PokerTips.org - 4 Psychologische Prinzipien Die Dein Pokerspiel Beeinflussen
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4 Psychologische Prinzipien Die Dein Pokerspiel Beeinflussen

THE WEEKLY SHUFFLE, 2015-02-15, von JTringer

Poker und Psychologie gehören zusammen wie Erdnussbutter und Marmelade. Während viele psychologische Prinzipien intuitiv sind, gibt es einige erweiterte Prinzipien, die einen viel größeren Einfluss auf das Spiel haben als man vielleicht denken mag. Darüber hinaus können einige Vorurteile oder Plateaus den langfristigen Fortschritt als Spieler hemmen. Wir werden uns gleich den 4 bedeutendsten psychologisches Phänomen widmen, denen man sich bewusst sein muss.

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1. Verzerrung der Wahrnehmung

Werden die Menschen mit vorgefassten Vorurteilen geboren? Die Forschung sagt deutlich, nein; es ist ein Merkmal, welches man lernt. Wie man aufwächst und sich entwickelt, beginnt man seine Verhaltensweisen von anderen Menschen in der Umgebung zu lernen. Darüber hinaus kommt noch dazu, dass man bestimmte Merkmale mit bestimmten Personen verknüpft, welche die eigene Meinungen prägt für den Rest des eigenen Lebens. So entstehen die ersten Vorurteile.

Man stelle sich einen Cowboy an einem Pokertisch vor - vielleicht einen junge Doyle Brunson. Automatisch werden 99% aller Spieler davon ausgehen, dass er ein wilder und aggressiver Spieler ist, ohne auch nur eine Hand von ihm gesehn zu haben. Ebenso werden die meisten Leute bei einer netten alten Oma davon ausgehen, dass sie ehrlich und direkt ist und nicht bluffen wird. Zwar kann man leicht nachvollziehen, wie solche Vorurteile entstehen und auf was sie begründet sind, aber genau das kann einem beim Pokerspielen viel ärgen einbringen. In einem Wettbewerbsspiel wie Poker, geben sich Spieler alle Mühe nach außen hin so zu handeln, dass man ein falsches Bild von ihnen bekommt.

Wie kann man sich davor schützen? Man sollte am besten jeden Menschen wie ein unbeschriebenes Blatt Papier behandeln. Erst wenn man im Pokerspiel sieht, wie sich jemand verhält, kann man sich ein Bild von der Person machen. Während es zwar viel Übung erfordert, sich seinen eigenen Vorurteilen am Pokertisch bewusst zu werden, um sie dann zu korrigieren, wird einem langfristig das helfen Fehler zu vermeiden.

2. Bestätigungsneigung

Die Menschen sind sture Kreaturen. Jeder kennt in seinem Freundes- oder Familienkreis jemanden, der gerne seine Position vehement verteidigt, auch wenn die Person falsch liegt und keine sachlichen Argumente hat, um die eigenen Meinung zu belegen. Solche Personen hören in diesen Situationen dann noch nicht einmal die Argumente der anderen, sondern lassen nur die Argumente zu, die den eigenen Punkte belegen. Leider sind alle Menschen zu einem gewissen Grad Opfer dieser Bestätigungsneigung.

Ein Beispiel am Pokertisch wäre folgendes: Man sieht wie ein Spieler seine ersten 20 Hände in einem Turnier weg wirft, was wirklich sein kann, weil er keine guten Hände bekommen hatte. Allerdings kennzeichnet man ihn nun als passiven und konservativen Spieler. Sobald man eine spätere Runde des Turniers erreicht hat, sieht man, wie er mit einer starken Hand, wie zum Beispiel einem Paar Asse, gewinnt, was nun die bereits gebildete Meinung über den Spieler bestätigt. Auch wenn dieser Spieler nun beginnt lockerer zu spielenoder einfach nur einen normalen Lauf der Karten bekommt, wird man sehr wahrscheinlich alle diese Aktionen als unbedeutend beurteilen, weil sie nicht zu der Meinung passen, die man sich bereits über die Person gebildet hat.

