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Alles übers Staking
THE WEEKLY SHUFFLE, 2009-01-25, von Ozone
Es ist kein Geheimnis, das eine große Anzahl der Pokerspieler "gestacked" oder "backed", das heißt sie spielen mit dem Geld anderer Pokerspieler, müssen aber dafür einen bestimmten Prozentsatz des Gewinns an die Geldgeber abgeben. Dies kommt vor allem bei großen live Turnieren vor, da man sehr viel Geld benötigt um die Varianzen des Spiels auszugleichen. In live Turnieren kann es schon mal vorkommen, dass ein Spieler Jahre lang keinen Erfolg hat, bis er dann eine siebenstellige Summe gewinnt, die alles wieder ausgleicht.Staking ist weniger verbreitet in der Cash Game Welt, abgesehen von der high-stakes Action. Normaler Weise werden die Spieler nicht komplett gestaked, sondern es ist eher üblich, dass man eine Prozentsatz seiner Action verkauft. Zum Beispiel könnte ein Spieler 20% der Action eines anderen Spielers kaufen. Das hat zur Folge, dass man entweder 20% des Verlustes mit trägt, aber auch 20% des Gewinns kassiert. Natürlich ist es wichtig, dass man den Spieler, dessen Action man kauft, vertraut. Schließlich ist er eindeutig in der besseren Position und könnte einen Arbitragegewinn kassieren (z.B. 120% der Action verkaufen und dann absichtlich verlieren).
Staking ist unglaublich weitverbreitet in der Pokerwelt. Ohne Staking würde es sehr viel weniger Action geben in der Pokerwelt, genauso wie sich die Geschäftswelt weniger schnell entwickeln würde, wenn es kein Kredite oder die Möglichkeit gebe in Geschäfte einzukaufen. Eine persönliche Geschichte, die vor zwei Jahren bei der WSOP passierte. Ein Spieler kaufte 50% meiner Action, besaß aber nur 27% seiner eigenen Action. Es war eine lustige Situation, da es für ihn besser war, wenn ich gewinnen würde, als wenn er gewinnt. Aufgrund von Staking sind aber solche Szenarien in der Pokerwelt nicht selten.
Die Kunst des Stakings
Fast alle Stakings Konstrukte beinhalten eine Vereinbarung, die als "Make-up" bezeichnet wird. Das bedeutet, dass der Spieler der gestaked wird erst alle seine Verluste ausgleichen muss bevor er einen Gewinn kassieren kann. Wenn zum Beispiel ein Spieler für zwei $10.000 Buy-in Turniere gestaked wird, eines davon verliert und bei dem zweiten $20.000 gewinnt, dann kommt der staked Spieler mit Make-up am Ende bei Null raus. Ohne Make-up würde der Spieler, der gestaked wird, $5.000 kassieren und der jenige, der ihn staked, kommt mit einem Verlust von $5.000 raus. Wie man sehen kann spielen Make-ups eine wichtige Rolle bei Stakings.
Die meisten Stakings Geschäfte haben eine Klausel, die besagt, dass man sich aus der Vereinbarung nur lösen kann, wenn: a) wenn beide im Plus sind, b) wenn der Backer die Beziehung beendet oder c) wenn der staked Spieler all seine Schulden beim Backer begleicht. So wird der Backer geschützt, damit der staked Spieler ihn nicht mit Schulden zurück lässt, obwohl er zum Beispiel gerade geerbt hat. Wenn also der Spieler mit $50.000 im Minus ist und $1 Mio. von seiner Oma erbt, dann muss er erst dem Backer sein Geld zurück zahlen, bevor er selbstständig spielen darf.
Bax und Sheets: Könige der Staking Welt
Zwei Spieler die bekannt dafür sind andere Spieler zu staken sind Cliff "johnnybax" Josephy und Eric "sheets" Haber. Bax und Sheets betreiben sehr erfolgreich ein Staking Business. Zu jedem Zeitpunkt staking die Zwei die Pokerkarrieren von 30 bis 100 degenerierten Pokerseelen. So weit ich es beobachtet habe, werden die staked Pokerspieler an einer sehr kurzen Leine gehalten. Während einer jeden Pause in live Turnieren müssen die Pokerspieler ihren Chip Count telefonisch durchgeben. So wollen sie sicherstellen, dass diejenigen Pokerspieler, mit denen sie nicht eine persönliche Beziehung haben, sie nicht um tausende von Dollars betrügen.
Staking ist für die beiden ein Vollzeitberuf geworden. An einem normalen Wochentag, haben die beiden $100.000 im Spiel, in dem sie ihre Spieler online zocken lassen. An Sonntagen sind es sogar geschätzte $250.000 die für sie im Einsatz sind. Und in live Turnieren, vor allem den WSOP, können es bis zu einer Millionen US-Dollar sein. Durch die beiden hat staking einen neuen Namen bekommen: ihre Spieler sagen nur noch sie werden "gebaxxed".
Aber auch andere sind dafür bekannt Spieler zu finanzieren: Phil Ivey, Erick Lindgren, Haralabos Voulgaris, Steve-Paul Ambrose und Mike McDonald sowie James "mig.com" Mackey.
Signifikante Staking Gewinne
Das Spieler eine siebenstellige Summe gewinnen und von anderen Spieler finanziert werden ist nicht selten der Fall bei großen Turnieren. Es ist gut möglich, dass mehr als die Hälfte der WPT Gewinner gestaked werden. Hier sind ein paar bekannte Gewinner die gestaked wurden:
- Jimmy "gobboboy" Frickes 2. Platz bei den 2007 Aussie Millions für $800.000 (verkaufte 70% seiner Action an mehrere Spieler)
- Tuan Les Sieg beim WPT Championship für $2,8 Millionen (wurde gebacked vom Drittplatzierten Hasan Habib)
- Ivan Demidov's 2. Platz beim 2008 WSOP Main Event für $5,8 Millionen (wurde von einem reichen Russen gebacked, der mehrere Pokerspieler backed)
- David Chiu Sieg im letzten Jahr beim WPT Championship für $3,3 Millionen (gebacked von Daniel Negreanu)
- Carter "ckingusc" Kings gewann $1,7 Millionen beim WCOOP Main Event im letzten Jahr (baxxed)
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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