen, als ich eigentlich musste. Nach dem ich so viel Zeit in Istanbul verbracht hatte, fühlte ich mich etwas unwohl. Vielleicht lag es an der Kombination aus seltsamen Gerüchen, die die Stadt von sich gab, und der Nervosität, weil ich es an den Endtisch geschafft hatte.
Ich kam an den Finaltisch mit dem zweitkleinsten Stack - ungefähr 15 Big Blinds. Ein dänischer Spieler hatte nur ungefähr sechs Big Blinds übrig. Alle anderen Spieler hatten zwischen 20 und 50 Big Blinds. Als erster am Finaltisch aus dem Turnier zu fliegen, war für mich nicht unwahrscheinlich. Da der neunte Platz nur $21.000 ausgezahlt bekam und bereits der sechste Platz mit $67.000 belohnt wurde, wusste ich, dass ich alles tun musste, um nicht aus dem Turnier zu fliegen.
Mit der zweiten Hand ging der Däne in mittlerer Position all-in. Ich war der Small Blind, hatte zwei Neuner auf die Hand bekommen und wusste, dass ich callen musste. Ich war im Vorteil, da er Ass-Neun auf der Hand hatte und gewann auch das Blatt. Es dauerte auch nicht lange bis nur noch sechs am Tisch saßen. Unter den eliminierten Spielern war auch mein Favorit des Turniers, Johannes Strassmann, der sehr viel länger überlebte, als er eigentlich sollte. In einer Situation überlebte er ein All-in, als er mit Ass-Neun gegen Ass-König gewann, weil er eine Neun floppte. Strassmanns unglücklicher Gegner, ein Österreicher, flog wenig später raus, als er mit Ass-Bube gegen Ass-Fünf verlor. Es viel einem schon schwer nicht Mitleid mit dem Österreicher zu haben.
Als wir nur noch sechs Spieler waren schob ich meine 15 Big-Blinds mit König-Dame suited all-in. Der Schwede, welchen ich bereits erwähnte, sagte, als er seine Karten anschaute, "Ich glaub, ich muss dich callen" und ging mit seinen restlich 11 Big Blinds all-in. Für mich war es wohl die teuerste Coin-Flip-Situation meines Lebens: er hatte ein Pärchen achter auf der Hand. Ich war mehr als dankbar, als der Flop König-Dame-X brachte. Gegen den Schweden hatte ich auch schon mein All-in überlebte, als ich auf dem River noch meine Fünf bekam. Als ich ihm und seiner Frau nach dem Turnier auf dem Boot begegnete, sagte ich ihm, dass er ein guter Spieler sei und es mir Leid tat, dass er solches Pech gegen mich hatte. Seine Frau machte mir sehr schnell klar, dass sie kein bisschen darüber erfreut war, dass ich solches Glück hatte und ich bin mir sicher, dass sie nicht scherzte. Wegen Poker gibt es jetzt irgendwo in Schweden eine Frau, die negative Gedanken gegen mich hegt.
Als wir nur noch zu viert am Tisch saßen, war uns allen eine sechsstellige Auszahlungssumme gesichert. Es waren noch zwei deutsche Spieler mit jeweils 50 Big Blinds am Tisch sowie ich und ein Finne, mit jeweils 25 Big Blinds. Der Finne geriet in eine Blind vs. Blind Konfrontation gegen den 23-jährigen Alexander Jung. Als der Flop nur Herzen brachte, ging der Finne all-in und wurde sofort von Jung gecallt, der the Nuts hatte.
Als die Blind erhöhten wurden hatte ich nur noch 15 Big Blind und hatte zwei Deutsche als Gegner, die beide um die 50 Big Blinds vor sich hatten. Mir wurde ziemlich schnell klar, dass ich wohl der nächste Spieler bin, der eliminiert wird. Ungefähr zwei Hände später bekam ich Ass-Drei suited auf die Hand und erhöhte auf vier Big Blinds. Jung, in Big Blind Position, hatte schon lange genug mit mir gespielt, um zu wissen, dass es um all meine Chips ging. Als er "All-in" sagte, lächelte ich und sagte "gute Hand, ich muss callen" und wurde Drittplatzierter durch sein Ass-Bube. Jung gewann letztendlich auch das Turnier. Es wurde nicht bis zum Schluss gespielt, sondern die zwei deutschen Spieler machten einen Deal und beendeten das Turnier frühzeitig.
Ungefähr eine Stunde nach dem Turnier war ich ziemlich erschöpft und emotionslos. Ich war wohl auch etwas enttäuscht, weil ich das Turnier nicht gewonnen hatte, wo ich doch schon so nahe dran war. Als ich mir dann schließlich ein Bier bestellte, wurde mir auf einmal klar, was geschehen war: ich hatte $160.000 in einem Pokerturnier gewonnen. Die restliche Nacht war ich sehr glücklich. Ich kaufte viele Drinks für viele Frauen und ging nicht vor 4 Uhr morgen ins Bett. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich wie ein Baby geschlafen habe.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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