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2009 WSOP Main Event Zusammenfassung

THE WEEKLY SHUFFLE, 2009-07-12, von Ozone

Es ist außer Frage, dass das beste Pokerturnier der Welt in Sachen Erwartungswert das World Series of Poker Main Event ist. Selbst wenn man die Millionen Dollar außer Be tracht lässt, die jedes Jahr dafür verteilt werden, dass irgendwelche unbekannten Spieler mit Pokerlogos auf der Base-Cap ein paar Sekunden im Fernsehen erscheinen. Selbst dann ist das Pokerturnier eine absolute Goldmine. Dieses Jahr haben 6.494 Spieler jeweils $10.000 aufgebracht, um am Main Event der WSOP 2009 teilzunehmen, mit der Hoffnung, der nächste World Champion zu werden.

Die Anzahl der Teilnehmer wäre noch etwas höher gewesen, wenn Harrah's Entertainment nicht gezwungen gewesen wäre knapp 500 Spieler abzuweisen aufgrund einer limitierten Platzzahl. Das ganze Thema sorgte auch für Ärger und beschäftigte scheinbar das komplette Rio Hotel für Tage. WSOP Commissioner Jeffrey Pollack entschuldigte sich bei den betroffenen Spielern, sagt aber auch, dass es nicht die Schuld von Harrah's Entertainment war. Die Spieler hatten seit Anfang März die Möglichkeit sich für das Turnier zu registrieren. Jeder der so blöd war am Morgen des Turniers aufzutauchen, um sich anzumelden, wusste, dass er ein Risiko eingehen würde.

An meinem Tisch saß ich mit einem Haufen unbekannter Gesichter und Namen zusammen, was gut in Bezug auf meine Erwartungen war. Trotzdem, mit all den bekannten Spielern im Turnier, hofft man doch irgendwie mit einem davon zusammen zu sitzen. Einfach weil es das ganze Turnier etwas interessanter macht.

Dieses Jahr bekamen alle Spieler 30.000 Startchips - 10.000 mehr als im Vorjahr. Die zusätzlichen Chips gaben dem Turnier die beste Struktur, die es je gehabt hatte. Die Spieler kamen erst am frühen Abend des vierten Spieltages in die Gewinnzone.

Für mich war der erste Spieltag recht unspektakulär. Den größten Pott den ich gewonnen hatte passierte 15 Minuten nach "Shuffle up and deal". Meine Chips waren immer oberhalb der 30.000 Marke , aber erreichten auch nie die 50.000. Am späten Abend des ersten Tages wurde ich an den Tisch mit Jennifer Harman zu meiner Rechten versetzt. Sie ist wahrscheinlich die beste weibliche Spielerin der Welt. Wie sprachen etwas über unsere gemeinsame Passion, Hunde und gingen uns am Tisch zum größten Teil aus dem Weg.

Der zweite Spieltag verlief nicht so gut für mich. Ich war an einem der fischigsten Tische die es gab und schaffte es trotzdem nicht einen großen Pott zu gewinnen. Dafür verlor ich aber einen ziemlich großen Pott, was sehr frustrierend war. Ich erhöhte mit König-Dame und eine Spielerin im Big Blind callte mich. Der Flop brachte König-Dame-Vier in Herz. Sie machte eine untypische Aktion und setzte knapp den Pott. Ich entschied mich dazu einfach nur zu callen. Im Turn kam eine schwarze Fünf. Harmlose Karte. Sie setzte wieder ungefähr pottgroß ein Bet. Diesmal begann ich zu überlegen. Was zum Teufel hat sie denn jetzt? Ich dachte mir, dass ich fast alles schlagen könnte, außer einem Flush und dies ist wohl auch das einzige Blatt sei, auf welches sie am River setzen würde. Ich entschied mich zu callen und nach dem River zu folden, falls sie wieder setzen würde. Im River kam dann keine besondere Karte mehr und sie checkte. Ich dachte mir super, das muss doch reichen, korrekt? Ich zeigte meine Hand und sie starrte etwa 10 Sekunden auf mein Blatt und zeigte dann ihr Pärchen 5er. Autsch!

Nach dieser bescheidenen Hand und der Abwesenheit von guten Gelegenheiten, beendete ich den zweiten Spieltag mit 18.000 Chips.

Obwohl ich mit einem Shorstack Tag Drei begann, ging ich optimistisch in den Tag rein. Die Blinds waren bei 600/1.200. Ich wusste, dass wenn ich es schaffen würde am Anfang des Tages meine Chips zu verdoppeln, ich genügend Zeit haben würde, um noch einen "richtigen" Chipstapel aufzubauen. Und genau das machte ich mit der dritten Hand des Tages. Alle foldeten zum Small Blind, Justin Henry, ein Schauspieler der zu den jüngsten gehört, die jemals für einen Academy Award nominiert wurden. Er erhöhte meinen Big Blind auf 4.000. Ich schaute in meine Karten und erblickte ein Pärchen 6er. Ich ging sofort All-in und hoffte möglichst stark zu erscheinen, mit de Hoffnung, dass er mit ein paar der schlechteren Blätter folden würde. Er brauchte nicht lange und callte mit König-Dame. Eine Dame kam im Flop, was genug war um das Turnier für mich zu beenden.

Aus dem Rio zu laufen, nach dem man aus dem Main Event geflogen ist, ist definitiv eine unangenehme Erfahrung. Man hat keine Wahl und muss sich mit der Wahrheit abfinden und realisieren, dass man nicht der nächste World Champion wird. Aber, Gott sei Dank, gibt es immer ein nächstes Mal.

Während ich dies schreibe, formt sich das Main Event zu einem sehr interessanten Turnier für Pokerfans. Es gibt noch zahlreiche bekannte Spieler im Turnier und viele davon haben noch einen Haufen Chips vor sich. Bertrand "ElkY" Grospellier ist aktuell der Chipleader mit fast doppelt so vielen Chips wie irgendjemand sonst. Er ist ein phänomenaler Spieler dessen Erfolge in den letzten zwei Jahren fast unvergleichlich sind. Auch wenn noch mehrere Hundert Spieler im Turnier sind muss man damit rechnen ElkY am Finaltisch zu sehen. Weitere bekannte Namen die noch im Turnier verbleiben sind Phil Ivey, Phil Hellmuth und der Titelverteidiger Peter Eastgate.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org



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