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The November Nine
THE WEEKLY SHUFFLE, 2008-10-12, von Ozone
Nur noch ein Monat bis zum WSOP Main Event Finaltisch. Die Entscheidung von Harrah's Entertainment den Finaltisch 117 Tage nach hinten zu verlegen, wird sich wohl nicht so auszahlen wie erhofft. Leider ist keiner der neun Spieler am Finaltisch so gut vermarktbar, wie er erhofft. Als nur noch fünf Tische übrig waren sah es so aus, als würde zumindest ein bekannter Spieler es an den Finaltisch schaffen. Phil Hellmuth, Mike Matusow und Pokerschönheit Tiffany Michelle hofften alle zu den "November Nine" zugehören, belegten aber dann doch "nur" die Plätze 45, 30 und 17.Bedauerlicherweise für die Pokerwelt, scheint es so als würde das Wachstum der Online-Pokerindustrie stark von dem Aussehen und dem Vermarktungspotenzial seiner TV-Prominenz abhängen - ich sage nur Moneymaker. Aber dieses Jahr werden wir wohl wieder einen - aus Marketingsicht - mittelmäßigen World Champion haben, der kaum das Wachstum der Online-Pokerindustrie ankurbeln wird. Auch wenn die Einleitung jetzt nicht gerade bejubelnd war - hier sind die 2008 November Nines:
Dennis Phillips - USA - $26.295.000
Mit 53 Jahren ist Dennis Phillips der älteste Teilnehmer am Finaltisch. Ich erinnere mich, dass ich kurz vor der Bubble des Main Events einen älteren Mann an meinem Nachbartisch sah, der seine Baseballkappe auszog, sie Jeff Madsen am Nachbartisch reichte und ihn um ein Autogramm bat. Ich dachte "Was für ein fischiges Turnier das Main Event doch geworden ist. Wir sind kurz vor der Bubble und es gibt immer noch Spieler die andere Spieler um ein Autogramm bitten". Jetzt muss ich feststellen, dass dieser ältere Mann als Chipleader an den Finaltisch geht und bewiesen hat, dass man ein Poker-Promijäger sein kann und dennoch erfolgreich Poker spielen kann. Die Pokerwelt sollte Phillips die Daumen drücken, denn er ist der einzige Pokerspieler am Finaltisch Moneymaker-Marketing-Potenzial hat.
Ivan Demidov - Russland - $24.400.000
Dank Spielern wie Alexander Kostritsyn, Alexander Kravchenko und dem 27 Jahre alten Finaltisch-Spieler Demidov, realisiert die Pokerwelt so langsam, dass Russlands Pokerspieler sehr viel Potenzial haben. Demidovs Vermarktungspotenzial wurde fast ins unendlich katapultiert, als er es dieses Jahr an den Finaltisch der WSOP Europe schaffte. Zu einem Zeitpunkt während des WSOP Europe Main Events, als nur noch vier Spieler übrig waren, übernahm er sogar kurzfristig den Chiplead. Er musste sich aber dann doch mit dem dritten Platz begnügen. Hätte er beide WSOP Main Events in einem Jahr gewonnen, so hätte es Ihn übernacht zum Pokerstar gemacht. Ich glaube er hat aber immer noch die Chance ein Star zu werden und seine Chancen stehen nicht schlecht das Main Event zu gewinnen. Wenn es dazu kommen sollte, dann wäre er der erste russische World Champion.
Scott Montgomery - Kanada - $19.690.000
Der erste der zwei kanadischen Spieler der November Nine ist Scott Montgomery. Vor 2008 hat man in der Pokerwelt noch nichts von ihm gehört. Sein Name wurde erste bekannt, als er es dieses Jahr an den Finaltisch der WPT L.A. Poker Classics schaffte. Der 26 Jahre alte Montgomery ist souverän genug um das zu tun, was seine Landsleute Daniel Negreanu, Gavin Smith, Tuan Lam und Nenad Medic bisher noch nicht geschafft haben: ein World Championship nach Kanada zu bringen.
