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WSOP $2.500 Buy-in Shorthanded Event

THE WEEKLY SHUFFLE, 2008-06-22, von Ozone

Eines der WSOP Turniere, auf das ich mich dieses Jahr am meisten gefreut habe, war das $2.500 Buy-in shorthanded Event, welches letzte Woche stattfand. Da ich in live Turnieren so gut wie keine shorthanded Erfahrung hatte, wusste ich nicht was mich erwarten würde als ich am Tag des Turniers im Rio auftauchte. Eines aber ist sicher, es ist sehr viel angenehmer zu sechst als zu neunt oder zehnt an einem Tisch zu sitzen. Es ist schade, dass sich shorthanded Turniere aus ökonomischer Sicht für Casinos nicht lohnen, denn es war ein sehr schönes Format für ein live Turnier.

Da man nur fünf statt acht oder neun Gegner am Tisch hat, spielt die Verteilung der Spieler an die Tische eine signifikante Rolle. Wenn man ein oder zwei Pros am Tisch sitzen hat, verringern sich die eigenen Erwartungen deutlich. Ich hatte aber Glück und erkannte keines der Gesichter und Namen an meinem Tisch.

WSOP Turniere, wie dieses, mit niedrigen Buy-ins und vielen Teilnehmern (diesmal waren es 1.012), scheinen theoretisch im Verhältnis zum Buy-in eine schlechte Struktur zu haben. Da aber so viele schlechte Spieler an den Turnieren teilnehmen und schnell aus dem Turnier fliegen, wird die Struktur künstlich gut. Zu einem noch recht frühen Zeitpunkt im Turnier bemerkte ein Spieler "es sind nur noch 200 Spieler übrig". Ich dachte er macht Witze. Ich vermutete zu dem Zeitpunkt, dass noch um die 500 Spieler im Turnier sind. Als ich aber auf den Turniermonitor schaute, sah ich es mit eigenen Augen. In nur ein paar Blind-Levels hatten wir 80% der Spieler verloren. Am Ende des Tages hatten wir zehn Blind-Levels (25/50 bis 500/1000) gespielt und waren nur 75 an der Zahl.

Dank zwei großer Hände hatte ich, als ich zu Bett ging, den neuntgrößten Chipstack des Turniers.

Meine erste große Hand bekam ich während dem 200/400/25 Blindlevel. Ich begann mit etwas 25.000 Chips und callte einen Raise von Jon "FatalError" Aguiar mit Ass-Fünf suited. Der Flop brachte Ass-Fünf-Sechs. Er setzte 1.750, ich erhöhte auf 6.000 und er callte. Der Turn brachte eine Sieben, womit jetzt zwei Herzen auf dem Tisch lagen. Er setzte 10.000, ich ging All-in, er callte und verlor mit Ass-Bube Herz auf der Hand. Meine Gewinnwahrscheinlichkeit lag bei 59%. Es war gut, dass ich gewann, denn so kam ich zu einem der größten Stacks im Turnier.

Nicht sehr viel später machte ich einen Raise mit zwei Buben. Zwei Spieler callten und wir sahen einen Flop mit Ass-Bube-Sieben. Ich machte ein Standard-Bet, der eine Spieler ging all-in und ein anderer Spieler callte. Ich ging natürlich sofort mit und die beiden hat so gut wie keine Chance. Der eine hatte Ass-Sieben auf der Hand und der andere Ass-Dame.

Am nächsten Tag kam ich zurück an meinen Tisch und fand Dario Minieri mit einem riesigen Stack zu meiner Linken sitzen. Dario ist ein junger, fantastischer Pokerspieler aus Italien, der extrem gut und aggressiv spielt. Ich war sehr froh als unser Tisch aufgebrochen und umverteilt wurde, ohne dass mein Chipstack unter Darios Anwesenheit gelitten hatte. Ein Tag später gewann Dario das Turnier und damit auch sein erstes WSOP Braclet.

Am zweiten Tag flogen die Spieler genauso schnell aus dem Turnier wie am ersten Tag. Ohne großes Bemühen befand ich mich unter den Top 20 Spielern des Turniers. Leider liefen für mich die Dinge am zweiten Tag nicht so gut wie am ersten Tag. Ich bekam kaum Karten oder Chancen, um meine Situation zu verbessern. Dario zu meiner Linken zu haben und ständig gereraised zu werden, machte mir das Leben nicht einfach und ich war gezwungen mich in einer Nussschale zu verstecken. Mit nur noch 15 Big Blinds ging ich dann all-in, als ich Ass-Bube bekam. Ein Spieler callte mich und ich hatte Glück gehabt das Rennen gegen seine zwei Sechser gewinnen zu können.

Zehn Minuten später foldeten alle bis auf einen Spieler namens Todd Terry in Small Blind Position. Er spielte schon die ganze Zeit aggressiv und machte auch damit weiter, indem er meinen Big Blind angriff. Ich re-raisete ihn mit zwei Siebenern und callte sofort, als er "All-in" sagte. Das Braclet war nicht für mich bestimmt. Ein Ass auf dem Flop machte Todd's Ass-Bube zum Gewinnerblatt.

Ich empfand es als sehr mühelos und traurig es in einem 1.000 Teilnehmer WSOP Turnier so weit zu schaffen und dann raus zu fliegen. Die $19.000, ich mir de 18. Platz einbrachten, trösteten mich aber etwas. Ich werde sie auf alle Fälle für ein paar weitere kleine Buy-in Turniere mit vielen Teilnehmern verwenden, von deren Form ich ein großer Fan geworden bin.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org


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