Dies kann natürlich für einen selbst schädlich sein. Wenn man am Ende gegen diesen Spieler in einen Topf spielt, wird man ihm mehr zutrauen, als er verdient. Und so wird man weniger Wert aus den mittelstarken Händen rausholen, weil man Angst hat, und man wird oft die bessere Hand wegwerfen gegen einen Bluff.

Wie kann man der Bestätigungsneigung entgegenwirken? Am besten sollte man nicht damit aufhören sich ein Bild von seinen Gegner machen. Jede neue gewonne Information über einen Spieler, sollte man dem bisher gemachten Bild über den Spieler hinzufügen.

Online kann man dies sehr leicht tun mit Hilfe von Stat-Tracking-Programmen wie Hold'em Manager, der automatisch neue Hände berücksichtigt und ständig die Bewertung des Spielers neu berechnet. Sich von von einem Spieler ein Gesamtbild machen zu können, ist eine weitere Fähigkeit, die man mit der Zeit lernen kann und einem dabei helfen wird ein besserer Pokerspieler zu werden.

3. Wertschätzung neuer Ereignisse über alten

Ein weiteres Phänomen, das man bei den meisten Spieler beobachten kann, ist, dass sie die jüngsten Ereignisse und Ergebnisse höher bewerten als solche, die bereits weiter in der Vergangenheit liegen. Wenn zum Beipiel ein Spieler einen guten Lauf hat, super Karten bekommt und häufiger gewinnt, dann werden viele plötzlich denken, dass der Spieler besser geworden ist. In 99% der Fälle wird dem nicht so sein. Die Folge davon ist, dass man dem Spieler entweder zu viel oder zu wenig Respekt gibt. Man wird schlechte Entscheidungen treffen, weil man seine Entscheidungen auf ungenaue Daten beruht.

Die Lösung? Ähnlich wie bei der Lösung für Bestätigungsneigung, muss man lernen einen Spieler ganzheitlich zu betrachten und bewerten. Jede einzelne Information, die man über einen Spieler sammelt ist nicht mehr oder weniger wert als die vorherige. Nur wenn man die Gesamtheit der Daten, die man über einen Spieler hat, bei der Entscheidungsfindung miteinbezieht, kommt man zum optimalen Ergebnis. Das Verhalten oder die Spielweise von Spielern ändern sich nicht plötzlich, sondern nur langsam über die Zeit hinweg.

4. Fundamentale Attributionfehler

Im wesentlichen werden Attributionsfehler gemacht, um unser eigenes Ego zu schützen. Das Prinzip besagt, dass die Menschen ein gutes eigenes Resultat als das Ergebnis der eigenen Fähigkeit oder harten Arbeit sehen, während sie die guten Resultate der anderen als Glück und unverdient sehen.

Wenn man ständig grundsätzliche Attributionsfehler macht, wird man sich als Spieler nicht weiterentwickeln. Man wird viele wertvolle Lernmöglichkeiten verpassen, weil man im Glauben ist, dass man selbst nur Pech hatte und die anderen einfach nur Glück hatten. Dadurch wird man vermeiden einen großen gewonnen Pott zu analysieren, weil man denkt, dass man ihn verdient hat, auch wenn man vielleicht nur Glück hatte und eigentlich eine falsche Entscheidung getroffen hatte.

Wie vermeidet man Attributionsfehler? Als erstes muss man sich seiner Fehler bewusst werden. Nur wenn man sich seine Fehler eingesteht, wird man sie erkennen und vermeiden können. Wenn man das Attributionsfehler-Prinzip verstanden hat, dann sollte man als nächstes damit beginnen jede gewonnene und verlorene Hand zu analysieren, um sicherzustellen, dass man die richtige Entscheidung getroffen hat. Damit man keinen Attributionsfehler bei der Analyse der gespielten Hände begeht, sollte man am besten die Namen der Spieler bedenken, damit man nicht sieht wer man selbst war.

The Weekly Shuffle ist unsere Sonntagskolumne mit Beobachtungen und Kommentaren zur Pokerwelt. Habt ihr eine Idee für einen neuen Artikel? Email suggestions@pokertips.org
 


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