Peter Eastgate - Dänemark - $18.375.000
Von den zahlreichen Europäern, die dieses Jahr wieder am WSOP Main Event teilgenommen haben, ist der Däne Peter Eastgate der einzige, der diesen Kontinent am November Nine Finaltisch vertritt. Mit seinen 22 Jahren ist er einer von zwei Spielern (Marquis), die eine Chance haben Phil Hellmuth um seinen Rekord zu schlagen, der jüngste Spieler zu sein, der je das WSOP Main Event gewonnen hat. Hellmuth war gerade mal 24 Jahre alte, als er 1989 seinen Titel gewann. Mit einem Sieg bei der 2008 WSOP kann er Gus Hansens massive Führung als erfolgreichster dänischer Turnierspieler zu Nichte machen. Hansen hat in seiner Karriere bisher $7,3 Millionen gewonnen. Gewinnt Eastgate das 2008 Main Event, dann übernimmt er mit $8,25 Millionen Preisgeld für den ersten Platz die Führung.
Ylon Schwartz - USA - $12.525.000
Ylon Schwartz ist bei weitem der exzentrischste Spieler der November Nine. Bevor er mit dem Pokern begann, verdiente er sein Geld damit Schach in den Straßen von New York zu spielen. Mit 38, schafft Schwartzs es zum zwölften Mal ins Geld bei der WSOP. Und dieses Mal wird das Preisgeld genug sein, um mit dem Schachspielen in New York endgültig aufzuhören. Schwartz witzelte und meinte, dass er die 117 Tage bis zum Finaltisch damit verbringen werde in einer Hängematte zu liegen und eine Flasche Tequila zu trinken.
Darus Suharto - Kanada - $12,520,000
Darus Suharto ist einer der zwei Spieler am Finaltisch (Rheem) der es schon einmal geschafft hat beim WSOP Main Event ins Geld zu kommen. Ursprünglich kommt er aus Indonesien und belegte beim 2006 Main Event den 448. Platz. Die $26.000 die er vor zwei Jahren gewonnen hat verblassen im Verhältnis zu dem Preisgeld, welches er wohl dieses Jahr gewinnen wird. Die Zeit zwischen Juli und November hat Darus damit verbracht, seinen gewöhnlichen Job als Buchhalter weiter auszuüben. Man könnte eigentlich davon ausgehen, dass man seinen Job kündigen würde, wenn man bei der WSOP mindestens den neunten Platz belegt.
David "Chino" Rheem - USA - $10.230.000
Er ist wohl der bekannteste Spieler der November Nine. "Chino" Rheem ist ein Poker-Pro aus L.A., der in seiner Pokerkarriere bereits über $500.000 in Turnieren gewonnen hat, dank zweier WSOP Finaltische. 2006 belegte er den zweiten Platz nach Allen Cunningham in einem $1.000 Rebuy-Event. Sein aggressiver Spielstil wird den Finaltisch sicherlich interessant machen.
Craig Marquis - USA - $10.210.000
Der 23 Jahre alte Craig Marquis sitzt nicht so bequem in seinem WSOP Finaltischstuhl wie Eastgate, hat aber auch die Chance der jüngste WSOP Main Event Champion zu werden. Wahrscheinlich hat keiner der November Nine so richtige Freunde wie sie Marquis mit David "Raptor" Benefield und Tom "durrr" Dwan hat. Seine Freundschaft zu den beiden hilft ihm vielleicht dabei einen besseren Game Plan für den Finaltisch zu haben. Marquis hat es in seinem Leben schon dreimal geschafft bei WSOP Events ins Geld zu kommen, allerdings jedes Mal nur kleinere Summen.
Kelly Kim - USA - $2,620,000
Der "ich bin einfach nur glücklich hier zu sein" Preis geht dieses Jahr auf alle Fälle an den Kalifornier Kelly Kim, der mit einem sehr kleinen Small Stack an den Finaltisch kommt. Kims Anwesenheit am Finaltisch wird sicherlich die Strategie und Spielweise der anderen am Anfang des Finaltisches beeinflussen. Die anderen werden erwarten, dass er als neunter rausfliegt ($900,000) damit sie alle WSOP Millionäre werden.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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