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Bodog Beschlagnahmung
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Andere sprachen:


Bodog Beschlagnahmung

THE WEEKLY SHUFFLE, 2008-08-03, von Ozone

Letzte Woche hat die U.S. Regierung $24 Millionen von einem nicht lizenzierten Finanzinstitut, ZipPayments, beschlagnahmt. Die Unternehmens Bankkonten standen in Verbindung mit dem Internet Glücksspielunternehmen Bodog. Calvin Ayre, Gründer von Bodog, steht schon seit längerem im Fokus des U.S. Department of Justice (DoJ), da er den U.S. Wire Act verletzt hat. Obwohl Calvin Ayre sich bereits von seinem Unternehmen distanziert hat und seinen Rücktritt und Ruhestand verkündet hat, ist sein Unternehmen im noch Zielscheibe des DoJ.

In der Anklage des DoJ, werden Sportwetten als eine illegale Aktivität bezeichnet, aber von Poker ist nicht die Rede. Das soll aber nicht bedeuten, dass U.S.-zugewandte Online-Pokerräume und ihre Kunden sich keine Sorgen machen müssten.

Um das Geld zu beschlagnahmen, hat sich das DoJ auf den US Code Title 18,1960 gestützt, der es Unternehmen verbietet unlizenziert Geld zu transferieren. Der Code macht es nicht erforderlich, dass die zugrundliegenden Aktivitäten, von denen das Geld her stammt, illegal sind. Mit anderen Worten hat das DoJ ein Schlupfloch gefunden, wie sie Geld von online Glücksspielanbietern beschlagnahmen können, ohne sich auf deren Aktivitäten beziehen zu müssen. Sie konnten also einfach die $24 Millionen von Bodog beschlagnahmen indem sie aufgezeigt haben, dass das Geld von einem nicht lizenzierten Anbieter, ZipPayments, transferiert wurde.

Dies könnte für Online-Pokeranbieter, wie PokerStars und Full Tilt Poker, ärger bedeuten. Bisher haben sie sich nicht im Fokus des DoJ gesehen, da sie keine Sportwetten anbieten wie Bodog das tut. Allerdings ist es möglich, dass diese Unternehmen lizenzierte Geldtransferinstitute beauftragen. Ansonsten stellt sich die Frage, wieso das DoJ bisher noch kein Geld beschlagnahmt hat. Vielleicht war ja ZipPayments ein rogue Anbieter, dessen Geld man einfach beschlagnahmen konnte.

Die Geschäftstätigkeiten von Bodog werden durch diesen Vorfall wahrscheinlich nicht dramatisch beeinflusst. Bodog ist bekannt dafür, dass sie ihre Spieler im gut und schnell ausbezahlt haben. Sie sind einer der größten Sportwettenanbieter. Da das Unternehmen pro Jahr über $100 Millionen an reinen Gewinn macht, sind verlorene $24 Millionen kein Grund zum einstellen der Geschäftstätigkeiten. Viele online Pokerspieler sind in Panik geraten und haben all ihr Geld von Bodog abgezogen. Dies ist wahrscheinlich eine Überreaktion.

Dieser Vorfall macht nur deutlich, dass das DoJ immer noch Online-Glücksspielanbieter im Visier hat. Seit dem im Janurae 2007 die Neteller Gründer verhaftet wurden war es still geworden. Das das DoJ jetzt wieder "zugeschlagen" hat, soll der Glücksspiel-Industrie nur zeigen, dass sie immer noch im Fokus des DoJ sind.

Die Vorgehensweise des DoJ erinnert an die Taktik einer radikalen Terroristengruppe. Eine terroristische Gruppe ist alleine zu klein, um ein ganzes Land zu erobern oder zu besiegen. Deswegen müssen sie gezielt vorgehen und einzelne Aktionen planen, deren Effekt so groß ist, dass es das ganze Land betrifft. Wir erinnern uns alle an den 11. September 2001 und dessen Ausmaße. Das DoJ hofft, dass diese einzelne Aktion, die Beschlagnahmung von $24 Millionen, einen ähnlich großen Effekt in der Glücksspielindustrie haben wird.

Wenn wir in die Zukunft blicken, dann können wir davon ausgehen, dass dieser Vorfall keine signifikanten Auswirkungen auf Legalität von Online-Poker in den USA haben wird. Online-Poker wird nicht legalisiert oder kriminalisiert werden. Auch Party Poker wird nicht so bald zurück in die USA kommen, wie viele Spieler es hoffen. Auch Barack Obama wird nicht den UIGEA rückgängig machen. Entschuldigt bitte, wenn wir manchem seine Träume platzen lassen müssen, aber die Legalität von Online-Poker wird unverändert und langweilig bleiben.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org


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