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EPT vs. WPT
THE WEEKLY SHUFFLE, 2009-05-03, von Ozone
Als die European Poker Tour (EPT) vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde, war es undenkbar, dass sie einmal die World Poker Tour (WPT) an Bedeutung übertreffen würde. Es scheint aber, als sei dieser Zeitpunkt schon gekommen. Eins ist schon jetzt sicher, dass die EPT bereits jetzt beliebter ist als die WPT. Erst kürzlich konnte nicht mal das $25.000 Buy-in WPT Championship Event in Vegas ein Drittel der Teilnehmer des EPT Event in San Remo, Italien erreichen (337 Teilnehmer vs. 1.178 Teilnehmer). Das EPT Grand Finale, ein €10.000 Buy-in Turnier, hatte 935 Teilnehmer in Monte Carlo. Zum ersten Mal hat das Preisgeld des EPT Finales das Preisgeld des WPT Finales überstiegen. Der Gewinner des EPT Grand Finales wird mit $3 Millionen nach Hause gehen. Yevgeniy Timoshenko hat im Gegensatz dazu "nur" $2,1 Millionen für seinen WPT Championtitel bekommen.Wie kann man diese Veränderung in der Popularität beider Turnierserien erklären? Wahrscheinlich gab es mehrere Gründe dafür.
Direkte Online-Qualifikationen
Zwischen 2006 und 2007 ist die Anzahl der WSOP Main Even Teilnehmer von 8.773 auf 6.358 zurückgegangen. Wie kam es dazu? Daran war fast ausschließlich der UIGEA schuld. Obwohl die Popularität von Poker weiterhin stark blieb, so akzeptierten die Casinos keine Turnier-Registrierungen von Online-Pokerseiten mehr. 2006 wurden viele der Teilnehmer an dem WSOP Main Event direkt vom ihrem Pokerraum, bei welchem sie den Sitz gewonnen hatten, angemeldet. 2007 war dies nicht mehr möglich und die Pokerräume zahlten den Spielern das Geld bar aus. Dies führte natürlich dazu, dass sich nicht alle anmeldeten und die Anzahl der Teilnehmer zurückging.
Aus dem gleichen Grund hat auch die WPT Marktanteile an die EPT verloren. Casinos in Europa haben keine Probleme damit Registrierungen von Online-Pokerräumen anzunehmen. In den USA geht das nicht mehr, weshalb man sich auch nicht mehr online für die WPT qualifizieren kann. Im Gegensatz dazu hat sich ein Großteil der EPT Teilnehmer durch Online-Pokerturniere qualifiziert.
EPT ist pragmatischer in einer Rezession
Die meisten EPT Turniere haben ein Buy-in um die €5.000. WPT Turniere haben ein Buy-in von mindestens $10.000, wenn nicht sogar mehr. Es gibt einfach nicht mehr so viel Geld in der Pokerwelt, wie noch vor ein paar Jahren. Ein beträchtlicher Teil des Weltvermögens wurde einfach gelöscht. Es gibt keinen Weg, wie die Pokerindustrie diesen Effekt nicht hätte spüren können. Aus diesem Grund auch suchen sich jetzt viele Spieler Turniere mit kleineren Buy-ins. Dazu kommt noch, dass die EPT viele "fishy" Online-Qualifizierer hat, welche für Pokerhaie ein gefundenes Fressen sind.
European Poker-Boom
Seit langem rechnen viele Leute mit einem enormen Poker-Boom in Europa, der so ähnlich sein wird wie der in den USA zwischen 2003 und 2005. Solch einen Poker-Boom wird es nicht geben, was aber nicht bedeutet, dass Poker nicht populär wäre. In den USA wurde schon jeder Haushalt dem Poker-Boom ausgesetzt. Es wird dort keine großen Wachstumsraten mehr geben. Im Gegensatz dazu wächst der Pokermarkt in Europa immer noch recht schnell. Die im Fernsehen übertragenen EPT Turniere gewinnen immer mehr an Popularität und führen dazu, dass sich mehr und mehr für das Spiel interessieren. Die EPT zieht ihren Nutzen daraus genauso wie es die WPT vor Jahren auch getan hat. Auf einmal möchte jeder ein Pokersuperstar werden, der durch die Welt reist und Millionen gewinnt.
Dazu kommt noch, dass die EPT durch ihre internationale Natur sehr sexy wirkt. Da ist auch den WPT Veranstaltern aufgefallen, die für die achte Saison der WPT ein paar neue Nicht-US-Ziele zu der Turnierreihe hinzugefügt haben, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
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